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Jobwunder in den USA: Warum der Goldpreis jetzt unter Druck gerät

Der US-Arbeitsmarkt zeigt sich robuster als erwartet – und ausgerechnet das bremst die Erholung des Goldpreises. Laut der aktuellen JOLTS-Erhebung des US-Arbeitsministeriums ist die Zahl der offenen Stellen im September auf 7,52 Millionen geklettert. Das gelbe Metall hält sich zwar über der Marke von 3.900 US-Dollar je Unze, die Verkäufer sind aber zurück.

Volltreffer gegen die Prognosen

Die Ökonomen lagen deutlich daneben. Sie hatten einen Rückgang auf 7,15 Millionen offene Stellen erwartet. Gekommen ist ein kräftiges Plus gegenüber August, dessen Wert nachträglich auf 7,19 Millionen nach oben korrigiert wurde. Rund 330.000 zusätzliche Stellenangebote in nur einem Monat sind kein Zufall mehr, sondern ein Signal.

Auch die Details zeigen einen stabilen Arbeitsmarkt:

  • Neueinstellungen: 5,4 Millionen (August: 5,3 Millionen), die Einstellungsquote stieg von 3,3 auf 3,4 Prozent.
  • Freiwillige Kündigungen: 3,4 Millionen (August: 3,1 Millionen).
  • Entlassungen: 1,6 Millionen, nahezu unverändert.

Vor allem die gestiegenen Kündigungen haben es in sich. Wer freiwillig seinen Job hinschmeißt, rechnet meist fest damit, schnell etwas Besseres zu finden. Das klingt nach Zuversicht und nicht nach Krise.

Gute Nachricht für Arbeitnehmer, schlechte für Gold?

Das wirkt paradox, folgt aber einer klaren Logik. Ein heißer Arbeitsmarkt gibt der US-Notenbank Federal Reserve Spielraum, die Zinsen weiter anzuheben, um die hartnäckige Inflation einzudämmen. Die Fed selbst hat erklärt, die Teuerung bereite ihr mehr Sorgen als der Arbeitsmarkt. Steigende Zinsen sind für Gold traditionell Gegenwind, denn das Edelmetall wirft keine Zinsen ab. Zinstragende Anlagen werden dadurch auf dem Papier attraktiver.

Spot-Gold notierte zuletzt bei 3.938,10 US-Dollar je Unze und lag damit 0,20 Prozent im Minus. Wie aus Medienberichten hervorgeht, hatte sich Fed-Vertreterin Lorie Logan kurz zuvor für mindestens zwei weitere Zinserhöhungen um jeweils einen Viertelprozentpunkt ausgesprochen.

Ein Oktober zum Vergessen

Die Daten treffen einen Markt, der ohnehin angeschlagen ist. Berichten zufolge erlebten Gold und Silber den schwächsten Oktober seit 2008. Am 30. Oktober rutschte Gold auf ein Jahrestief unter 3.900 Dollar. Auslöser war ein Ausverkauf bei Technologiewerten, angefacht von Sorgen über ausufernde KI-Investitionen. Marktbeobachter verweisen auf Margin Calls, also Nachschussforderungen bei Kreditkäufen, die Spekulanten zum Notverkauf ihrer liquidesten Positionen gezwungen hätten.

Zu Wochenbeginn folgte eine Gegenbewegung. Diplomatische Signale im Iran-Konflikt drückten den Ölpreis, Schnäppchenjäger griffen zu. Medienberichten zufolge liegt Gold aber noch immer rund 30 Prozent unter seinem Rekordhoch vom Januar.

Warum Panik der falsche Ratgeber ist

Wer jetzt nervös wird, sollte einen Blick in die Geschichte werfen. Auch im Krisenherbst 2008 brach der Goldpreis zunächst ein, weil Investoren verzweifelt nach Liquidität suchten. In den folgenden Jahren kletterte er dann auf neue Rekorde. Zwangsverkäufe sagen wenig über den langfristigen Wert eines Vermögensguts aus, sie zeigen nur, wer zu hoch gepokert hat.

An den grundlegenden Problemen hat sich nichts geändert: Die Staatsschulden steigen weltweit weiter, auch in Deutschland mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen der Bundesregierung. Hinzu kommen geopolitische Spannungen und eine Inflation, die selbst die Fed nicht in den Griff bekommt. Spannend bleibt diese Woche ohnehin: Die US-Midterms und der monatliche Arbeitsmarktbericht am Freitag könnten den Kurs neu bestimmen.

Für langfristig denkende Sparer kann die Schwächephase deshalb eine Gelegenheit sein. Physisches Gold und Silber eignen sich als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio, als Versicherung gegen Geldentwertung und Schuldenpolitik, unabhängig von kurzfristigen Zinsfantasien.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Edelmetallen dar. Jeder Anleger sollte eigene Recherchen anstellen und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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