
Kreml-Gesandter lobt Davos-Gespräche als „konstruktiv" – doch was bedeutet das wirklich?

Während sich die politische Elite der Welt im verschneiten Davos versammelt, um beim Weltwirtschaftsforum über die Zukunft des Planeten zu philosophieren, laufen im Hintergrund Verhandlungen, die tatsächlich von Bedeutung sein könnten. Der russische Unterhändler Kirill Dmitrijew verkündete nach Gesprächen mit hochrangigen US-Vertretern, die Treffen seien „konstruktiv" verlaufen. Ein Wort, das in der Diplomatensprache bekanntlich alles und nichts bedeuten kann.
Friedenstauben-Emojis und diplomatische Floskeln
Dmitrijew, der bereits im Dezember 2025 in Florida mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner zusammengetroffen war, zeigte sich demonstrativ optimistisch. „Immer mehr Menschen erkennen, dass Russlands Position richtig ist", verkündete er vor versammelter Presse. Eine Aussage, die man durchaus als propagandistischen Selbstbeweihräucherung interpretieren darf. Besonders bemerkenswert: Sein Auftritt auf der Plattform X, wo er seine Ankunft in Davos mit einem Friedenstauben-Emoji garnierte. Ob diese symbolische Geste mehr ist als bloße Inszenierung, bleibt abzuwarten.
Die ukrainische Seite gibt sich zurückhaltender
Der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umerov hatte seinerseits angekündigt, die Gespräche mit US-Vertretern fortzusetzen. Bei den jüngsten Treffen standen offenbar die wirtschaftliche Entwicklung der Ukraine sowie mögliche Sicherheitsgarantien im Mittelpunkt. Konkrete Ergebnisse? Fehlanzeige. Man darf sich fragen, wie viel Substanz hinter den wohlklingenden Formulierungen tatsächlich steckt.
Trump kehrt nach Davos zurück
Die fünftägige Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums begann am Montag und versammelt neben hunderten Unternehmenschefs mehr als 60 Staats- und Regierungschefs. Bundeskanzler Friedrich Merz ist ebenso vor Ort wie US-Präsident Donald Trump, der erstmals seit 2020 wieder persönlich in dem Schweizer Alpenort erscheint. Trumps Rückkehr auf die internationale Bühne dürfte dabei nicht nur symbolischen Charakter haben – seine Administration scheint entschlossen, in der Ukraine-Frage eine aktivere Vermittlerrolle einzunehmen.
Ob diese Bemühungen tatsächlich zu einem Ende des seit Jahren andauernden Konflikts führen werden, steht freilich in den Sternen. Die Geschichte lehrt uns, dass „konstruktive Gespräche" in der Diplomatie oft nur der Auftakt zu weiteren endlosen Verhandlungsrunden sind. Die Menschen in der Ukraine, die unter dem Krieg leiden, werden sich mit Friedenstauben-Emojis jedenfalls kaum zufriedengeben.
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