
Gründerinnen-Förderung in Bayern: 275.000 Euro – und keiner zählt nach!

Die bayerische Staatsregierung hat zwischen 2022 und 2025 insgesamt 275.924 Euro in Programme gesteckt, die gezielt Frauen zur Unternehmensgründung bewegen sollen. Wie viele Firmen daraus entstanden sind, weiß sie nicht. Das geht laut einem Medienbericht aus der Antwort auf eine Anfrage der AfD-Landtagsabgeordneten Oskar Lipp, Johannes Meier und Florian Köhler hervor.
Wohin das Geld floss
Fast die gesamte Summe, nämlich 259.734 Euro, ging an die UnternehmerTUM GmbH. Die Organisation will Gründer nach eigener Darstellung in jeder Phase begleiten. Sie gibt an, jedes Jahr mehr als 140 skalierbare Start-ups hervorzubringen.
Gefördert wurde konkret die Initiative „Women Startup“, die sich ausdrücklich an gründungswillige Frauen richtet. Die Teilnehmerinnen selbst bekamen kein Geld. Das Geld ging an den Träger.
Die Bilanz in Zahlen
Was die Ministerien als Ergebnis vorweisen, ist schnell aufgezählt:
- rund 2.500 „Teilnehmerinnen und Teilnehmer“ bei Veranstaltungen
- 74 XPLORE-Startup-Teams mit Gründerinnen
- 97 gebuchte individuelle Beratungsgespräche in vier Jahren
Rechnerisch sind das gut 3.500 Euro Steuergeld pro Team. Ob auch nur eines dieser Teams heute ein echtes Unternehmen mit Umsatz und Angestellten ist? Das kann Ihnen in München niemand sagen.
„Sensibilisierung“ statt Erfolgskontrolle
Das Wissenschaftsministerium begründet die Lücke ganz offen. Nach seiner Aussage zielen die Maßnahmen auf Sensibilisierung ab, „daher werden Unternehmensgründungen nicht erfasst“. Das Wirtschaftsministerium fügt hinzu, die Projekte sollten Studentinnen sensibilisieren und mobilisieren. Unternehmen seien bei der Teilnahme „grundsätzlich nicht gegründet“.
Übersetzt heißt das: Der Staat finanziert gute Absichten und misst nur, wie viele Leute gekommen sind. Ein mittelständischer Betrieb, der so mit seinem Budget umginge, müsste sich vor seiner Hausbank gut erklären können.
Als Rechtfertigung verweist die Regierung auf den Deutschen Startup Monitor 2026. Demnach stagniere der Anteil der Gründerinnen seit etwa fünf Jahren bei rund 20 Prozent, obwohl Frauen mehr als die Hälfte der Bevölkerung stellten. Deshalb seien spezielle Maßnahmen nötig.
Gründungsboom auch ohne Gender-Programm
Dabei zeichnet dieselbe Studie insgesamt ein ganz anderes Bild. Nach Angaben des Startup-Verbands erlebt Deutschland derzeit einen Gründungsboom mit so vielen neuen Start-ups wie nie zuvor. Bis September seien acht Milliarden Euro Wagniskapital geflossen, getrieben vor allem von DeepTech und Verteidigung.
Was Gründer laut der Befragung wirklich bremst: zu wenig Kapital für den Sprung an die Weltspitze, die Abhängigkeit von US-Anbietern und zu viel Bürokratie. Ein Workshop zur Sensibilisierung löst keines dieser Probleme.
Ausweichende Antwort aus dem Ministerium
Auf die Frage, ob es auch gezielte Programme für Männer oder andere Geschlechtsidentitäten gebe, antwortete die Pressesprecherin des Wirtschaftsministeriums nur knapp. Die Unterstützungsangebote zur Gründung gälten „für alle Geschlechter gleichermaßen“. Auf die konkreten Fragen ging sie dem Bericht zufolge nicht ein. Das wirkt seltsam, wenn das Programm ausdrücklich nur Frauen anspricht.
Der stellvertretende AfD-Fraktionschef Johannes Meier äußerte sich deutlich:
„Fördergelder müssen nach klaren wirtschaftlichen Erfolgskriterien vergeben und ihre Wirkung überprüft werden. Bayern braucht Unternehmer, Forscher und Investoren, die Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen, keine staatlich finanzierte Gender-Förderbürokratie.“
Und es geht weiter
Ein Ende ist nicht in Sicht. Für 2026 und 2027 sollen weitere mehr als 219.000 Euro an „Women Startup“ fließen. Eine Pflicht, den Erfolg zu messen, gibt es weiterhin nicht.
Gemessen am Landeshaushalt ist die Summe klein. Am Prinzip ändert das nichts. Wer Geld von Steuerzahlern ausgibt, sollte wenigstens wissen wollen, was dabei herauskommt. Leistung zeigt sich am Ergebnis und nicht daran, wie viele Leute bei einer Veranstaltung waren.
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