
Inszenierte Opferrolle? Ermittlungen gegen Schiedsrichter wegen vorgetäuschter homophober Angriffe
Es war eine Geschichte, die das ganze Land bewegen sollte – und sie tat es auch. Ein junger Schiedsrichter, der vor 50.000 Zuschauern im Kölner Rhein-Energie-Stadion seinem Partner einen Heiratsantrag macht, anschließend Opfer homophober Gewalt wird und den Deutschen Fußball-Bund öffentlich der Heuchelei bezichtigt. Die Medien überschlugen sich, Solidaritätsbekundungen prasselten herein, der 1. FC Köln sprach von „blankem Hass". Doch nun bröckelt die Fassade dieser vermeintlichen Opfergeschichte – und zwar gewaltig.
Hausdurchsuchung und beschlagnahmte Datenträger
Die Staatsanwaltschaft Köln hat Ende vergangener Woche die Wohnung des 27-jährigen Amateur-Schiedsrichters Pascal Kaiser durchsuchen lassen. Dabei seien Datenträger und Mobiltelefone sichergestellt worden. Der Grund: IT-Forensiker hätten offenbar Hinweise darauf gefunden, dass die angeblichen Droh-Mails, die Kaiser nach seinem öffentlichkeitswirksamen Heiratsantrag erhalten haben will, möglicherweise fingiert gewesen sein könnten. Der Verdacht wiegt schwer – die Nachrichten könnten von Kaiser selbst oder seinem Partner verfasst worden sein.
Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer bestätigte Ermittlungen wegen „des Anfangsverdachts des Vortäuschens von Straftaten". Namen nannte die Behörde unter Verweis auf Persönlichkeitsrechte nicht. Doch die Umstände sprechen eine deutliche Sprache.
Waren die Verletzungen selbst zugefügt?
Besonders brisant: Beide Männer wurden rechtsmedizinisch untersucht. Ein Gutachten soll nun klären, ob die Verletzungen, die Kaiser medienwirksam auf Fotos präsentiert hatte, tatsächlich von Angreifern stammen – oder ob sie selbst beigebracht wurden. Man stelle sich das einmal vor: Ein Mann inszeniert sich als Opfer homophober Gewalt, die gesamte Republik springt auf den Zug der Empörung auf, und am Ende könnte sich herausstellen, dass alles nur ein perfides Schauspiel war.
Kaisers Anwalt Ramon Thal erklärte, man werde „keine Details zum Sachverhalt" kommentieren. Schweigen dürfe nicht als Eingeständnis gewertet werden. Während Kaisers Partner bereits eine Aussage gemacht habe, schweige Kaiser selbst bislang. Es gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.
Die Opferinszenierung als gesellschaftliches Geschäftsmodell
Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wäre dieser Fall ein weiteres erschreckendes Beispiel für ein Phänomen, das in unserer Gesellschaft zunehmend um sich greift: die professionelle Opferinszenierung. In einer Zeit, in der Opferstatus gesellschaftliches Kapital bedeutet, in der Betroffenheit Türen öffnet und mediale Aufmerksamkeit garantiert, scheint die Versuchung für manche offenbar unwiderstehlich groß, sich diese Währung durch Täuschung zu erschleichen.
Man erinnere sich an ähnliche Fälle in den vergangenen Jahren – etwa den des US-Schauspielers Jussie Smollett, der 2019 einen rassistischen und homophoben Angriff auf sich selbst inszeniert hatte und dafür verurteilt wurde. Das Muster ist stets dasselbe: maximale öffentliche Empörung, gefolgt von Solidaritätswellen, und am Ende die ernüchternde Erkenntnis, dass die ganze Geschichte erfunden war.
Auch die Vorwürfe gegen den DFB wackeln
Kaiser hatte in zahlreichen Interviews den DFB scharf attackiert und ihm „Pinkwashing" vorgeworfen. Er habe trotz guter Leistungen bei Beförderungen keine Chance bekommen, sei systematisch benachteiligt worden. „Ich kriege Spiele in der Regionalliga, die mir zugesagt werden, doch nicht – obwohl ich ein sehr guter Schiedsrichter bin", so seine Behauptung. Doch auch diese Darstellung wird mittlerweile in Frage gestellt. Aus dem Schiedsrichterwesen werde bestritten, dass Kaiser benachteiligt worden sei. Vielmehr habe er an verpflichtenden Fortbildungen nicht teilgenommen – ein Umstand, der seine mangelnde Beförderung deutlich profaner erklären würde als vermeintliche Diskriminierung.
Der Fall offenbart ein tieferliegendes Problem unserer Gesellschaft. Die Opferkultur, die von bestimmten politischen Kreisen seit Jahren kultiviert und instrumentalisiert wird, hat ein Klima geschaffen, in dem sich Betrug lohnen kann. Wer sich als Opfer von Diskriminierung präsentiert, genießt zunächst einmal bedingungslosen Schutz. Kritische Nachfragen gelten als unsensibel, Zweifel an der Darstellung als Täter-Opfer-Umkehr. Ein Mechanismus, der es Betrügern erschreckend leicht macht.
Der Schaden für tatsächliche Opfer
Am meisten schadet ein solcher Fall – sollte sich der Verdacht erhärten – denjenigen, die tatsächlich Opfer von Gewalt und Diskriminierung werden. Jede vorgetäuschte Straftat untergräbt die Glaubwürdigkeit echter Betroffener und nährt das Misstrauen in der Bevölkerung. Es ist eine zynische Ironie: Wer Opferstatus vortäuscht, schadet ausgerechnet jenen am meisten, deren Leid er zu instrumentalisieren versucht.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln stehen noch am Anfang. Es bleibt abzuwarten, welche Ergebnisse die Auswertung der beschlagnahmten Datenträger und das rechtsmedizinische Gutachten erbringen werden. Eines aber steht schon jetzt fest: Der Fall Pascal Kaiser ist ein Lehrstück darüber, wie schnell in unserer hypermoralisierten Gesellschaft Empörungswellen losgetreten werden können – und wie selten jemand innehält, um erst einmal die Fakten zu prüfen, bevor das große Moraltheater beginnt.
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