
Kahlschlag bei DB Cargo: Fast 7.000 Arbeitsplätze auf der Kippe – und die Gewerkschaft bläst zum Angriff

Es ist ein Paukenschlag, der die ohnehin angeschlagene deutsche Bahnlandschaft erschüttert: DB Cargo, die Güterverkehrstochter der Deutschen Bahn, plant den Abbau von nahezu der Hälfte ihrer rund 14.000 Stellen in Deutschland. Der seit Oktober amtierende Konzernchef Bernhard Osburg will damit bis 2030 rund eine Milliarde Euro einsparen. Doch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) macht unmissverständlich klar: Ohne erbitterten Widerstand wird dieser Plan nicht durchgehen.
Ein maroder Konzern am Scheideweg
Dass DB Cargo seit Jahren ein Sanierungsfall ist, dürfte niemanden überraschen, der die deutsche Bahnpolitik auch nur mit einem Auge verfolgt hat. Jahrzehntelange Unterfinanzierung der Infrastruktur, politisches Missmanagement und eine Bürokratie, die jeden Güterzug zum Hindernislauf macht – das Ergebnis ist ein Unternehmen, das chronisch defizitär arbeitet und im europäischen Wettbewerb zunehmend den Anschluss verliert. Nun also der große Befreiungsschlag? Osburgs Strategie sieht vor, den Konzern stärker auf europäische Verkehre auszurichten und den Einzelwagenverkehr an lediglich vier Haupt- und fünf Nebenstandorten zu bündeln. Klingt nach Effizienz. Klingt nach Zukunft. Klingt aber auch nach einem sozialen Kahlschlag, der Tausende Familien in die Unsicherheit stürzen könnte.
Die Gewerkschaft zieht rote Linien
EVG-Vizechefin Cosima Ingenschay findet deutliche Worte. Zwar unterstütze die Gewerkschaft das Sanierungskonzept im Grundsatz – DB Cargo müsse effizienter werden, daran bestehe kein Zweifel. Doch ein derart massiver Stellenabbau sei schlicht nicht hinnehmbar. Mit einer auf 8.000 Mitarbeiter geschrumpften Belegschaft Marktführer im europäischen Schienengüterverkehr bleiben zu wollen, sei schlichtweg unrealistisch, so Ingenschay. Die Betriebsräte würden in den anstehenden Verhandlungen alles daransetzen, den Personalabbau deutlich abzumildern.
„Cargo muss effizienter werden, aber so ein massiver Stellenabbau ist mit uns nicht zu machen."
Ein bemerkenswerter Satz. Denn er offenbart das grundlegende Dilemma: Alle sind sich einig, dass sich etwas ändern muss. Aber niemand will die Rechnung bezahlen.
Symptom einer verfehlten Industriepolitik
Man muss kein Eisenbahnexperte sein, um zu erkennen, dass die Misere bei DB Cargo kein isoliertes Problem ist. Sie ist vielmehr ein Spiegelbild der gesamten deutschen Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre. Während andere europäische Länder ihre Schieneninfrastruktur konsequent ausgebaut und modernisiert haben, wurde in Deutschland lieber über Gendersternchen und Lastenfahrräder debattiert. Die Ampelregierung hat es in ihrer kurzen, chaotischen Amtszeit versäumt, die Weichen für eine wettbewerbsfähige Güterverkehrslogistik zu stellen. Und auch die neue Große Koalition unter Friedrich Merz scheint andere Prioritäten zu setzen – etwa das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das zwar Infrastruktur verspricht, aber vor allem künftigen Generationen eine erdrückende Schuldenlast aufbürdet.
Der Einzelwagenverkehr als Lebensader der Industrie
Immerhin: Am defizitären Einzelwagenverkehr will Osburg festhalten. Bei diesem Verfahren werden einzelne Waggons direkt bei Industriekunden abgeholt, an Rangierbahnhöfen zu langen Zügen zusammengestellt und am Zielort wieder aufgeteilt. Für eine Industrienation wie Deutschland ist dieses System unverzichtbar – nicht zuletzt mit Blick auf die viel beschworenen Klimaziele. Dass ausgerechnet dieser Bereich chronisch Verluste einfährt, zeigt einmal mehr, wie weit Anspruch und Wirklichkeit in der deutschen Verkehrspolitik auseinanderklaffen.
Die kommenden Verhandlungen zwischen Vorstand und Gewerkschaft dürften hart werden. Sehr hart sogar. Denn es geht um mehr als nur Zahlen auf einem Sanierungsplan. Es geht um die Frage, ob Deutschland seinen Güterverkehr auf der Schiene noch ernst nimmt – oder ob man ihn endgültig dem Verfall preisgibt, während man gleichzeitig vollmundig die Verkehrswende predigt. Die Antwort auf diese Frage wird zeigen, was dieses Land seinen arbeitenden Menschen noch wert ist.
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