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11.08.2026
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Hitze-Rekord in Nordkorea: Staat verordnet Hundesuppe statt Klimaanlage

Hitze-Rekord in Nordkorea: Staat verordnet Hundesuppe statt Klimaanlage
Symbolbild: KI-generiert

Pjöngjang schwitzt – und der Staat serviert Suppe. Nordkoreas Staatsmedien empfehlen den Bürgern bei Rekordtemperaturen unter anderem Hundefleischsuppe, Ginsengbrühe und Bohnenbrei. Am Donnerstag kletterte das Thermometer in der Hauptstadt Berichten zufolge auf rund 36,7 Grad Celsius – laut staatlichen Angaben der höchste je dort gemessene Wert.

Wassermelone, Gurke – und dann wird es sehr nordkoreanisch

Der Anfang des offiziellen Hitze-Ratgebers klingt noch vertraut: viel trinken, Wassermelone, Gurken, Mungbohnen. Dann übernimmt die Ideologie das Kochbuch.

Ein in der Parteizeitung Rodong Sinmun zitierter Arzt empfahl Medienberichten zufolge „nährstoffreiche Speisen" – darunter Fischbrei, Rotbohnenbrei und eben Hundefleischsuppe, die traditionell als Mittel gegen Sommerhitze gilt. Das Blatt widmete dem Gericht demnach sogar einen eigenen Beitrag und griff ein altes Sprichwort auf, wonach an den Hundstagen verschüttete Suppe auf dem Fuß zur Medizin werde.

Und weil in einem totalitären Staat auch das Kochen Wettbewerb ist: Berichten zufolge fand Anfang des Jahres ein landesweiter Wettbewerb im Zubereiten von Hundefleisch statt. Für zartbesaitetere Gemüter bewarben die Staatsmedien Samgyetang – Hühnersuppe mit Ginseng, Reis und Jujuben.

Der Führer, der angeblich am heftigsten schwitzt

Der zweite Teil der Hitzestrategie besteht aus Propaganda. Laut Medienberichten kramten die Staatsmedien alte Geschichten hervor, in denen Machthaber Kim Jong Un besonders heldenhaft geschwitzt haben soll: eine Baustelleninspektion 2013 mit durchnässter Kleidung, Märsche durch Regen und Berge 2018, ein Besuch in einer Fischfabrik bei angeblich 39 Grad.

Was der Diktator während der aktuellen Hitzewelle tatsächlich tut? Dazu schweigt der Apparat. Ein Volk soll sich offenbar daran wärmen – oder besser: abkühlen –, dass der Führer einst auf einer Baustelle Schweiß vergossen habe.

Der offizielle Überlebensplan lautet damit sinngemäß: Wasser trinken, Suppe essen, an den Schweiß des Marschalls denken.

Zahlen, die niemand nennen darf

Besonders aufschlussreich ist, was fehlt. Nordkorea hat bislang keine Zahlen zu Hitzetoten veröffentlicht. Im benachbarten Südkorea wurden dagegen bereits mehr als 20 Todesfälle gemeldet.

Die gesamte Halbinsel ächzt unter der Wetterlage. In der südkoreanischen Stadt Yangsan wurden Berichten zufolge 42,5 Grad gemessen – der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen vor 122 Jahren. Für Pjöngjang meldeten Staatsmedien Temperaturen bis 40 Grad und fünf tropische Nächte in Folge.

Zwei Systeme, zwei Antworten

Der Kontrast könnte kaum schärfer sein. Südkorea rief die zweithöchste Warnstufe aus, mobilisierte Ministerien und Kommunen, verteilte Wasser und Sonnenschirme, richtete zusätzliche Kühlräume ein und stellte Hilfsmittel bereit. Der Norden, dessen Stromnetz seit Jahrzehnten als notorisch instabil gilt, verteilt Rezepte.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt dieser Vergleich mehr über politische Systeme als jede Sonntagsrede: Wo Wohlstand, freie Wirtschaft und funktionierende Infrastruktur fehlen, bleibt der Bevölkerung im Ernstfall nur die Erzählung. Klimaanlagen kann man kaufen. Propaganda ist billiger – für den Staat, nicht für die Menschen.

Und während Kims Apparat Suppenrezepte druckt, fließen die knappen Ressourcen des Landes seit Jahren erkennbar in Militär und Raketenprogramme. Wer darin eine Prioritätensetzung zulasten der eigenen Bürger sieht, dürfte nicht falsch liegen.

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