
Kasachstan baut Öllieferungen nach Deutschland massiv aus – Moskaus Schatten bleibt

Die zentralasiatische Republik Kasachstan positioniert sich zunehmend als strategischer Energiepartner für die Bundesrepublik. Der staatliche Öl- und Gaskonzern Kazmunaygaz verkündete am Freitag ambitionierte Pläne, die Rohölexporte nach Deutschland im Jahr 2026 auf stolze 2,5 Millionen Tonnen zu steigern. Ein bemerkenswerter Schritt, der die wachsende Abhängigkeit Deutschlands von alternativen Energiequellen unterstreicht – und gleichzeitig die Frage aufwirft, wie unabhängig diese Alternative tatsächlich ist.
Dramatischer Anstieg der Liefermengen
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im vergangenen Jahr flossen bereits 2,146 Millionen Tonnen kasachisches Öl in die Bundesrepublik. Dies entspricht einem beachtlichen Anstieg von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie der Pipeline-Betreiber Kaztransoil mitteilte. Die Raffinerie im brandenburgischen Schwedt, einst vollständig von russischem Rohöl abhängig, profitiert maßgeblich von dieser Entwicklung.
Doch hier liegt der Haken, den man nicht verschweigen sollte: Das kasachische Öl erreicht Deutschland über die berüchtigte Druschba-Pipeline – jene Leitung, die durch russisches Territorium verläuft. Man tauscht also gewissermaßen den Teufel mit dem Beelzebub aus. Moskau behält damit einen nicht unerheblichen Hebel in der Hand, sollte es zu weiteren geopolitischen Verwerfungen kommen.
Logistische Herausforderungen und flexible Reaktionen
Die Energieversorgung bleibt ein fragiles Konstrukt. Im Dezember 2025 musste Kazmunaygaz kurzfristig rund 300.000 Tonnen Öl umleiten, nachdem es zu Einschränkungen bei der Pipeline des Kaspischen Pipeline-Konsortiums gekommen war. Solche Störungen verdeutlichen die Verwundbarkeit der Lieferketten und die Notwendigkeit flexibler Anpassungsstrategien.
Interessanterweise sanken die Exporte über die alternative Route Baku-Tiflis-Ceyhan um elf Prozent auf lediglich 1,263 Millionen Tonnen. Diese Pipeline umgeht zwar russisches Territorium, ist jedoch deutlich aufwendiger und teurer zu betreiben. Die wirtschaftliche Realität zwingt Deutschland offenbar dazu, den pragmatischeren – wenn auch politisch heikleren – Weg über Russland zu wählen.
Deutschlands Energiepolitik zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 bemüht sich die Bundesrepublik verstärkt um Alternativen zu russischem Öl. Die Diversifizierung der Energiequellen wurde zum politischen Mantra erhoben. Kasachstan spielt dabei eine zunehmend wichtige Rolle – doch die Abhängigkeit von russischer Infrastruktur bleibt bestehen.
Die neue Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz steht vor der Herausforderung, diese energiepolitische Gratwanderung fortzusetzen. Das angekündigte 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur könnte theoretisch auch in den Ausbau alternativer Transportwege fließen – doch angesichts der bereits jetzt explodierenden Staatsschulden erscheint dies als frommer Wunsch.
Die Steigerung der kasachischen Öllieferungen ist ein zweischneidiges Schwert: Sie reduziert die direkte Abhängigkeit von Russland, perpetuiert aber gleichzeitig die Abhängigkeit von russischer Infrastruktur.
Edelmetalle als Stabilitätsanker in unsicheren Zeiten
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