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Grüne Flaschen-Versprechen: EU stutzt Coca-Cola, Nestlé und Danone

Grüne Flaschen-Versprechen: EU stutzt Coca-Cola, Nestlé und Danone
Symbolbild: KI-generiert

Das große Recycling-Versprechen auf der Flasche bekommt ein Kleingedrucktes: Coca-Cola, Nestlé und Danone haben sich gegenüber der EU-Kommission verpflichtet, die Umweltaussagen auf ihren Plastikflaschen zu ändern. Brüssel gab die Einigung am 21. Oktober 2026 bekannt. Künftig soll auf dem Etikett stehen, was eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Vom Werbeslogan zur Fußnote

Es geht um Sätze, die Käufer im Supermarkt im Vorbeigehen lesen. Aus „Ich bin eine Flasche aus 100 % recyceltem Plastik“ soll nach Angaben der Kommission sinngemäß werden: „Diese Flasche ist zu 100 % recycelt. Ausgenommen Deckel und Etikett.“ Der Zusatz ist klein, aber er kratzt am Bild vom perfekten Kreislauf.

Auch die Aufforderung „Recycle mich noch einmal“ fällt weg, übrig bleibt ein schlichtes „Recycle mich“. Die Behörden befürchteten, Verbraucher könnten sonst glauben, die Flasche sei schon recycelt worden und werde sicher wieder zu einer neuen Flasche.

Grüne Blätter, gutes Gewissen?

Nicht nur die Wörter werden geprüft. Die Konzerne sagten zu, dass Etikett und Werbung insgesamt keinen falschen Eindruck von den Umweltvorteilen der Plastikflasche erwecken sollen, etwa durch zusätzliche grüne Symbole. Auch Websites und Social-Media-Kampagnen sollen angepasst werden.

Angestoßen hatte das der europäische Verbraucherverband BEUC: Im November 2023 legte er gemeinsam mit Mitgliedsorganisationen aus 13 Ländern Beschwerde ein. Der Vorwurf: Angaben wie „100 % recycelbar“ führten in die Irre, denn ob eine Flasche wirklich wiederverwertet wird, hängt von Sammlung, Sortierung und Recyclinganlagen ab. Außerdem bestünden Deckel und die meisten Etiketten nicht aus Recyclingmaterial, und oft komme neues Plastik dazu.

Fast drei Jahre für einen Halbsatz

Schnell ging das nicht gerade. Laut Kommission endeten die Gespräche mit Coca-Cola im Juni 2025, die mit Nestlé im Februar 2026. Danone sagte erst in diesem Monat zu. Geleitet wurde das Verfahren von der schwedischen Verbraucherbehörde und der ungarischen Wettbewerbsbehörde. Rund drei Jahre Verhandlungen in Brüssel also, für einen Halbsatz auf dem Etikett.

Verbraucherkommissar Michael McGrath begrüßte die Zusagen. Europäische Verbraucher hätten ein Recht auf genaue Informationen über die Umweltpraktiken aller Unternehmen im Binnenmarkt. BEUC-Generaldirektor Agustín Reyna sprach Berichten zufolge von großartigen Neuigkeiten: Verbraucher müssten Umweltaussagen von Unternehmen vertrauen können.

Laut Kommission haben Coca-Cola und Nestlé einen Teil der Zusagen schon umgesetzt, vor allem in der Online-Werbung. Die nationalen Behörden überwachen den Rest und können bei Verstößen einschreiten.

Die eigentliche Welle kommt erst noch

Das ist erst der Anfang. Seit dem 27. September 2026 gelten die strengeren Regeln der EU-Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition“, kurz EmpCo, gegen sogenanntes Greenwashing. Pauschale Öko-Versprechen werden damit deutlich riskanter. Die Kommission will außerdem mit den Verbänden der Abfüllindustrie sprechen, damit im Binnenmarkt für alle dieselben Regeln gelten.

Ehrlichere Angaben im Regal sind für Verbraucher ein Gewinn. Die Kehrseite: Was Weltkonzerne mit ganzen Rechtsabteilungen bewältigen, trifft den deutschen Mittelstand deutlich härter. Neue Etiketten, neue Prüfungen und neue Haftungsrisiken kosten Geld, und das zahlt am Ende oft der Kunde über den Preis.

Kritiker dürften darin eine gewisse Ironie sehen. Jahrelang hat die Politik mit ehrgeizigen Klimazielen den Druck erhöht, sich grün zu geben. Jetzt reguliert Brüssel genau diese grüne Werbung bis ins letzte Wort. Was gut gemeint war, wird so für viele Firmen zum Paragrafendschungel, und die Rechnung zahlen Unternehmen wie Kunden.

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