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Kettner Edelmetalle
28.01.2026
09:40 Uhr

Kriegsangst treibt Deutsche zu radikalem Umdenken: Mehrheit will Sozialstaat für Verteidigung opfern

Eine bemerkenswerte Studie offenbart, wie tiefgreifend sich die Prioritäten der deutschen Bevölkerung verschoben haben. Die Angst vor einem militärischen Konflikt mit Russland sitzt offenbar so tief, dass eine überwältigende Mehrheit bereit wäre, den aufgeblähten Sozialstaat drastisch zusammenzustreichen – zugunsten einer schlagkräftigen Landesverteidigung.

Dramatische Zahlen zeigen Paradigmenwechsel

Das Institut Bilendi führte im Auftrag der TU München und der Universität Leipzig eine Umfrage unter 1095 Deutschen durch, deren Ergebnisse selbst die Studienleiter überraschten. Demnach befürworten die Befragten eine Anhebung der Verteidigungsausgaben von derzeit gut zwei Prozent auf sage und schreibe zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Eine Versechsfachung, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre.

Noch erstaunlicher ist jedoch, woher das Geld kommen soll. Ganze 59 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, die zusätzlichen Mittel durch Einsparungen an anderer Stelle zu generieren. Nur ein Viertel würde neue Schulden aufnehmen wollen, lediglich 16 Prozent präferieren Steuererhöhungen. Die Botschaft ist eindeutig: Der deutsche Bürger hat offenbar erkannt, dass der Staat nicht endlos Geld drucken kann.

Sozialausgaben im Visier der Bevölkerung

Besonders brisant: 83 Prozent der Befragten plädieren dafür, den Anteil der Sozialausgaben von derzeit 41 Prozent auf etwa 26 Prozent abzusenken. Eine Kürzung um mehr als ein Drittel! Welche konkreten Leistungen betroffen sein sollten – ob Rentenzuschüsse oder das umstrittene Bürgergeld – wurde zwar nicht abgefragt. Doch die Richtung ist unmissverständlich.

„Wie stark die Zustimmung zu höheren Verteidigungsausgaben ausfällt, ist eines der überraschendsten Ergebnisse", erklärte Co-Studienleiter Philipp Lergetporer.

Jahrzehntelang galt der deutsche Sozialstaat als heilige Kuh, an die sich keine Partei heranwagte. Nun scheint die geopolitische Realität die Deutschen aus ihrem Wohlstandsschlaf gerissen zu haben. Die Erkenntnis, dass Sicherheit nicht selbstverständlich ist, setzt sich offenbar durch.

Russland als Katalysator des Umdenkens

Die Triebfeder dieser Entwicklung liegt auf der Hand: Rund 62 Prozent der Befragten bereitet ein direkter militärischer Konflikt eines NATO-Landes mit Russland große Sorgen. 58 Prozent fürchten einen Konflikt Russlands mit einem Nachbarland Deutschlands. Immerhin 42 Prozent beunruhigt sogar die Möglichkeit eines Krieges auf deutschem Boden.

Diese Zahlen spiegeln eine Zeitenwende wider, die weit über politische Sonntagsreden hinausgeht. Der Krieg in der Ukraine hat den Deutschen vor Augen geführt, dass Frieden in Europa keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Die jahrzehntelange Vernachlässigung der Bundeswehr rächt sich nun bitter.

Konkrete Maßnahmen finden breite Unterstützung

Die Zustimmung zu konkreten Verteidigungsmaßnahmen fällt entsprechend hoch aus. 60 Prozent befürworten mehr Soldaten für die Bundeswehr, 58 Prozent ein entschiedenes Eingreifen gegen hybride Kriegsführung. Eine gemeinsame EU-Armee unterstützen 55 Prozent, während europäische Zusammenarbeit in der Verteidigungspolitik sogar 67 Prozent Zustimmung erhält.

Kontrovers bleibt hingegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht mit 49 Prozent Zustimmung. Kritisch sehen die Befragten auch eine Aufstockung der Militärhilfen für die Ukraine: Nur 27 Prozent befürworten dies, 41 Prozent lehnen es ab. Offenbar unterscheiden die Deutschen sehr genau zwischen der eigenen Verteidigungsfähigkeit und kostspieligen Auslandseinsätzen.

Ein überfälliges Erwachen?

Diese Umfrageergebnisse sollten der Politik zu denken geben. Während die Ampelregierung jahrelang lieber in ideologische Projekte investierte als in die Landesverteidigung, hat die Bevölkerung längst begriffen, worauf es ankommt. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz täte gut daran, diese Signale ernst zu nehmen – und endlich die richtigen Prioritäten zu setzen.

Denn eines zeigt diese Studie überdeutlich: Die Deutschen sind bereit für unbequeme Wahrheiten. Sie verstehen, dass ein aufgeblähter Sozialstaat wenig nützt, wenn die äußere Sicherheit nicht gewährleistet ist. Diese Einsicht kommt spät – aber vielleicht nicht zu spät.

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