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Hormus-Schock ohne Ende: Das Golföl kommt auch 2027 nicht zurück!

Hormus-Schock ohne Ende: Das Golföl kommt auch 2027 nicht zurück!
Symbolbild: KI-generiert

Die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr zur Normalität am Persischen Golf schwindet. Das norwegische Energie-Analysehaus Rystad Energy erwartet in einer neuen Prognose, dass die Ölexporte durch die Straße von Hormus auch im kommenden Jahr deutlich unter dem Niveau vor dem Krieg bleiben. Bestenfalls rechnen die Analysten bis Mitte 2027 mit einer begrenzten Verständigung zwischen Washington und Teheran. Mehr nicht.

Sechs Millionen Barrel fehlen – jeden Tag

Die Zahlen lassen keinen Raum für Schönfärberei. Im September und in den ersten 20 Oktobertagen exportierten die Golfstaaten laut Rystad im Schnitt knapp 12 Millionen Barrel Rohöl pro Tag. Vor dem Krieg waren es rund 18 Millionen.

Gegenüber den Tiefstwerten aus dem Frühjahr ist das zwar eine deutliche Erholung. Trotzdem fehlt immer noch rund ein Drittel der früheren Menge. Zum Vergleich: Medienberichten zufolge passierten vor Kriegsbeginn täglich etwa 40 große, mit Rohöl beladene Tanker die Meerenge, die nur wenige Dutzend Kilometer breit ist.

Mehr Tanker, mehr Angriffe

Paradox, aber wahr: Mehr Schiffe fahren wieder, gleichzeitig ist die Lage gefährlicher geworden. Nach Angaben von Rystad stieg die Zahl der Zwischenfälle mit Handelsschiffen pro Woche zunächst auf 10 und dann auf 16, davon 13 direkt in der Meerenge. Auch die Frachtkosten seien kräftig gestiegen. Die Analysten warnen deshalb davor, die höheren Oktober-Exporte für eine Normalisierung zu halten.

Rystad spricht stattdessen von einer „Pseudo-Normalisierung“. Gemeint ist ein Energiesystem, das sich an einen ungelösten Konflikt gewöhnt. Teheran wiederum verschärfe den Druck, um seinen Hebel über die wichtigste Öl-Engstelle der Welt zu behalten.

Ein Knoten, der sich nicht lösen lässt

Für eine umfassende Einigung müssten nach Einschätzung der Analysten gleich mehrere Streitpunkte geklärt werden:

  • das iranische Atomprogramm
  • die westlichen Sanktionen
  • die von Teheran unterstützten bewaffneten Gruppen in der Region
  • die Sicherheit der Seewege, unter Berücksichtigung der Sicherheitsinteressen Israels

„We consider it unlikely that all these points of contention can be resolved within the coming year.“

So heißt es in dem Bericht, den das Team um Rystads Geopolitik-Chef Jorge León verfasst hat. Sinngemäß: Dass all diese Konflikte im kommenden Jahr gelöst werden, halte man für unwahrscheinlich.

Ölpreis-Achterbahn nach den Midterms

Wie nervös die Märkte sind, zeigte sich in dieser Woche. Medienberichten zufolge fiel der Ölpreis nach den US-Zwischenwahlen um rund neun Prozent, die Nordseesorte Brent rutschte auf ein Zwei-Monats-Tief unter 100 Dollar. Händler setzen offenbar darauf, dass das Risiko eines neuen Kriegs abnimmt. Rystad bleibt vorsichtiger: Eine erneute militärische Eskalation nach den Midterms könnte die Erholung der Hormus-Exporte wieder zurückwerfen.

Dazu kommt ein zweites Risiko. Laut León verdeckt der geopolitische Schock eine eigentlich schwache Ölbilanz. Fließen die blockierten Mengen wieder, müsse die OPEC+ womöglich plötzlich mit einem großen Überangebot umgehen statt mit Knappheit. Für Dezember hat das Kartell seine Förderziele vorerst nicht verändert.

Und Deutschland? Zahlt die Zeche

Für die deutsche Wirtschaft ist das keine gute Nachricht. Ein Land, das seine letzten Kernkraftwerke im April 2023 abgeschaltet hat und fast seine gesamte Energie importiert, hängt bei jeder Krise im Nahen Osten am Tropf der Weltmärkte. Ein Ölpreis, der im Wochentakt um zehn Prozent schwankt, ist Gift für energieintensive Betriebe, Spediteure und Pendler. Eine überzeugende Strategie der Bundesregierung gegen diese Abhängigkeit ist für viele Beobachter bis heute nicht zu erkennen.

Wer sein Vermögen gegen solche Schocks absichern will, sollte nach Ansicht unserer Redaktion breit streuen. Physisches Gold und Silber haben sich in geopolitischen Krisen über Jahrhunderte als stabiler Anker erwiesen und können als Beimischung in einem ausgewogenen Portfolio sinnvoll sein.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten oder Edelmetallen. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen allein.

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06.10.2026
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