
Kriegsschock trifft Weltwirtschaft: Von Farbeimer bis Flugzeugturbine steigen die Preise

Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran offenbart mit jedem Tag deutlicher, wie fragil die globalisierte Wirtschaft tatsächlich ist. Was im späten Februar als geopolitische Eskalation begann, hat sich inzwischen zu einem handfesten Kostentreiber für Konzerne rund um den Globus entwickelt. Von der Farbdose im heimischen Baumarkt bis zur Turbine eines Langstreckenjets – überall bekommen Unternehmen und am Ende die Verbraucher die Rechnung präsentiert.
Eine Bilanz des Schreckens in der Berichtssaison
Die aktuelle Berichtssaison liest sich wie ein Protokoll der Ohnmacht. Nach Auswertung von Unternehmensmitteilungen seit Kriegsbeginn hätten bereits 21 Konzerne ihre Finanzprognosen zurückgezogen oder gekürzt, 32 hätten Preiserhöhungen angekündigt und 31 würden vor spürbaren finanziellen Belastungen durch den Konflikt warnen. Eine beunruhigende Zahl, die belegt, wie weitreichend die Folgen bereits heute spürbar seien.
Der Farbenhersteller AkzoNobel, bekannt durch die Marke Dulux, rechne laut Konzernchef Greg Poux-Guillaume mit einer Verteuerung seines Rohstoffkorbs im hohen zweistelligen Prozentbereich. Verantwortlich sei vor allem die Störung der Schifffahrt in der Straße von Hormuz – jener schmalen Meerenge, durch die rund ein Fünftel der globalen Öl- und LNG-Ströme fließen. Dass AkzoNobel mit seinen Spezialprodukten für Containerschiffe und Formel-1-Rennwagen die Preise weitergeben könne, werde für Konkurrenten im Rohstoffchemiegeschäft zur zweifelhaften Trostbotschaft.
Babynahrung, Aufzüge, Waschmittel – die Liste wird länger
Der französische Lebensmittelriese Danone meldete, dass Lieferungen von Säuglingsnahrung durch den Krieg ins Stocken geraten seien. Der Aufzughersteller Otis Worldwide klagt über Verzögerungen bei Neuanlagen, der Dettol-Hersteller Reckitt warnt vor schrumpfenden Margen aufgrund hoher Ölpreise – die Aktie rutschte prompt auf den tiefsten Stand seit Oktober 2024. Bei TE Connectivity kündigte CEO Terrence Curtin bereits offen an, höhere Frachtkosten und gestiegene Preise für ölbasierte Produkte wie Harze an die Kunden weiterreichen zu müssen.
Besonders bitter trifft es die Reisebranche. Der deutsche Touristikkonzern TUI kappte seine Jahresprognose für das operative Ergebnis und setzte die Umsatzprognose kurzerhand aus. Die anhaltende Ungewissheit im Nahen Osten dämpfe die Konsumlaune, so das Unternehmen. US-Carrier United Airlines schraubte ebenfalls die Erwartungen für das zweite Quartal und das Gesamtjahr nach unten. Steigende Kerosinpreise zwingen Fluggesellschaften zu Treibstoffzuschlägen, Tarifaufschlägen oder gar zur Stilllegung von Maschinen.
Selbst Konzerne mit dicken Auftragsbüchern zögern
Besonders aufschlussreich ist das Eingeständnis von GE Aerospace. CEO Larry Culp erklärte, man hätte die Prognose angehoben – wäre da nicht diese alles überlagernde Unsicherheit. 3M warnte, höhere Ölpreise könnten zu einer Preissteigerung bei Produkten von 50 Basispunkten führen. Der diversifizierte Bergbaukonzern South32 meldete höhere Frachtraten und teurere Rohstoffe. Selbst Unternehmen mit traditionell starker Preissetzungsmacht knicken unter dem geopolitischen Druck ein.
"Je länger dieser Krieg andauert, desto mehr Unternehmen mit geringer Preissetzungsmacht werden ihre Prognosen senken. Und desto mehr Firmen mit Preissetzungsmacht werden die Kosten an Verbraucher und Unternehmen weiterreichen – mit dem Ergebnis potenziell höherer Inflation", warnte Brian Madden, Chief Investment Officer bei First Avenue Investment Counsel.
Der wahre Preis politischer Eskalation
Europas Energiekosten liegen seit Kriegsbeginn Ende Februar höher, auch wenn sie von den März-Höchstständen wieder etwas zurückgekommen seien. Pikant: Die europäischen Preise seien schneller gestiegen als etwa in den USA. Ein Zustand, der die Wettbewerbsfähigkeit des ohnehin schon schwer angeschlagenen Industriestandortes Deutschland weiter untergräbt. Während die Große Koalition unter Friedrich Merz ein schuldenfinanziertes 500-Milliarden-Sondervermögen durchs Parlament peitschte und die Klimaneutralität bis 2045 ins Grundgesetz zementierte, trifft die geopolitische Realität die Wirtschaft mit voller Wucht. Von echter Entlastung der Unternehmen und Bürger? Keine Spur.
Warum physische Edelmetalle in unruhigen Zeiten Stabilität bieten
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