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19.06.2026
05:39 Uhr

Industrielles Sterben im Musterländle: Wie das Autoland Baden-Württemberg zum nächsten Ruhrgebiet wird

Industrielles Sterben im Musterländle: Wie das Autoland Baden-Württemberg zum nächsten Ruhrgebiet wird

Es war einmal ein Land, in dem das Automobil erfunden wurde. Ein Land, dessen Name weltweit für Ingenieurskunst, Präzision und Wohlstand stand. Heute zeichnet ausgerechnet jene Landesregierung, die seit anderthalb Jahrzehnten in grüner Hand liegt, ein Bild, das einem die Sprache verschlägt. Bis 2040 droht jeder dritte Arbeitsplatz in der baden-württembergischen Automobilindustrie zu verschwinden. Die nüchternen Zahlen stammen nicht etwa von kritischen Beobachtern, sondern aus der eigenen Feder der Landesregierung – als Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Stuttgarter Landtag.

Der Aderlass hat längst begonnen

Wer glaubt, es handle sich hier um ferne Zukunftsmusik, der irrt gewaltig. Der Niedergang läuft bereits auf Hochtouren. Allein im sogenannten Clusterkern sank die Beschäftigtenzahl von 219.687 im Jahr 2023 auf 201.200 im Februar 2026. Macht unter dem Strich rund 18.000 vernichtete Arbeitsplätze in gerade einmal drei Jahren. Und das ist erst der Anfang.

Die Namen der betroffenen Konzerne lesen sich wie das Who's who der deutschen Industriegeschichte: Bosch, Mercedes-Benz, ZF, Porsche – sie alle haben Stellenabbauprogramme gestartet oder angekündigt. Insolvenzen wie bei Allgaier und Manz, Werksschließungen wie bei Mahle in Gaildorf. Die Zahl der größeren Betriebe ab 50 Beschäftigten schrumpfte zwischen Ende 2022 und Ende 2025 von 202 auf 192. Wer hier noch von einem vorübergehenden Konjunkturtief spricht, der hat den Knall nicht gehört.

Die Studie, die selbst den Optimisten erschreckt

Eine von der Landesregierung herangezogene Untersuchung prognostiziert für den gesamten Automobilcluster einen Rückgang von rund 480.100 Beschäftigten im Jahr 2022 auf nur noch 325.600 im Jahr 2040. Das ist nahezu jeder dritte Job, der in Rauch aufgeht. Und das Beunruhigendste daran: Die Landesregierung räumt selbst ein, dass die tatsächliche Entwicklung schneller voranschreitet als in den Modellen angenommen.

„Die seit Veröffentlichung der Studie eingetretene Entwicklung legt nahe, dass die tatsächlichen Beschäftigungsrückgänge schneller eintreten als 2022/23 modelliert.“

Mit anderen Worten: Selbst die düstersten Prognosen könnten sich noch als zu rosig erweisen. Wer mag, darf das ein Eingeständnis nennen. Wer ehrlich ist, nennt es ein Armutszeugnis sondergleichen.

Die Flucht ins Ausland – und niemand hält sie auf

Während die Politik in Stuttgart von Transformation faselt, stimmen die Unternehmen längst mit den Füßen ab. Eine Branchenumfrage zeigt, dass 28 Prozent der Zulieferer Investitionen ins Ausland verlagern wollen. Die Reiseziele? Ungarn, Polen, die Slowakei. Dort, wo Energie bezahlbar bleibt, wo die Bürokratie nicht jeden unternehmerischen Atemzug erstickt und wo man Industrie noch als das begreift, was sie ist: das Rückgrat des Wohlstands.

Die industrielle Produktion im Fahrzeugbereich liegt inzwischen rund acht Prozent unter dem Niveau von 2021. Und damit nicht genug: Die Landesregierung selbst rechnet mit einem Rückgang der Steuereinnahmen – sowohl beim Land als auch bei den Kommunen. Vor allem die Gewerbesteuer dürfte einbrechen. Ganze Regionen drohen finanziell auszubluten.

Wenn der Staat sich selbst freispricht

Doch die eigentliche Pointe dieser traurigen Geschichte folgt erst jetzt. Wer trägt die Verantwortung für diesen schleichenden Untergang? Die Landesregierung jedenfalls nicht – jedenfalls glaubt sie das selbst. Man habe „im Wesentlichen nicht falsch gehandelt“, heißt es. Stattdessen sei alles das Resultat eines „vielschichtigen Transformationsprozesses“. Hohe Kosten, regulatorische Anforderungen, internationaler Wettbewerb – schuld sind immer die anderen, das Schicksal, die globalen Strömungen. Nur die eigene Politik niemals.

Besonders entlarvend ist eine Passage, die ausgerechnet eine grüne Regierung zu Papier bringen musste: Nicht primär die absoluten Energiekosten seien das Problem, sondern „das Fehlen verlässlicher und langfristig planbarer energiepolitischer Rahmenbedingungen“. Man lese diesen Satz noch einmal in Ruhe. Wer hat denn die energiepolitischen Rahmenbedingungen seit Jahren ins Chaos gestürzt? Wer hat verlässliche Versorgung gegen ideologische Wunschvorstellungen eingetauscht? Es ist die schiere Selbstanklage einer Politik, die ihre eigene Bilanz nicht zu lesen vermag.

„Das nächste Ruhrgebiet“ – eine Warnung mit Sprengkraft

Anton Baron, AfD-Abgeordneter im Stuttgarter Landtag, bringt es auf den Punkt. Die Antworten der Landesregierung bestätigten das ganze Ausmaß der Krise, erklärte er. Noch gravierender als der bereits eingetretene Verlust von 18.000 Stellen sei das Eingeständnis, dass es noch schneller bergab gehe als befürchtet.

„Wenn dieser Kurs nicht grundlegend korrigiert wird, droht Baden-Württemberg, das nächste Ruhrgebiet zu werden – mit dem schleichenden Verlust von Wohlstand, Wertschöpfung und Zehntausenden gut bezahlten Industriearbeitsplätzen.“

Ein Vergleich, der sitzt. Wer durch das einstige Kohle- und Stahlrevier fährt, sieht heute, was passiert, wenn eine ganze Industrielandschaft dem Strukturwandel überlassen und politisch sich selbst überlassen wird. Soll dieses Schicksal nun auch das Land von Daimler, Bosch und Porsche ereilen? Es scheint, als würde genau daran mit beachtlicher Konsequenz gearbeitet.

Wenn Wohlstand zur Erinnerung wird

Was hier geschieht, ist mehr als eine regionale Wirtschaftskrise. Es ist das langsame Sterben jener industriellen Substanz, die Deutschland über Jahrzehnte zur Exportnation und zur viertgrößten Volkswirtschaft der Welt gemacht hat. Gut bezahlte Industriearbeitsplätze fallen weg, mit ihnen die Steuereinnahmen, mit ihnen die Beiträge in die Sozialkassen. Und während all das geschieht, hört man aus den Amtsstuben das ewige Mantra vom „Fachkräftemangel“. Welch bitterer Hohn für jene Tausenden, die ihren Arbeitsplatz an Standorte in Osteuropa verloren haben.

Es ist eine Erkenntnis, die längst nicht mehr nur unsere Redaktion teilt, sondern ein wachsender Teil der deutschen Bevölkerung: Dieses Land braucht endlich wieder eine Politik, die für die heimische Wirtschaft und für die arbeitenden Menschen regiert – und nicht gegen sie. Wer industrielle Wertschöpfung mit ideologischen Experimenten und planwirtschaftlichen Zielvorgaben erstickt, der zerstört das Fundament unseres Wohlstands.

Was bleibt, wenn die Papierwerte verglühen

Gerade in Zeiten, in denen ganze Industriezweige ins Wanken geraten, in denen Aktienkurse etablierter Autobauer auf Mehrjahrestiefststände abrutschen und in denen die Verlässlichkeit politischer Rahmenbedingungen zur Glückssache wird, lohnt sich der Blick auf das, was über Jahrtausende Bestand hatte. Während Unternehmenswerte über Nacht verdampfen können und ganze Branchen abgewickelt werden, behalten physische Edelmetalle wie Gold und Silber ihre Funktion als wertstabiler Anker. Sie kennen kein Insolvenzrisiko, keine Werksschließung und keine ideologisch motivierte Standortverlagerung. Als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Vermögensportfolio bleiben sie ein bewährtes Mittel zur langfristigen Vermögenssicherung – unabhängig davon, welche politischen Stürme über das einstige Musterländle hinwegfegen.

Hinweis: Der vorliegende Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Wir betreiben weder eine individuelle Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung. Jeder Leser ist angehalten, sich eigenständig umfassend zu informieren und Anlageentscheidungen in eigener Verantwortung zu treffen, gegebenenfalls unter Hinzuziehung qualifizierter Berater. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der dargestellten Inhalte sowie für etwaige Vermögensschäden übernehmen wir keine Haftung.

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