
Indiens Luftwaffe vor dem Kollaps: Milliarden-Deal mit Frankreich soll Rettung bringen
Die indische Luftwaffe steht am Abgrund. Mit nur noch 29 Kampfjet-Staffeln erreicht sie einen historischen Tiefstand, der die Verteidigungsfähigkeit des Landes ernsthaft gefährdet. Während China mit 1.200 und Pakistan mit 450 Kampfjets protzen, verfügt Indien nach der Ausmusterung seiner letzten MiG-21-Veteranen gerade einmal über 522 Maschinen. Ein dramatisches Ungleichgewicht, das Neu-Delhi nun mit einem milliardenschweren Rüstungsdeal korrigieren will – und dabei ausgerechnet auf Frankreich setzt.
Operation Sindoor als Weckruf
Der Handlungsdruck könnte kaum größer sein. Die Operation Sindoor im Mai 2025 offenbarte schonungslos die Schwächen der indischen Luftstreitkräfte. Pakistan behauptet, sechs indische Kampfjets abgeschossen zu haben, darunter drei der hochmodernen französischen Rafale-Maschinen. Ob diese Verluste tatsächlich eingetreten sind oder nicht – allein die Möglichkeit solcher Szenarien zeigt, wie verwundbar Indien geworden ist.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Für eine glaubwürdige Abschreckung gegen die Bedrohung durch China und Pakistan bräuchte Indien mindestens 42,5 Staffeln. Die Realität sieht anders aus. Der pensionierte Luftmarschall Ashish Vohra bringt es auf den Punkt: Die chinesische Luftwaffe habe sich in atemberaubendem Tempo modernisiert und verfüge heute über Fähigkeiten, die jene der indischen Luftwaffe bei weitem überträfen.
Frankreichs Rafale als Rettungsanker
In dieser prekären Lage setzt Neu-Delhi auf einen bewährten Partner: Frankreich. 114 zusätzliche Rafale-Kampfjets sollen die klaffende Lücke schließen. Ein direkter Regierung-zu-Regierung-Deal soll den langwierigen Ausschreibungsprozess umgehen und schnelle Ergebnisse liefern. Die Logik dahinter ist bestechend: Mit bereits 36 Rafales im Dienst verfügt die indische Luftwaffe über die nötige Infrastruktur und das Know-how für eine rasche Integration weiterer Maschinen.
„Die Regierung wird die endgültige Entscheidung treffen, wenn der Fall zum Defence Acquisition Council kommt. Aber ja, die indische Luftwaffe hat einen dringenden Bedarf an zusätzlichen Rafales projiziert, um die Verringerung der Anzahl ihrer Jagdstaffeln zu stoppen."
Technologietransfer als Knackpunkt
Doch der Deal hat einen Haken: Indien fordert Zugang zum Quellcode der Rafale, um eigene Waffensysteme integrieren zu können. Eine Forderung, die französische Rüstungskonzerne wie Dassault, Safran und Thales naturgemäß mit Skepsis betrachten. Niemand gibt gerne seine technologischen Kronjuwelen preis, schon gar nicht ohne wasserdichte Schutzmaßnahmen.
Immerhin zeigt sich Frankreich kooperativ: Im Juni 2025 unterzeichneten Dassault Aviation und Tata Advanced Systems Verträge zur Produktion von Rafale-Rümpfen in Hyderabad. Ein historischer Schritt – erstmals werden diese Baugruppen außerhalb Frankreichs gefertigt. Ab 2028 sollen monatlich bis zu zwei Rümpfe vom Band laufen.
Indiens Eigenproduktion hinkt hinterher
Die heimische Rüstungsindustrie kann mit diesem Tempo nicht mithalten. Das Tejas-Programm, Indiens Stolz und Hoffnungsträger, kommt nur schleppend voran. Von den kürzlich bestellten 97 Tejas Mark 1A für 7,2 Milliarden Dollar sind bisher gerade einmal 38 Maschinen ausgeliefert worden. Hindustan Aeronautics Limited träumt von einer Jahresproduktion von 24 Stück, doch Experten zweifeln, ob die Tejas bei Auslieferung überhaupt noch zeitgemäß sein wird.
Der ehemalige Finanzberater Amit Cowshish bringt das Dilemma auf den Punkt: Das Tejas-Programm habe viele Probleme durchgemacht und sei immer noch von importierten Triebwerken abhängig. Eine ernüchternde Bilanz für ein Land, das sich als aufstrebende Militärmacht sieht.
Geopolitische Verwerfungen verschärfen die Lage
Die regionalen Spannungen nehmen unterdessen zu. China soll Pakistan mit mindestens 40 J-35A-Stealth-Fightern beliefern – eine Entwicklung, die das militärische Gleichgewicht weiter zu Ungunsten Indiens verschiebt. Gleichzeitig haben sich die Beziehungen zu den USA unter Trump verschlechtert. Die massiven Zollerhöhungen des amerikanischen Präsidenten machen einen Deal über amerikanische F-35-Jets zunehmend unwahrscheinlich.
Europas eigene Kampfjet-Ambitionen
Interessanterweise steht nicht nur Indien vor der Herausforderung einer veralteten Luftflotte. Auch Deutschland fehlt eine eigene Kampfflugzeugproduktion, wie Bundeskanzler Friedrich Merz kürzlich einräumte. Das europäische Gemeinschaftsprojekt Future Combat Air System (FCAS) soll diese Lücke schließen, doch die Umsetzung stockt. Merz deutete an, dass Frankreichs Präsident Macron eigene Ambitionen für französische Rüstungsunternehmen hege – ein Hinweis darauf, dass auch innerhalb Europas die nationalen Interessen bei Rüstungsprojekten dominieren.
Für Indien bleibt der Rafale-Deal vorerst die vielversprechendste Option. Bis Oktober 2025 will die indische Luftwaffe ihren Fall dem Defence Acquisition Council vorlegen. Ein positiver Bescheid würde nicht nur Frankreichs Position als wichtiger Verteidigungspartner Indiens stärken, sondern könnte auch einen neuen Exportrekord für Dassault Aviation bedeuten. In einer Zeit, in der traditionelle Bündnisse bröckeln und neue Bedrohungen entstehen, zeigt sich einmal mehr: Wer seine Souveränität bewahren will, braucht eine schlagkräftige Luftwaffe – koste es, was es wolle.
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