
Heckler & Koch: Wenn deutsche Waffenschmieden in undurchsichtige Hände geraten
Während deutsche Soldaten mit dem neuen Sturmgewehr G95A1 von Heckler & Koch in die Zukunft blicken sollen, verliert sich die Eigentümerstruktur des traditionsreichen Waffenherstellers in einem Nebel aus Offshore-Gesellschaften und Steueroasen. Der jüngste Eigentümerwechsel zu einer obskuren US-Finanzgesellschaft wirft beunruhigende Fragen auf – nicht nur über die Zukunft des Unternehmens, sondern auch über die Sicherheit deutscher Rüstungstechnologie.
Ein mysteriöser Amerikaner übernimmt das Kommando
Die Erell LLC aus Jackson, Wyoming, heißt der neue mittelbare Mehrheitsaktionär des deutschen Waffenschmiedens. Ein Name, der selbst Branchenkennern nichts sagt. Dahinter verbergen sich der Bankier Philippe de Lavenere Lussan mit seinen Geschäften im Steuerparadies Barbados und der französische Investor Nicolas Walewski. Eine Konstellation, die Fragen aufwirft: Warum verstecken sich die neuen Eigentümer hinter verschachtelten Gesellschaftsstrukturen? Und was bedeutet es für die deutsche Verteidigungsindustrie, wenn ein Kernlieferant der Bundeswehr in ausländische Hände gerät?
Die Undurchsichtigkeit der Eigentümerstruktur ist kein Zufall. Seit Jahren tobt ein erbitterter Rechtsstreit um die wahren Machtverhältnisse bei H&K. Der ehemalige Mehrheitsaktionär Andreas Heeschen zweifelt die Rechtmäßigkeit des Aktientransfers an die luxemburgische CDE an. Sieben Mal musste seit 2020 mitgeteilt werden, wer nun tatsächlich die Kontrolle über den Waffenhersteller ausübt. Ein Trauerspiel, das zeigt, wie leichtfertig Deutschland mit seinen strategisch wichtigen Unternehmen umgeht.
Volle Auftragsbücher, leere Taschen
Die operative Entwicklung bei H&K könnte paradoxer nicht sein. Der Auftragseingang explodierte im ersten Halbjahr um 43 Prozent auf 282,5 Millionen Euro. Die Bundeswehr orderte Tausende neue Sturmgewehre – einer der größten Aufträge der Firmengeschichte. Doch während andere Rüstungsaktien durch den Ukraine-Krieg Höhenflüge erleben, stürzt die H&K-Aktie ins Bodenlose. Von 172 Euro im März auf magere 50 Euro heute – ein Wertverlust von 56 Prozent binnen eines Jahres.
„Materiell oder personell hat sich nichts geändert", behauptet ein H&K-Sprecher lapidar. Eine Aussage, die angesichts der dramatischen Kursentwicklung wie blanker Hohn klingt.
Der Gewinn sank trotz steigender Umsätze um über acht Prozent. Ein Warnsignal, das die neuen Eigentümer offenbar nicht kümmert. Sie scheinen andere Pläne zu haben als die nachhaltige Entwicklung eines deutschen Traditionsunternehmens.
Deutschland verscherbelt seine Sicherheit
Der Fall H&K steht exemplarisch für den fahrlässigen Umgang mit kritischer Infrastruktur in Deutschland. Während China systematisch westliche Technologieunternehmen aufkauft und die USA ihre Rüstungsindustrie mit Argusaugen bewachen, lässt Deutschland zu, dass seine Waffenschmieden in undurchsichtige ausländische Hände geraten. Die Ampel-Koalition mag Geschichte sein, doch ihr Erbe der Naivität in Sicherheitsfragen wirkt nach.
Es ist höchste Zeit, dass die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hier gegensteuert. Deutsche Rüstungsunternehmen gehören in deutsche Hände – oder zumindest unter strenge staatliche Kontrolle. Die nationale Sicherheit darf nicht auf dem Altar der Globalisierung geopfert werden. Wenn selbst der Lieferant des Bundeswehr-Sturmgewehrs von obskuren Offshore-Gesellschaften kontrolliert wird, haben wir ein ernsthaftes Problem.
Die Bundesregierung muss endlich aufwachen und verstehen: In einer Welt, in der Waffen wieder zum Machtinstrument werden, kann sich Deutschland keine Blauäugigkeit mehr leisten. Die Kontrolle über die eigene Verteidigungsindustrie ist keine Option – sie ist eine Überlebensfrage.
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