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Kettner Edelmetalle
25.08.2026
21:23 Uhr
KI-generiert

Google-Robotaxis erobern München – wo bleiben die Deutschen?

Google-Robotaxis erobern München – wo bleiben die Deutschen?
Symbolbild: KI-generiert

Die Alphabet-Tochter Waymo will Ende 2027 in München einen fahrerlosen Taxidienst für jedermann starten. Das gab der weltgrößte Robotaxi-Betreiber am Dienstag bekannt. Damit wird die bayerische Landeshauptstadt nach London die zweite europäische Stadt des Konzerns – und die erste in der Europäischen Union.

Schon in den kommenden Wochen sollen die ersten Fahrzeuge durch München rollen. Zunächst allerdings ohne Fahrgäste und von geschultem Personal manuell gesteuert: Die Wagen kartieren das Straßennetz, damit sich das System „Waymo Driver“ auf Münchner Eigenheiten einstellen kann. Eine Erprobungsgenehmigung des Kraftfahrt-Bundesamts liegt nach Angaben des Unternehmens bereits vor.

Ein Silicon-Valley-Konzern nimmt Kurs auf Deutschlands Autometropole

Die Symbolik ist bemerkenswert: Ausgerechnet München, Heimat von BMW und Herzkammer der deutschen Automobilkultur, wird zum Brückenkopf eines US-Technologiekonzerns. Co-Chefin Tekedra Mawakana ließ mitteilen:

„München zählt weltweit zu den absoluten Topstandorten für Mobilität und Technologie.“

Aus der bayerischen Staatsregierung kommt Applaus. Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) bezeichnete autonomes Fahren Medienberichten zufolge als Schlüsseltechnologie für die Mobilität der Zukunft und für die Transformation der Automobilindustrie; die Standortwahl unterstreiche die Attraktivität des Hightech-Standorts.

Der Rechtsrahmen steht seit 2021 – genutzt hat ihn ein anderer

Deutschland hatte bereits 2021 als eines der ersten Länder überhaupt einen gesetzlichen Rahmen für fahrerloses Fahren im Regelbetrieb geschaffen. Ein Pioniervorsprung, der offenbar liegen geblieben ist. Denn während in elf US-Großräumen – von Phoenix über Austin bis Miami – längst öffentlich zugängliche Robotaxis fahren, tastet man sich hierzulande vorsichtig voran.

Und schon meldet sich die Bürokratie: Das Münchner Mobilitätsreferat sieht laut Medienberichten Anpassungsbedarf beim Personenbeförderungsgesetz, weil dieses an mehreren Stellen weiterhin von anwesendem Fahrpersonal ausgehe. Ein Gesetz, das den Fahrer voraussetzt, der gerade abgeschafft wird – treffender lässt sich das Tempo deutscher Gesetzgebung kaum illustrieren.

Wie sicher ist die Technik wirklich?

Waymo verweist auf Erfahrung aus Millionen Kilometern. Die Fahrzeuge arbeiten Berichten zufolge mit vier Lidar-Sensoren, 13 Kameras und sechs Radarsensoren. Allein in San Francisco sollen rund 1.100 dieser Wagen unterwegs sein.

Eine Untersuchung des US-amerikanischen Insurance Institute for Highway Safety kam demnach zu dem Ergebnis, dass Waymo-Fahrzeuge pro gefahrenem Kilometer 85 Prozent seltener in Alleinunfälle und 81 Prozent seltener in Unfälle mit Verletzten verwickelt gewesen seien als von Menschen gesteuerte Autos. Den Betrieb bei Schnee und Eis an der US-Ostküste bereitet das Unternehmen nach eigenen Angaben derzeit vor.

Deutsche Antwort? Vorhanden – aber leiser

Ganz ohne heimische Konkurrenz ist das Feld nicht. Die VW-Tochter Moia bringt in Hamburg autonome ID. Buzz AD auf die Straße, bislang mit Sicherheitsfahrer an Bord. Doch der Größenunterschied zum Alphabet-Imperium ist offensichtlich.

Für viele Beobachter ist das die eigentliche Nachricht: Nicht die Technik fehlt in Deutschland, sondern Tempo, Kapital und der Mut zur Skalierung. Wer Genehmigungsverfahren zur Nationaldisziplin macht, sollte sich nicht wundern, wenn andere die Zukunft besetzen – auch vor der eigenen Haustür.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlage- noch eine Rechtsberatung dar. Die Einordnungen geben die Auffassung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder.

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