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Kettner Edelmetalle
23.07.2026
06:21 Uhr

Krieg treibt das Gold: Wenn zwei Nadelöhre der Weltwirtschaft brennen, glänzt nur eines wirklich

Krieg treibt das Gold: Wenn zwei Nadelöhre der Weltwirtschaft brennen, glänzt nur eines wirklich

Es sind Tage, an denen sich die Spreu vom Weizen trennt. Während Aktienindizes zittern, Anleihemärkte ächzen und Ölpreise sich wie an einer Achterbahn hochschaukeln, offenbaren die Edelmetalle einmal mehr ihre wahre Natur: Sie sind der Fels in der Brandung, wenn ringsum die geopolitische Ordnung ins Wanken gerät. Und genau das geschah in dieser Woche, als der eskalierende Konflikt zwischen den USA und dem Iran nicht nur eine, sondern gleich zwei der wichtigsten Schifffahrtsstraßen der Welt ins Fadenkreuz rückte.

Gold und Silber ziehen an – trotz aller Widerstände

Gold für die August-Lieferung kletterte am Mittwoch in New York bis auf ein Tageshoch von rund 4.171 Dollar je Unze, ein Plus von 2,3 Prozent. Noch beeindruckender die Bewegung beim Silber: Das September-Kontrakt sprang zeitweise um satte 4,3 Prozent auf 61,27 Dollar – und das nur zwei Handelstage, nachdem der Preis noch auf einem Achtmonatstief herumgekrochen war. Im späten Nachmittagshandel gaben beide Metalle einen Teil der Gewinne wieder ab, doch die Botschaft war unmissverständlich: Wenn es brennt, flüchten die Anleger dorthin, wo echter Wert liegt.

Bemerkenswert ist dabei vor allem eines: Dieser Ansturm auf das Edelmetall vollzog sich, obwohl die langfristigen Anleiherenditen so hoch sind wie seit Jahren nicht mehr. Die 30-jährigen US-Staatsanleihen halten sich seit der Finanzkrise so lange wie nie über der Fünf-Prozent-Marke. Nach reiner Lehrbuchweisheit wäre das Gift für zinslose Anlagen wie Gold. Doch die Realität schert sich wenig um akademische Modelle – wenn die Welt in Flammen steht, zählt Sicherheit mehr als Rendite.

Zwei Nadelöhre, ein Pulverfass

Die Attacken zwischen Washington und Teheran gehen mittlerweile in die zweite Woche und haben bereits vier amerikanische Soldaten das Leben gekostet. Präsident Trump drohte unverblümt, für jeden iranischen Angriff auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus „eine Brücke oder ein Kraftwerk" rund um Teheran zu zerstören. Die iranische Seite konterte mit Drohungen gegen die Energieinfrastruktur der gesamten Region.

Als hätte ein Nadelöhr nicht schon gereicht, verkündeten die mit Teheran verbündeten Huthi im Jemen zudem ein Embargo für Schiffe, die die Meerenge von Bab el-Mandeb passieren. Damit stehen gleich zwei der bedeutendsten Chokepoints des globalen Handels unter Blockadegefahr. Die Ölmärkte reagierten prompt: Brent-Rohöl überschritt zwischenzeitlich die Marke von 95 Dollar je Barrel, WTI legte um 2,9 Prozent auf 86,78 Dollar zu.

Der jüngste Aufschwung wirke überwiegend flussgetrieben, ausgelöst durch etwas Schnäppchenjagd und die schiere Erleichterung, dass die 4.000-Dollar-Marke gehalten habe, so ein Rohstoffstratege gegenüber Bloomberg. Er erwarte jedoch nicht, dass dies der Beginn eines neuen strukturellen Trends sei.

Das Silber zeigt Muskeln

Besonders auffällig war in dieser Woche die Stärke des Silbers. Eine Unze Gold kaufte zuletzt nur noch etwa 69 Unzen Silber – Anfang der Woche waren es noch knapp 71. Ein deutlicher Fingerzeig auf die Outperformance des kleineren, aber nicht minder edlen Metalls. Auf Zwölfmonatssicht hat Silber mit einem Plus von 52 Prozent sogar die beste Wertentwicklung aller Edelmetalle vorzuweisen. Wer hier vorausschauend gehandelt hat, dürfte mit einem zufriedenen Lächeln auf sein Depot blicken.

Auch die Minenwerte sprangen an. Chinas Zijin Mining führte mit einem Plus von 8,1 Prozent, Newmont legte 3,1 Prozent zu, Barrick Mining 2,4 Prozent. Doch trotz aller Kursgewinne notiert der gesamte Bergbausektor im Median noch rund ein Drittel unter seinen Jahreshochs – ein Zeichen dafür, wie tief die Verwerfungen der vergangenen Monate reichen.

Die eigentliche Lehre für den deutschen Sparer

Was sich in New York und an den Ölbörsen abspielt, ist mehr als nur ein fernes Spektakel. Es ist eine Erinnerung an eine uralte Wahrheit, die in Zeiten der Nullzinspolitik und der Papiergeldflut gerne verdrängt wurde: In der Krise regiert das physische Edelmetall. Während unsere Bundesregierung in Berlin lieber 500 Milliarden Euro an neuen Schulden für Infrastruktur und Klimaträumereien in die Zukunft verlagert und damit ganze Generationen zur Kasse bittet, suchen kluge Anleger weltweit den Schutz, den nur Gold und Silber bieten können.

Gold notiert derzeit zwar noch rund 26 Prozent unter seinem Januar-Rekord von fast 5.600 Dollar, doch die Zwölfmonatsbilanz von über 20 Prozent Plus spricht eine deutliche Sprache. Wer physische Edelmetalle als soliden Baustein eines breit gestreuten Vermögens versteht, muss sich vor keiner geopolitischen Eskalation fürchten. Denn während Währungen entwertet und Anleihen von Zinsschwankungen durchgeschüttelt werden, behält das Edelmetall seinen inneren Wert – seit Jahrtausenden.

Fazit: Sicherheit hat einen Namen

Die Ereignisse dieser Woche zeigen einmal mehr, wie fragil das Gefüge der Weltwirtschaft geworden ist. Zwei brennende Meerengen, steigende Ölpreise, wackelnde Aktienmärkte – und mittendrin das ruhige, beständige Glänzen der Edelmetalle. Für den vorausschauenden Anleger ist die Botschaft klar: Physisches Gold und Silber gehören als Anker der Vermögenssicherung in jedes durchdachte Portfolio. Nicht als Spekulationsobjekt, sondern als Versicherung gegen eine Welt, die aus den Fugen zu geraten droht.

Haftungsausschluss: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Die genannten Kurse, Aktien und Unternehmen dienen lediglich der informativen Berichterstattung und stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für konkrete steuerliche oder rechtliche Fragen konsultieren Sie bitte einen entsprechend qualifizierten Berater.

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