
Iran-Krieg torpediert Ukraine-Friedensgespräche: Selenskyj wartet auf Signale aus Washington
Der Krieg in der Ukraine, der vergangenen Monat bereits in sein fünftes Jahr eingetreten ist, gerät zunehmend in den Schatten eines neuen Großkonflikts. Die von Präsident Trump angeordnete Operation Epic Fury gegen den Iran hat die geopolitischen Prioritäten Washingtons dramatisch verschoben – und die trilateralen Friedensverhandlungen zwischen Kiew, Moskau und den Vereinigten Staaten liegen nun auf Eis.
Selenskyj: „Die notwendigen Signale sind noch nicht gekommen"
In seiner nächtlichen Ansprache erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass sein Land zwar in täglichem Kontakt mit Washington stehe, der diplomatische Prozess jedoch pausiere. Die Situation im Iran habe dazu geführt, dass die erforderlichen Signale für ein trilaterales Treffen bislang ausgeblieben seien. Man könnte fast meinen, die Ukraine sei auf der Prioritätenliste des Weißen Hauses ein paar Plätze nach unten gerutscht – was angesichts eines brennenden Nahen Ostens kaum verwundern dürfte.
Dabei waren die Vorbereitungen für eine vierte Verhandlungsrunde bereits weit fortgeschritten. Hochrangige ukrainische Beamte hatten sich am 26. Februar in Genf mit Gesandten des Trump-Weißen Hauses getroffen, um eben jene nächste Runde vorzubereiten. Doch nur zwei Tage später starteten die USA und Israel ihre Angriffe auf den Iran – und Washingtons Aufmerksamkeit wanderte schlagartig in den Nahen Osten.
Geplanter Verhandlungsort Abu Dhabi unter Beschuss
Besonders pikant: Das nächste Treffen war ausgerechnet in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten geplant. Doch die Golfstaaten befinden sich derzeit selbst unter iranischem Beschuss – ballistische Raketen und Drohnenangriffe treffen die Region, da diese Staaten als US-Verbündete gelten und amerikanische Militärbasen beherbergen. Ein Verhandlungsort, der selbst zum Kriegsschauplatz wird – absurder könnte die Lage kaum sein. Der Tagungsort wird folglich wohl geändert werden müssen.
Selenskyj lehnt Gebietsabtretungen weiterhin kategorisch ab
Während die Friedensgespräche ruhen, bleibt Selenskyj in seiner Haltung unnachgiebig. Er wies die Vorstellung zurück, dass ein ukrainischer Rückzug aus dem Donbass den Krieg beenden würde. Manche Menschen in der Welt hätten begonnen, Putins Worte für bare Münze zu nehmen, so der ukrainische Präsident. Trotz aller bisherigen Zusicherungen Russlands habe sich die Aggression nur verstärkt. Man könne der russischen Seite schlicht nicht vertrauen.
Selenskyj betonte, dass Verhandlungen nur mit starken Vermittlern und unter Bedingungen möglich seien, die nicht allein auf Russlands Wort basierten. Ein Rückzug aus dem Donbass würde keineswegs garantieren, dass Putin den Krieg nicht fortsetze – im Gegenteil sei er sogar sicher, dass Russland weitermachen werde. Die einzige Frage sei, ob dies sofort geschehe.
Gefangenenaustausch als einziger Lichtblick
Der einzige Bereich, in dem zwischen Moskau und Kiew noch Fortschritte erzielt werden, betrifft den Gefangenenaustausch. Diese finden seit über einem Jahr periodisch statt, und Selenskyj äußerte die Hoffnung, dass bald weitere abgeschlossen werden könnten. Ein Gefangenenaustausch sei immer ein wichtiger Moment und ein positives Ergebnis für die betroffenen Familien, sagte er.
Unterdessen setzt Russland seinen militärischen Vormarsch im Osten der Ukraine fort. Der immense Druck auf dem Schlachtfeld bleibt bestehen – doch der Druck aus Washington, Kompromisse einzugehen, hat durch den Iran-Konflikt merklich nachgelassen. Für Selenskyj dürfte dies eine ambivalente Atempause sein: Einerseits weniger diplomatischer Zwang aus den USA, andererseits die bittere Erkenntnis, dass sein Land in der globalen Aufmerksamkeitsökonomie gerade an Relevanz verliert.
Europas strategische Ohnmacht wird einmal mehr offenbar
Was diese Entwicklung für Europa bedeutet, sollte jedem klar denkenden Bürger Sorgen bereiten. Die Abhängigkeit von amerikanischer Vermittlung rächt sich nun bitter. Während Washington seine Kräfte im Nahen Osten bündelt, steht Europa ohne eigene diplomatische Schlagkraft da. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz, die mit ihrem 500-Milliarden-Sondervermögen ohnehin schon die Schuldenlast künftiger Generationen in schwindelerregende Höhen treibt, wird sich fragen lassen müssen, ob Deutschland und Europa überhaupt noch in der Lage sind, eigenständig sicherheitspolitische Akzente zu setzen – oder ob man weiterhin nur als Zuschauer am Spielfeldrand steht, während andere die Regeln diktieren.
In Zeiten derart massiver geopolitischer Unsicherheit – vom Ukraine-Krieg über die Iran-Eskalation bis hin zu den wirtschaftlichen Verwerfungen durch Trumps Zollpolitik – zeigt sich einmal mehr, wie fragil das internationale Gefüge geworden ist. Für Anleger, die ihr Vermögen in solch turbulenten Zeiten schützen wollen, dürften physische Edelmetalle wie Gold und Silber als bewährte Krisenwährung einmal mehr an Attraktivität gewinnen. Wenn Verhandlungstische verwaisen und Raketen fliegen, hat sich das gelbe Metall seit Jahrtausenden als verlässlicher Wertspeicher bewährt.

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