
Grüne Selbstzerfleischung: Ehemalige Berliner Parteichefin flüchtet vor „Intrigen" nach Brandenburg

Was sich derzeit bei den Berliner Grünen abspielt, gleicht einem politischen Trauerspiel der besonderen Art. Die ehemalige Landesvorsitzende Irmgard Franke-Dressler hat dem Berliner Landesverband den Rücken gekehrt – und ihre Begründung liest sich wie ein vernichtendes Zeugnis für eine Partei, die sich stets als moralische Instanz der Nation geriert.
Flucht vor dem eigenen politischen Erbe
In ihrer Austrittsmail, über die die B.Z. berichtet, spricht die 79-Jährige von „persönlichen Diffamierungen" und „Intrigen" innerhalb des Berliner Landesverbandes. Man reibt sich verwundert die Augen: Ausgerechnet bei jener Partei, die sich Toleranz, Respekt und ein vermeintlich besseres Miteinander auf die Fahnen geschrieben hat, herrschen offenbar Zustände, die selbst langjährige Weggefährten in die Flucht schlagen.
„Ich kann mich nicht mehr mit der Politik des Berliner Landesverbandes identifizieren", erklärt Franke-Dressler in ihrer Abschiedsbotschaft. Ein bemerkenswertes Eingeständnis von einer Frau, die zwischen 2007 und 2011 selbst an der Spitze dieses Landesverbandes stand – zeitweise gemeinsam mit Stefan Gelbhaar, jenem Politiker, der zuletzt selbst durch parteiinterne Turbulenzen von sich reden machte.
Vernichtende Kritik am eigenen Personal
Besonders pikant sind Franke-Dresslers Aussagen zum Spitzenpersonal ihrer Partei im Superwahljahr 2026. Die beiden Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl, Bettina Jarasch und Werner Graf, bezeichnet sie unter Berufung auf einen Medienbericht als „Notlösung". Ein Armutszeugnis für eine Partei, die in Berlin einst Regierungsverantwortung trug und sich nun offenbar nicht einmal mehr auf überzeugendes Führungspersonal einigen kann.
„Es wäre so wichtig, politische Akzente zu setzen, die an der Lebenswirklichkeit der Menschen orientiert sind. Politische Akzente, die nur einen kleinen Teil der Gesellschaft im Blick haben, sind aber beim Berliner Landesverband verstärkt an der Tagesordnung."
Diese Worte wiegen schwer. Sie bestätigen, was kritische Beobachter seit Jahren bemängeln: Die Grünen haben den Kontakt zur breiten Bevölkerung längst verloren. Statt sich um die echten Sorgen der Bürger zu kümmern – steigende Lebenshaltungskosten, explodierende Kriminalität, marode Infrastruktur – verliert sich die Partei in ideologischen Grabenkämpfen und der Bedienung von Partikularinteressen.
Vom Regen in die Traufe?
Dass Franke-Dressler nun ausgerechnet nach Kleinmachnow in Brandenburg wechselt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Die wohlhabende Gemeinde direkt an der Berliner Stadtgrenze gilt als beliebtes Refugium für jene, die den Zuständen in der Hauptstadt entfliehen wollen – Zuständen, an deren Entstehung die Grünen maßgeblich mitgewirkt haben. Ob die 79-Jährige dort tatsächlich das „grüne Umfeld" findet, in dem sie „akzeptiert" wird und sich „im Rahmen ihrer Möglichkeiten einbringen" kann, bleibt abzuwarten.
Ein Symptom des grünen Niedergangs
Der Vorgang ist symptomatisch für den Zustand einer Partei, die sich in einer tiefen Identitätskrise befindet. Nach dem desaströsen Abschneiden bei der Bundestagswahl und dem Verlust der Regierungsbeteiligung in Berlin zeigen sich nun auch intern die Risse. Die moralische Überheblichkeit, mit der die Grünen jahrelang andere belehrten, scheint im eigenen Haus nicht zu gelten. Diffamierungen und Intrigen – das sind Begriffe, die man eher in den Hinterzimmern skrupelloser Machtpolitiker vermuten würde, nicht bei den selbsternannten Weltverbesserern.
Für den deutschen Bürger, der unter den Folgen grüner Politik leidet – sei es durch explodierende Energiepreise, ideologiegetriebene Verbotspolitik oder die Vernachlässigung drängender Sicherheitsfragen – dürfte dieser innerparteiliche Zwist allenfalls ein müdes Lächeln hervorrufen. Denn eines zeigt der Fall Franke-Dressler überdeutlich: Wer anderen ständig Moral predigt, sollte zunächst vor der eigenen Haustür kehren.

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