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04.02.2026
07:15 Uhr

Heizungsgesetz: Handwerkspräsident warnt vor erneutem Chaos und fordert endlich Klarheit

Heizungsgesetz: Handwerkspräsident warnt vor erneutem Chaos und fordert endlich Klarheit

Die Debatte um das Gebäudeenergiegesetz nimmt kein Ende – und mit ihr wächst die Frustration im deutschen Handwerk. Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), hat nun eindringlich vor überstürzten Änderungen an der Reform gewarnt. Seine Botschaft an die Politik ist unmissverständlich: Schluss mit der Hängepartie, her mit Planbarkeit und Verlässlichkeit.

Handwerksbetriebe am Rande der Verzweiflung

Was Dittrich in einem Interview mit den Zeitungen der "Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft" zum Ausdruck brachte, dürfte vielen Unternehmern aus der Seele sprechen. "Viele Handwerksbetriebe wären froh, wenn die Förderung einfach weiterläuft, und man dieses Gesetz umbenennt", so der Handwerkspräsident. Ein bemerkenswerter Satz, der die ganze Absurdität der deutschen Energiepolitik auf den Punkt bringt. Statt echter Lösungen wünschen sich die Betroffenen mittlerweile nur noch kosmetische Korrekturen – Hauptsache, es kehrt endlich Ruhe ein.

Die Verunsicherung in der Branche ist mit Händen zu greifen. Betriebe können nicht planen, Verbraucher zögern mit Investitionen, und die dringend notwendige energetische Sanierung des deutschen Gebäudebestands stockt. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die energetische Sanierungsquote ist 2025 auf einen neuen Tiefpunkt gefallen. Ein Armutszeugnis für eine Politik, die sich die Klimaneutralität bis 2045 auf die Fahnen geschrieben hat.

Das gebrochene Versprechen der Strompreissenkung

Dittrich zeigte sich durchaus offen für grundlegende Reformen – allerdings unter einer entscheidenden Bedingung. "Wenn der Strompreis für alle gesenkt würde, wie es die Regierung versprochen hatte, dann könnte man vermutlich auch die Förderung etwas zurückfahren, weil sich dann die Wärmepumpe oder das E-Auto rechneten", erklärte der ZDH-Präsident. Ein Satz, der die ganze Misere der deutschen Energiepolitik offenbart.

Denn genau hier liegt der Hund begraben: Die versprochene Strompreissenkung ist ausgeblieben. Stattdessen zahlen deutsche Haushalte und Unternehmen weiterhin europaweit Spitzenpreise für Elektrizität. Unter diesen Umständen rechnet sich weder die Wärmepumpe noch das Elektroauto für den Durchschnittsbürger. Die Politik hat vollmundige Versprechen gemacht und sie nicht eingehalten – ein Muster, das sich durch die gesamte Energiewende zieht.

Opposition erhöht den Druck

Auch aus den Reihen der Opposition werden die Rufe nach Klarheit lauter. Der baupolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Kassem Taher Saleh, fordert die Bundesregierung auf, endlich Eckpunkte für eine Reform des Gebäudeenergiegesetzes vorzulegen. Selbst Klimaschutzminister Carsten Schneider von der SPD mahnt eine zügige Einigung an und spricht von notwendigen Korrekturen bei der Förderung. Wenn schon der eigene Koalitionspartner vor "neuem Chaos" warnt, sollten bei Kanzler Merz alle Alarmglocken schrillen.

Ein Trauerspiel deutscher Bürokratie

Das Heizungsgesetz ist längst zum Symbol für alles geworden, was in der deutschen Politik schiefläuft. Ideologisch aufgeladene Debatten, handwerklich schlechte Gesetze, fehlende Planungssicherheit und eine völlige Ignoranz gegenüber den Bedürfnissen der Bürger und Unternehmen. Die Ampel-Koalition hat mit ihrem überhasteten Vorstoß einen Scherbenhaufen hinterlassen, den die neue Große Koalition nun mühsam zusammenkehren muss.

Dabei wäre die Lösung so einfach: Klare Regeln, verlässliche Förderung und vor allem bezahlbare Energiepreise. Doch statt pragmatischer Lösungen erleben wir ein endloses Hin und Her, das Vertrauen zerstört und die dringend notwendige Modernisierung des Gebäudebestands ausbremst. Die Leidtragenden sind wie immer die fleißigen Handwerker und die Bürger, die auf ihre Heizung angewiesen sind.

Es bleibt zu hoffen, dass die Bundesregierung endlich zur Vernunft kommt und dem Handwerk sowie den Verbrauchern die Planungssicherheit gibt, die sie verdienen. Doch angesichts der bisherigen Bilanz dieser Regierung – 500 Milliarden Euro neue Schulden trotz gegenteiliger Versprechen – darf man skeptisch bleiben.

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