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09.08.2026
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Kirchen-Streit: Wenn Bibeltreue plötzlich als Gefahr gelten

Kirchen-Streit: Wenn Bibeltreue plötzlich als Gefahr gelten
Symbolbild: KI-generiert

Ein Pastor aus Walsrode sorgt für Wirbel in der evangelischen Kirche. Stefan Felber, Leiter des konservativ-protestantischen Gemeindehilfsbundes, hat mit Mitstreitern eine zwanzigseitige Denkschrift vorgelegt. Ihr Vorwurf: Auch in den Landeskirchen werde ein „Kampf gegen rechts“ geführt – und der treffe ausgerechnet jene, die an klassischen biblischen Positionen festhalten.

Der Vorwurf: Etiketten statt Argumente

In einem Interview schildert Felber, wie sich das aus seiner Sicht äußert. Konservativen Christen werde von manchen Kirchenleitungen „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ oder „Hass und Hetze“ unterstellt – etwa weil sie Abtreibung ablehnten, die Segnung homosexueller Partnerschaften kritisierten oder an der Zweigeschlechtlichkeit des Menschen festhielten.

Das bleibe nicht folgenlos. Felber verweist auf einen konkreten Fall: 2022 habe die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers vom Geistlichen Rüstzentrum Krelingen verlangt, dem Gemeindehilfsbund keine Räume mehr zu vermieten. Weil die Krelinger nicht einknickten, finanziere die Kirche das Gehalt der dortigen Leitung nicht mehr. Weitere ähnliche Fälle seien ihm bekannt.

Warum jetzt? Ein Pastor erklärt die Eskalation

Lange, so Felber, hätten konservative Christen still gelitten. Doch inzwischen nähmen auch große Medien und der öffentlich-rechtliche Rundfunk „rechte“ Christen ins Visier. Den Grund sieht der Theologe in politischen Verschiebungen: Die CDU habe unter Helmut Kohl und Angela Merkel ihr christliches Profil scheibchenweise aufgegeben.

Anliegen wie ein Ende der Abtreibungen seien deshalb zu christlichen Kleinparteien oder zur AfD abgewandert. Ergebnis: Gläubige würden ungewollt politisiert – selbst dort, wo sie mit Parteien nichts zu tun hätten.

„Wie einst in der DDR“

Besonders scharf äußert sich Felber zum Demokratieverständnis mancher Kirchenoberen. Die Verkündigung des Evangeliums trete zurück, das Vakuum werde mit Reden über Zusammenhalt und „unsere Demokratie“ gefüllt. Daraus entstehe letztlich eine Zivilreligion, die irgendwann nur noch mit Zwang aufrechterhalten werden könne.

„In Deutschland wird der Begriff Demokratie wie einst in der DDR immer mehr mit sozialistischen Inhalten gefüllt.“

Paradox findet er, dass ausgerechnet jenen mangelnde Verfassungstreue unterstellt werde, deren Glaubenswerte die freiheitliche Ordnung überhaupt erst hervorgebracht hätten. Er erinnert an Artikel 6 des Grundgesetzes – Schutz von Ehe und Familie, unverändert seit 1949. Mit welchem Recht, fragt Felber, werde die moralische Bewertung heute auf den Kopf gestellt? Sein Urteil über staatlich geförderte Coming-out-Angebote bei gleichzeitiger Kriminalisierung anderer Beratungsformen: „Was für eine Bigotterie!“

Die Reaktion der Kirche – und ein Fazit

Die Hannoversche Landeskirche habe sich noch am Tag der Veröffentlichung distanziert, es aber abgelehnt, sich zu einzelnen Aussagen zu äußern. Ein Weltanschauungsbeauftragter habe Felber theokratische Assoziationen vorgeworfen. Der Pastor kontert: Christen seien die letzten, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung gefährdeten – gefährlich seien jene, die Demokratie mit undemokratischen Mitteln retten wollten.

Über 200 Unterzeichner hat die Schrift inzwischen. Für die Kirchenleitungen sieht Felber wenig Hoffnung: Wer die Karriereleiter hochgestiegen sei, scheue die Fallhöhe.

Aus Sicht unserer Redaktion legt dieser Konflikt einen größeren Trend offen: Wer heute klassische Überzeugungen vertritt, muss zunehmend mit Etikettierung rechnen – auch dort, wo Toleranz eigentlich zum Programm gehört. Die Mitgliederzahlen der Kirchen sprechen ihre eigene Sprache.

Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Rechtsberatung dar.

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