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26.05.2026
14:49 Uhr

Iran-Krieg treibt Inflation: EZB vor erneuter Zinswende – Bürger zahlen die Zeche

Iran-Krieg treibt Inflation: EZB vor erneuter Zinswende – Bürger zahlen die Zeche

Die geopolitischen Verwerfungen am Persischen Golf schlagen mit voller Wucht auf die europäische Geldpolitik durch. Was sich seit Wochen am Ölmarkt abzeichnet, scheint nun die Europäische Zentralbank zum Handeln zu zwingen: Die Frankfurter Währungshüter bereiten offenbar eine neuerliche Anhebung des Leitzinses vor. Bezahlen müssen die Rechnung – wie immer – Sparer, Häuslebauer und der ohnehin gebeutelte Mittelstand.

Lane räumt ein: Inflationsprognose muss nach oben

EZB-Chefvolkswirt Philip Lane hat in einem Interview mit der japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei" Klartext gesprochen. Im Juni werde man die Inflationsprognose voraussichtlich erneut anheben müssen, ließ er verlauten. Die Ölpreise dürften nach seiner Einschätzung länger auf erhöhtem Niveau verharren, als die Notenbank im März noch angenommen habe. Im Klartext: Die schönen Prognosen waren – wieder einmal – das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt wurden.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Im März hatte die EZB für das laufende Jahr noch eine Teuerungsrate von 2,6 Prozent in Aussicht gestellt. Doch die Realität hat diese Annahme längst eingeholt: Im April kletterte die Inflation im Euroraum bereits auf 3,0 Prozent. Die nächste offizielle Prognose wird im Rahmen der Zinsentscheidung am 11. Juni erwartet – und kaum jemand glaubt noch an eine Überraschung nach unten.

Zinsschritt von 0,25 Prozentpunkten gilt als sicher

An den Finanzmärkten gilt eine Anhebung des Einlagensatzes von 2,0 auf 2,25 Prozent inzwischen als ausgemachte Sache. Mehrere EZB-Vertreter haben in den vergangenen Wochen den Boden für diesen Schritt bereitet. Zuletzt äußerte sich auch EZB-Direktorin Isabel Schnabel gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: Aus heutiger Sicht halte sie eine Zinserhöhung im Juni für notwendig. Gleichzeitig betonte sie, dass sich die Notenbank niemals im Voraus festlege – ein rituelles Mantra, das angesichts der unverhohlenen Vorab-Kommunikation der Notenbanker fast schon zur Realsatire gerinnt.

Der Schock arbeite sich durch die Wirtschaft und treibe die Inflation über einen beträchtlichen Zeitraum vom Zielwert der Notenbank von zwei Prozent weg, so Schnabel weiter. Anders formuliert: Die Preisstabilität, jenes oberste Mandat der EZB, ist auf absehbare Zeit Geschichte.

Iran-Krieg als Brandbeschleuniger

Auslöser der Misere ist der seit Ende Februar tobende Nahost-Konflikt. Israels Großangriffe auf iranische Atomanlagen und die Vergeltungsschläge Teherans haben die Energiemärkte in einen Ausnahmezustand versetzt. Die Ölpreise sind seither deutlich gestiegen, die Energiekosten im Euroraum klettern unaufhörlich. Lane räumt zwar ein, dass höhere US-Erdgaslieferungen die Folgen abfedern könnten, doch unter dem Strich bleibe der Aufwärtsdruck auf die Inflation bestehen.

Bemerkenswert ist dabei die Hilflosigkeit, mit der die europäische Politik dem Geschehen zusieht. Während die USA durch eigene Energieproduktion einen Puffer besitzen, hat sich Europa – nicht zuletzt durch die ideologisch getriebene Energiepolitik der vergangenen Jahre – in eine fatale Abhängigkeit manövriert. Der überstürzte Ausstieg aus zuverlässigen Energieträgern rächt sich nun bitter. Jede geopolitische Erschütterung trifft Deutschland und seine Nachbarn ins Mark.

Sparer im Kreuzfeuer: Was bleibt vom Vermögen?

Für den deutschen Sparer ist die Lage paradox: Steigende Leitzinsen klingen zunächst nach besseren Renditen auf Tagesgeld und Festgeld. Doch was nützt ein nominaler Zins von zwei Prozent, wenn die Teuerung bei drei Prozent oder darüber liegt? Real bleibt unter dem Strich ein Minus. Die schleichende Enteignung geht weiter, nur in neuem Gewand. Auch Immobilienkäufer trifft die Entwicklung hart: Höhere Bauzinsen verteuern Kredite, der Traum vom Eigenheim rückt für viele Familien in weite Ferne.

Hinzu kommt die hausgemachte Schuldenpolitik der Großen Koalition unter Friedrich Merz. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur und die im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität bis 2045 werden die Inflation auf Jahre hinaus zusätzlich befeuern. Der einstige Versprecher, keine neuen Schulden zu machen, ist längst Makulatur. Generationen werden für diese Politik mit Steuern und Abgaben geradestehen müssen.

Physische Edelmetalle als Anker in stürmischen Zeiten

In einem Umfeld geopolitischer Krisen, steigender Energiepreise und einer Notenbank, die ihrer eigenen Prognose ständig hinterherläuft, gewinnt die Frage nach dem realen Werterhalt an Dringlichkeit. Wer sein Vermögen krisenfest aufstellen möchte, kommt um eine Beimischung physischer Edelmetalle wie Gold und Silber kaum herum. Sie sind keiner Bilanz unterworfen, lassen sich nicht beliebig vermehren und haben über Jahrtausende ihre Funktion als Wertspeicher bewiesen – gerade dann, wenn Papierwährungen unter Druck geraten.

Haftungsausschluss

Die in diesem Artikel dargestellten Informationen und Einschätzungen stellen keine Anlageberatung dar. Sie geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jede Anlageentscheidung erfordert eine eigenständige, sorgfältige Recherche und liegt in der alleinigen Verantwortung des Lesers. Wir empfehlen, vor finanziellen Entscheidungen einen unabhängigen Finanzberater zu konsultieren. Für Vermögensschäden, die aus Handlungen auf Basis dieses Beitrags resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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