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Kettner Edelmetalle
27.01.2026
08:20 Uhr

Historischer Handelspakt: EU und Indien schmieden Freihandelszone für zwei Milliarden Menschen

In einer Zeit, in der die globale Handelsordnung durch amerikanische Zollexzesse und chinesische Machtambitionen erschüttert wird, setzen Brüssel und Neu-Delhi ein bemerkenswertes Zeichen. Die Europäische Union und Indien haben nach jahrelangen Verhandlungen den Abschluss einer gigantischen Freihandelszone verkündet – ein Wirtschaftsraum, der knapp zwei Milliarden Menschen umfassen wird.

Die „Mutter aller Abkommen" nimmt Gestalt an

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Indiens Premierminister Narendra Modi präsentierten das Ergebnis in Neu-Delhi mit sichtlichem Stolz. Beide Seiten hatten die Übereinkunft bereits im Vorfeld als „Mutter aller Abkommen" bezeichnet – eine Formulierung, die angesichts der schieren Dimension durchaus berechtigt erscheint. Gemeinsam repräsentieren die EU und Indien nahezu ein Viertel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und der Weltbevölkerung.

Von der Leyen ließ sich zu pathetischen Worten hinreißen: „Die EU und Indien schreiben heute Geschichte und vertiefen die Partnerschaft zwischen den größten Demokratien der Welt." Man sende damit ein Signal in die Welt, dass regelbasierte Zusammenarbeit weiterhin hervorragende Ergebnisse liefere. Ein deutlicher Seitenhieb auf die erratische Handelspolitik der Trump-Administration, die mit ihren Zollkeulen die internationale Wirtschaftsordnung in Aufruhr versetzt hat.

Deutsche Autoindustrie als großer Gewinner?

Besonders interessant dürften die Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft sein. Indien belastet den Import von Fahrzeugen aus der EU bislang mit drakonischen Zöllen von bis zu 110 Prozent – ein faktisches Einfuhrverbot für europäische Premiumfahrzeuge. Diese Schranken sollen nun für 250.000 Fahrzeuge pro Jahr schrittweise auf erträgliche 10 Prozent gesenkt werden. Für Autoteile ist sogar eine vollständige Abschaffung der Zölle innerhalb von fünf bis zehn Jahren vorgesehen.

Doch nicht nur die Automobilbranche darf sich Hoffnungen machen. Auch Zölle auf Maschinen von bis zu 44 Prozent, auf Chemikalien von 22 Prozent und auf Pharmazeutika von 11 Prozent sollen weitgehend beseitigt werden. Die EU rechnet damit, dass das Abkommen bis 2032 zu einer Verdoppelung der EU-Exporte nach Indien führen könnte – Einsparungen von rund vier Milliarden Euro pro Jahr an Zollabgaben inklusive.

Europäische Landwirte bleiben geschützt

Anders als beim umstrittenen Mercosur-Abkommen, das in Europa heftige Bauernproteste auslöste, sollen sensible Agrarsektoren diesmal vollständig geschützt bleiben. Rindfleisch, Geflügelfleisch, Reis und Zucker sind von der Liberalisierung ausgenommen. Alle indischen Einfuhren müssen weiterhin die strengen europäischen Gesundheits- und Lebensmittelsicherheitsvorschriften einhalten – ein kluger Schachzug, um innenpolitischen Widerstand zu minimieren.

Gleichzeitig eröffnen sich für europäische Winzer und Lebensmittelproduzenten neue Absatzmärkte. Die indischen Zölle auf Wein sollen bei Inkrafttreten auf 75 Prozent sinken und später auf bis zu 20 Prozent reduziert werden. Verarbeitete Agrarprodukte wie Brot und Süßwaren könnten künftig sogar zollfrei nach Indien exportiert werden.

Geopolitisches Kalkül hinter dem Wirtschaftspakt

Man muss kein Experte sein, um zu erkennen, dass hinter diesem Abkommen mehr steckt als bloße Handelsinteressen. Die aggressive Zollpolitik der USA unter Präsident Trump – 50 Prozent auf indische Produkte, davon 25 Prozent als Strafe für Indiens Handelsbeziehungen mit Russland – hat beide Seiten näher zusammenrücken lassen. Von der Leyen formulierte es diplomatisch: „Wir entscheiden uns für fairen Handel statt für Zölle. Für Partnerschaft statt Isolation."

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz hatte sich zuletzt stark für den Abschluss eingesetzt. Mit einem bilateralen Handelsvolumen von fast 50 Milliarden US-Dollar sei Deutschland bereits heute Indiens wichtigster Partner in der EU. Mehr als 2000 deutsche Unternehmen sind in Indien aktiv – eine Zahl, die durch das neue Abkommen deutlich steigen dürfte.

Der lange Weg zur Ratifizierung

Bis das Abkommen tatsächlich in Kraft treten kann, wird noch einige Zeit vergehen. Der Vertragstext muss rechtlich überprüft und in alle Amtssprachen der EU übersetzt werden. Anschließend bedarf es der Zustimmung aller Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments. Bereits von 2007 bis 2013 hatte es Verhandlungen gegeben, die damals scheiterten. Erst 2022 wurden die Gespräche wieder aufgenommen – angetrieben durch die zunehmende Unberechenbarkeit der amerikanischen Handelspolitik.

Ob dieses Abkommen tatsächlich die erhofften wirtschaftlichen Früchte tragen wird, bleibt abzuwarten. Eines steht jedoch fest: In einer Welt, in der protektionistische Reflexe und nationalistische Alleingänge zunehmen, ist jeder Schritt hin zu mehr Freihandel ein Lichtblick – auch wenn er aus Brüssel kommt.

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