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Kettner Edelmetalle
21.01.2026
15:52 Uhr

Kroate rückt an die EZB-Spitze: Was bedeutet Vujčićs Aufstieg für Europas Geldpolitik?

Die Europäische Zentralbank steht vor einem bemerkenswerten Personalwechsel, der weitreichende Konsequenzen für die künftige Ausrichtung der europäischen Geldpolitik haben könnte. Mit Boris Vujčić wird erstmals ein Kroate in die absolute Führungsspitze der mächtigsten Währungshüter des Kontinents aufsteigen. Der bisherige Gouverneur der kroatischen Nationalbank soll neuer Vizepräsident der EZB werden – eine Personalie, die den wachsenden Einfluss mittel- und osteuropäischer Staaten in der europäischen Finanzarchitektur unterstreicht.

Ein moderater Falke übernimmt das Ruder

Vujčić gilt in Fachkreisen als sogenannter moderater geldpolitischer Falke. Was bedeutet das konkret? Im Gegensatz zu den Tauben, die für eine lockere Geldpolitik mit niedrigen Zinsen plädieren, tendieren Falken zu einer strafferen monetären Ausrichtung. Sie sehen in der Preisstabilität das oberste Gebot und scheuen sich nicht, auch unpopuläre Zinserhöhungen durchzusetzen, wenn die Inflation droht, aus dem Ruder zu laufen. Das Attribut "moderat" deutet darauf hin, dass Vujčić zwar grundsätzlich dieser Denkschule angehört, jedoch pragmatisch genug agiert, um situationsbedingt auch andere Wege zu beschreiten.

Für den deutschen Sparer und Anleger könnte diese Personalie durchaus von Bedeutung sein. Nach Jahren der Nullzinspolitik und der massiven Geldschwemme, die das Ersparte der Bürger schleichend entwertet hat, wäre ein Kurswechsel hin zu mehr monetärer Disziplin durchaus begrüßenswert. Ob Vujčić allerdings tatsächlich einen solchen Wandel herbeiführen kann oder will, bleibt abzuwarten.

Osteuropa gewinnt an Gewicht

Die Ernennung des Kroaten markiert einen historischen Moment. Seit dem Beitritt Kroatiens zur Eurozone im Januar 2023 hat das Land nun einen Vertreter in der höchsten Führungsebene der EZB. Dies ist mehr als nur Symbolpolitik – es spiegelt die zunehmende wirtschaftliche und politische Bedeutung der mittel- und osteuropäischen Mitgliedsstaaten wider.

Kritiker mögen einwenden, dass die wirtschaftliche Schlagkraft Kroatiens im Vergleich zu Deutschland, Frankreich oder Italien eher bescheiden ausfällt. Doch genau hier liegt der Kern des europäischen Dilemmas: Die EZB muss eine Geldpolitik für höchst unterschiedliche Volkswirtschaften gestalten – von der exportstarken deutschen Industrie bis hin zu den tourismusabhängigen Ökonomien des Mittelmeerraums und Südosteuropas.

Ein Führungswechsel mit Signalwirkung

Vujčićs Aufstieg läutet eine Phase tiefgreifender personeller Veränderungen an der EZB-Spitze ein. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die neuen Akteure den Mut aufbringen, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren. Die jahrelange Politik des billigen Geldes hat zwar kurzfristig Krisen abgefedert, langfristig jedoch erhebliche Nebenwirkungen gezeitigt: aufgeblähte Vermögenspreise, eine schleichende Enteignung der Sparer und eine Zombifizierung ineffizienter Unternehmen, die nur dank der Niedrigzinsen überleben konnten.

Für konservative Anleger, die ihr Vermögen vor den Unwägbarkeiten der Geldpolitik schützen möchten, bleibt die Beimischung physischer Edelmetalle wie Gold und Silber eine bewährte Strategie. Unabhängig davon, welchen Kurs die EZB unter ihrer neuen Führung einschlagen wird – Edelmetalle haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher in Zeiten monetärer Turbulenzen bewährt.

Die Personalie Vujčić verdeutlicht einmal mehr, dass die Weichenstellungen in Frankfurt weitreichende Konsequenzen für jeden einzelnen Bürger haben – vom Sparbuch bis zur Altersvorsorge.

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