
Intel vor entscheidenden Quartalszahlen: Kann der Chip-Riese sein Comeback vollenden?

Die Spannung an der Wall Street ist greifbar. Nach Jahren des Niedergangs und einer regelrechten Talfahrt im Jahr 2024 blicken Anleger mit ungewohntem Optimismus auf die bevorstehenden Quartalsergebnisse von Intel. Der einstige Halbleiter-Gigant, der einst die gesamte Branche dominierte, steht vor einem möglichen Wendepunkt – oder vor dem nächsten Kapitel einer schmerzhaften Abstiegsgeschichte.
Milliarden-Investitionen wecken neue Hoffnung
Was hat sich geändert? Die Antwort liegt in einer bemerkenswerten Kapitalspritze, die selbst hartgesottene Skeptiker aufhorchen ließ. Nvidia, ausgerechnet der Erzrivale im KI-Chip-Geschäft, pumpte fünf Milliarden Dollar in das angeschlagene Unternehmen. Der japanische Tech-Investor SoftBank legte weitere zwei Milliarden obendrauf. Hinzu kommt eine Beteiligung der US-Regierung – ein deutliches Signal, dass Washington den heimischen Chip-Champion nicht fallen lassen will.
Diese Finanzspritzen haben dem neuen CEO Lip-Bu Tan den nötigen Spielraum verschafft, um das Unternehmen grundlegend umzukrempeln. Der erfahrene Manager, der bereits bei Cadence Design Systems bewiesen hat, dass er Turnarounds beherrscht, hat keine Zeit verloren. Er entrümpelte die aufgeblähte Managementstruktur und richtete die Fertigungsstrategie neu aus.
Die Börse honoriert den Kurswechsel
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Intels Aktie legte 2025 um satte 84 Prozent zu und ließ damit den Halbleiter-Index, der immerhin 42 Prozent gewann, weit hinter sich. Mindestens zehn Analysehäuser haben in den vergangenen zwei Monaten ihre Kursziele oder Bewertungen nach oben korrigiert.
„Es ist der größte Optimismus, den die Leute seit langer Zeit für das Unternehmen empfinden", konstatiert Ryuta Makino, Analyst beim Intel-Investor Gabelli Funds. Er prognostiziert sogar zweistellige Preiserhöhungen bei Server-Prozessoren für 2026.
Rechenzentren als Wachstumstreiber
Der eigentliche Hoffnungsträger ist das Rechenzentrumsgeschäft. Die Analysten erwarten für das vierte Quartal einen Umsatzsprung von über 30 Prozent auf 4,43 Milliarden Dollar. Der Grund: Die großen Tech-Konzerne bauen ihre KI-Rechenzentren in atemberaubendem Tempo aus – und benötigen dafür neben den gehypten Grafikprozessoren von Nvidia auch Intels traditionelle Server-Chips.
Die Schattenseiten bleiben bestehen
Doch wer glaubt, Intel sei über den Berg, der irrt gewaltig. Im PC-Markt verliert das Unternehmen kontinuierlich Marktanteile an AMD und den Chip-Designer Arm. Die UBS-Analysten warnen zudem vor einer Abschwächung der PC-Nachfrage, da steigende Speicherchip-Preise Laptops verteuern. Statt des ursprünglich prognostizierten Wachstums von drei Prozent rechnet die Bank nun mit einem Rückgang der weltweiten PC-Auslieferungen um vier Prozent im Jahr 2026.
Besonders kritisch: Die Fertigungsausbeute bei Intels neuer 18A-Technologie bleibt problematisch. Nur ein kleiner Prozentsatz der produzierten Chips erfüllt die Qualitätsanforderungen. Die bereinigte Bruttomarge dürfte im Dezemberquartal um etwa sechs Prozentpunkte auf 36,5 Prozent gefallen sein – ein Wert, der die strukturellen Probleme schonungslos offenlegt.
Politische Rückendeckung als Trumpfkarte
Was Intel jedoch von anderen strauchelnden Unternehmen unterscheidet, ist die politische Unterstützung. Präsident Trump, Handelsminister Lutnick und selbst die CEOs von Nvidia und AMD sehen in Lip-Bu Tan einen verlässlichen Partner. In Zeiten geopolitischer Spannungen und dem Ringen um technologische Souveränität ist ein starker amerikanischer Chip-Hersteller von strategischer Bedeutung.
Die kommenden Quartalszahlen werden zeigen, ob Intels Comeback mehr ist als nur ein Strohfeuer. Für Anleger, die auf der Suche nach Stabilität sind, bleibt jedoch eine zeitlose Weisheit gültig: In turbulenten Zeiten haben sich physische Edelmetalle als verlässlicher Wertspeicher bewährt – unabhängig davon, welche Chip-Aktie gerade die Schlagzeilen beherrscht.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Aktien und andere Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Jeder Anleger ist für seine eigenen Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen sowie eigene Recherchen durchführen.
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