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Kettner Edelmetalle
19.02.2026
21:11 Uhr

Kampfjet-Streit zwischen Paris und Berlin: Europas teuerstes Rüstungsprojekt vor dem Aus?

Was als Leuchtturmprojekt europäischer Verteidigungskooperation gefeiert wurde, droht nun zum milliardenschweren Rohrkrepierer zu werden. Das Future Combat Air System (FCAS) – jenes ambitionierte Kampfjet-Programm, das Frankreich, Deutschland und Spanien gemeinsam entwickeln wollten – steht vor einer existenziellen Krise. Und diesmal sind es nicht nur die üblichen industriellen Querelen hinter verschlossenen Türen, sondern ein offener Dissens zwischen den Staatschefs selbst.

Macron will Einheitslösung – Merz widerspricht

Am Rande eines Indien-Besuchs machte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron diese Woche unmissverständlich klar, wohin die Reise seiner Meinung nach gehen müsse: Europa brauche ein standardisiertes Kampfflugzeug, ein gemeinsames Modell. Mehrere verschiedene Flugzeuge zu bauen sei keine sinnvolle Verwendung europäischer Gelder, so Macron. Man habe gemeinsame Bedürfnisse identifiziert, und diese würden nicht infrage gestellt.

Bundeskanzler Friedrich Merz sieht das offenkundig völlig anders. Und man muss ihm zugutehalten: Seine Argumentation ist durchaus nachvollziehbar. Die deutsche Luftwaffe habe schlicht nicht dieselben Anforderungen wie die französische, erklärte Merz. Französische Kampfjets müssten Atomwaffen tragen können und auf Flugzeugträgern landen – Fähigkeiten, die für die Bundeswehr schlichtweg irrelevant seien. Warum also sollte Deutschland für Funktionen bezahlen, die es nie benötigen wird?

Belgiens Verteidigungsminister spricht von Todesurteil

Die Tragweite dieser Meinungsverschiedenheit wurde spätestens deutlich, als der belgische Verteidigungsminister die Äußerungen von Merz als Todesurteil für das FCAS-Programm interpretierte. Belgien hat einen Beobachterstatus in dem Projekt und verfolgt die Entwicklung entsprechend aufmerksam. Wenn selbst unbeteiligte Dritte den Grabgesang anstimmen, sollte das zu denken geben.

Das FCAS soll eigentlich bis etwa 2040 sowohl den deutschen Eurofighter als auch die französische Rafale ablösen. Neben dem eigentlichen Kampfflugzeug – dem Herzstück des Streits – umfasst das Programm auch Drohnen und eine sogenannte „Combat Cloud", ein vernetztes Gefechtsführungssystem. Berlin signalisiert nun Bereitschaft, bei Drohnen und Combat Cloud weiterhin zusammenzuarbeiten, aber zwei unterschiedliche Flugzeuge zu entwickeln. Airbus-Chef Guillaume Faury erklärte, sein Unternehmen unterstütze diesen Ansatz.

Frankreich blockt den Kompromiss

Paris hingegen lehnt diese Lösung kategorisch ab. Macron verdoppelte stattdessen seinen Einsatz und beschwor die Notwendigkeit europäischer Zusammenarbeit in der Verteidigung. Die Welt werde immer kompetitiver, Länder wie Indien entwickelten bereits eigene Kampfflugzeuge. Man habe dieses Projekt vor acht Jahren ins Leben gerufen, und seither sei der Bedarf an europäischer Verteidigung keineswegs gesunken, argumentierte der französische Präsident.

Doch hinter der pathetischen Rhetorik verbirgt sich ein handfester industriepolitischer Machtkampf. Seit Jahren blockieren sich Dassault Aviation auf französischer und der von Deutschland unterstützte Airbus-Konzern gegenseitig, wenn es um Führung und Kontrolle des Kampfjet-Projekts geht. Französische und deutsche Beamte räumten hinter vorgehaltener Hand seit Monaten ein, dass das Programm in einer Sackgasse stecke.

Ein Déjà-vu deutsch-französischer Großprojekte

Wer die Geschichte europäischer Rüstungskooperationen kennt, den überrascht dieser Verlauf kaum. Schon der Eurofighter war ein Paradebeispiel dafür, wie nationale Eitelkeiten und industrielle Partikularinteressen ein Projekt aufblähen, verteuern und verzögern können. Dass nun ausgerechnet das Nachfolgeprojekt an denselben Symptomen krankt, ist bezeichnend für den Zustand europäischer Verteidigungspolitik.

Für Deutschland stellt sich dabei eine grundsätzliche Frage: Wie viel Souveränität in der Rüstungsbeschaffung ist man bereit aufzugeben, um ein politisches Symbol europäischer Einigkeit am Leben zu erhalten? Kanzler Merz scheint hier – und das ist durchaus zu begrüßen – eine pragmatischere Linie zu fahren als seine Vorgängerin. Die Bundeswehr braucht Gerät, das ihren tatsächlichen Anforderungen entspricht, keine politischen Kompromissmaschinen, die am Ende niemandem wirklich dienen.

Während Europa streitet, rüsten andere auf. Die USA, China, Russland – sie alle entwickeln ihre nächste Generation von Kampfflugzeugen mit Hochdruck. Jedes weitere Jahr, das im FCAS-Gezänk verstreicht, ist ein verlorenes Jahr für die europäische Verteidigungsfähigkeit. Vielleicht wäre es an der Zeit, ideologische Großvisionen beiseitezulegen und stattdessen das zu tun, was tatsächlich funktioniert – auch wenn das bedeutet, getrennte Wege zu gehen.

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