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Kettner Edelmetalle
18.06.2026
05:59 Uhr

Industriepark am Kraftwerk – aber der Strom kommt frühestens in den 2030ern: Die Energiewende-Realsatire von Rommerskirchen

Industriepark am Kraftwerk – aber der Strom kommt frühestens in den 2030ern: Die Energiewende-Realsatire von Rommerskirchen

Man könnte fast lachen, wäre es nicht so bitter. In Rommerskirchen, mitten im Rheinischen Revier, soll ab 2026 ein nagelneuer Industriepark entstehen. Rechenzentren, KI-Firmen, moderne Fertigung – alles, was die deutsche Wirtschaft angeblich so dringend braucht. Es gibt nur ein klitzekleines Problem: Den Strom dafür gibt es nicht. Jedenfalls nicht in absehbarer Zeit. Willkommen in der energiepolitischen Geisterbahn der deutschen Standortpolitik.

Baurecht ja, Stromanschluss nein – die Reihenfolge der Verzweiflung

Der Gemeinderat hat für die erste Fläche von rund 28 bis 30 Hektar bereits Baurecht geschaffen. Sie ist Teil eines etwa 180 Hektar großen Areals direkt am Braunkohlekraftwerk Neurath. Bis zu 2.000 Arbeitsplätze versprechen die Planer, dazu üppige Investitionen. Klingt nach einem Befreiungsschlag für eine Region, die der Berliner Klimapolitik geopfert wird. Doch wer genauer hinschaut, erkennt das ganze Dilemma.

Denn die entscheidende Infrastruktur fehlt. Straßen, Grundstücke, Baurecht – all das lässt sich verwalten. Doch ein moderner Industriestandort lebt vom Strom, und zwar von verbindlich zugesicherten Kapazitäten. Genau diese Zusage liegt offenbar nicht vor. Man baut also die Garage, bevor man weiß, ob es jemals ein Auto geben wird. Eine sachlich kaum nachvollziehbare Reihenfolge, wie es selbst in den nüchternen Berichten heißt.

Das Kraftwerk nebenan – eine optische Täuschung

Die besondere Ironie liegt in der Lage. Direkt nebenan produziert Neurath gigantische Strommengen. Doch der Industriepark kann diesen Strom nicht einfach abzapfen. Das Kraftwerk speist auf einer ganz anderen Netzebene ein. Neue Verbraucher bräuchten eigene Leitungen, Schaltanlagen und Umspannwerke. Das regionale 110-Kilovolt-Netz besitzt für die hohen Anschlussleistungen jedoch kaum freie Kapazitäten.

Die Nähe zum Kraftwerk gaukelt Versorgungssicherheit vor, die technisch schlicht nicht existiert.

Mit anderen Worten: Man sitzt buchstäblich neben dem Stromberg und verhungert trotzdem energetisch. Wer braucht da noch Satire, wenn die deutsche Energiewende sie selbst liefert?

Stromhungrige Branchen und ein Netz am Limit

Besonders pikant: Ausgerechnet die stromintensivsten Branchen sollen sich ansiedeln. Rechenzentren saugen rund um die Uhr enorme Leistungen. Robotik, Medizintechnik, moderne Fertigung – sie alle verlangen eine stabile, planbare Versorgung. Ein unverbindlicher Ausbauplan reicht für solche Milliardeninvestitionen nicht aus. Unternehmen planen ihre Werke über Jahre und brauchen belastbare Termine, keine politischen Hoffnungswerte.

Die nüchterne Folge: Investoren wandern ab. Andere Standorte mit gesicherter Energieversorgung werden bevorzugt. Was bleibt, sind erschlossene Flächen ohne die angekündigte industrielle Nutzung – teure Mahnmale einer Politik, die das Pferd konsequent von hinten aufzäumt.

Ein Schlaglicht auf das ganze Land

Doch Rommerskirchen ist kein Einzelfall, sondern das Brennglas eines deutschlandweiten Versagens. Einer AFRY-Studie zufolge warten hierzulande rund 40.000 Energie- und Speicherprojekte auf einen Netzanschluss. Dahinter sollen Investitionen von mindestens 45 Milliarden Euro stehen – und Industrieansiedlungen seien darin noch nicht einmal vollständig erfasst. Während die Bundesregierung die Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz verankert und 500 Milliarden Euro Sondervermögen verspricht, scheitert es am Banalsten: an der Leitung, die den Strom dorthin bringt, wo er gebraucht wird.

Es ist das altbekannte Muster. Man redet von Strukturwandel, von Aufbruch, von Zukunftstechnologien – und vergisst dabei das Fundament. Wer einer ganzen Region die Braunkohle nimmt und ihr im Gegenzug Industrieparks ohne Stromanschluss hinstellt, der treibt nicht den Fortschritt voran, sondern die Deindustrialisierung. Ein Großteil der Bürger durchschaut dieses Spiel längst und sehnt sich nach einer Politik, die wieder für den Standort Deutschland arbeitet statt gegen ihn.

Was bleibt dem Anleger?

Wenn selbst die elementarste Infrastruktur eines hochentwickelten Industrielandes ins Wanken gerät, stellt sich die Frage nach echter Werterhaltung umso dringlicher. Während politische Versprechen flüchtig sind und Investitionspläne im Genehmigungsdickicht versanden, behalten physische Edelmetalle wie Gold und Silber ihre über Jahrtausende erprobte Funktion als wertstabiler Anker. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen bieten sie das, was der Politik dieser Tage so schmerzlich fehlt: Verlässlichkeit.

Haftungsausschluss: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich zu treffen. Für individuelle Fragen wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Berater.

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