
Goldpreis durchbricht 5.000-Dollar-Marke: Edelmetalle trotzen der Volatilität
Was für eine Achterbahnfahrt an den Edelmetallmärkten! Nach einem regelrechten Absturz in der vergangenen Woche haben sich Gold und Silber eindrucksvoll zurückgemeldet. Der Goldpreis kletterte in der Nacht zum Dienstag wieder über die psychologisch bedeutsame Schwelle von 5.000 US-Dollar und notierte am Morgen bei stolzen 5.067 Dollar pro Feinunze. Ein Tagesgewinn von 122 Dollar oder rund 2,5 Prozent – das nenne ich ein Comeback.
Dramatischer Einbruch als Sprungbrett für die Erholung
Die Erholung kommt nicht von ungefähr. Noch am vergangenen Montag hatte das gelbe Edelmetall mit 4.402 Dollar den tiefsten Stand seit fast vier Wochen markiert. Ein Einbruch, der so manchen Anleger nervös gemacht haben dürfte. Doch wer die Geschichte der Edelmetalle kennt, weiß: Solche Korrekturen sind keine Seltenheit, sondern gehören zum Wesen dieser Anlageklasse.
Noch spektakulärer gestaltete sich die Entwicklung beim kleinen Bruder des Goldes. Silber legte um fast fünf Prozent zu und erreichte 89,20 Dollar pro Feinunze. Dabei war der Preis am Montag noch auf 71 Dollar abgestürzt – und das, obwohl Silber erst am vergangenen Donnerstag ein historisches Rekordhoch von über 121 Dollar erreicht hatte. Eine Volatilität, die selbst hartgesottene Marktbeobachter ins Staunen versetzt.
Der Dollar als Spielverderber – und Retter zugleich
Was steckt hinter diesen wilden Kursbewegungen? Die Antwort liegt, wie so oft, jenseits des Atlantiks. Der anhaltende Konflikt zwischen der US-Regierung unter Präsident Trump und der amerikanischen Notenbank Federal Reserve sorgt für erhebliche Unsicherheit an den Finanzmärkten. Da Edelmetalle international in Dollar gehandelt werden, wirken sich Schwankungen der amerikanischen Währung unmittelbar auf die Preise aus.
Ein schwächerer Greenback macht Gold und Silber für Käufer mit Euro, Yen oder anderen Währungen schlicht günstiger. Diese Mechanik erklärt einen Großteil der jüngsten Preisbewegungen. Hinzu kommt das Treiben der Spekulanten, die auf noch höhere Metallpreise gewettet hatten und von der plötzlichen Trendumkehr kalt erwischt wurden. Zwangsverkäufe zur Deckung von Verlusten verstärkten den Abwärtsdruck zusätzlich.
Banken bleiben bullish: 6.000 Dollar im Visier
Trotz der jüngsten Turbulenzen zeigen sich die großen Investmenthäuser erstaunlich gelassen. Die Deutsche Bank bekräftigte am Montag ihre ambitionierte Prognose: Der Goldpreis könnte im Laufe des Jahres bis auf 6.000 US-Dollar pro Unze steigen. Eine Einschätzung, die angesichts der geopolitischen Unsicherheiten und der anhaltenden Inflationssorgen durchaus nachvollziehbar erscheint.
Etwas zurückhaltender, aber keineswegs pessimistisch, äußern sich die Analysten von Goldman Sachs. Sie erwarten zum Jahresende einen Goldpreis von 5.400 US-Dollar. Auch das wäre ein beachtlicher Anstieg gegenüber dem aktuellen Niveau und würde die Attraktivität physischer Edelmetalle als Vermögenssicherung einmal mehr unterstreichen.
Warum Gold gerade jetzt so gefragt ist
Die Gründe für das anhaltende Interesse an Edelmetallen liegen auf der Hand. In Zeiten, in denen Regierungen weltweit Schulden in astronomischer Höhe anhäufen und die Gelddruckmaschinen auf Hochtouren laufen, suchen Anleger nach Werten, die nicht beliebig vermehrbar sind. Gold und Silber erfüllen diese Anforderung seit Jahrtausenden. Sie sind der ultimative Schutz gegen die Entwertung von Papiergeld – eine Eigenschaft, die in der aktuellen wirtschaftspolitischen Lage wichtiger denn je erscheint.
Für deutsche Anleger kommt ein weiterer Vorteil hinzu: Gewinne aus dem Verkauf von physischem Gold sind nach einer Haltefrist von einem Jahr steuerfrei. Ein Privileg, das kaum eine andere Anlageklasse bietet und das die Attraktivität des gelben Metalls zusätzlich steigert.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor dem Kauf von Edelmetallen oder anderen Anlageprodukten eine eigene, gründliche Recherche durchführen. Physische Edelmetalle können eine sinnvolle Ergänzung zur Vermögenssicherung und Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio darstellen.

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