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KI-generiert

Gold vor den Midterms: Wird Dienstag zum Wendepunkt?

Gold vor den Midterms: Wird Dienstag zum Wendepunkt?
Symbolbild: KI-generiert

Erst kam der Ausverkauf, jetzt richten sich alle Blicke nach Washington. Nachdem der Goldpreis am Freitag auf rund 3.870 Dollar je Unze abgerutscht war und damit den tiefsten Stand seit September 2025 erreicht hatte, kletterte er zum Wochenstart wieder in Richtung 3.900 Dollar. Am Dienstag, dem 3. November, wählen die Amerikaner ihren Kongress neu. Die Statistik der vergangenen Jahrzehnte spricht für Gold, sie liefert allerdings auch eine deutliche Warnung.

Öl gibt nach, Gold schöpft Hoffnung

Die Erholung zum Wochenstart kommt nicht von ungefähr. Die Ölpreise geben kräftig nach: Brent verlor zeitweise rund vier Prozent auf 109 Dollar, und die US-Sorte WTI fiel unter die Marke von 100 Dollar. Ausgelöst haben das Signale von US-Präsident Donald Trump. Nach einem Gespräch mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu setze er im Iran-Konflikt vorerst offenbar auf Diplomatie.

Billigere Energie dämpft den Inflationsdruck. Das klingt zunächst paradox, kann für Gold aber Rückenwind bedeuten, nämlich dann, wenn Anleiherenditen und Dollar in der Folge nachgeben. Gegenwind gibt es trotzdem: Medienberichten zufolge belasten Abflüsse aus Gold-ETFs. Hinzu kommt die US-Notenbank, die den Leitzins am 28. Oktober trotz schwacher Arbeitsmarktdaten unverändert gelassen hat.

Was die Wahlgeschichte verrät

Die Zahlen aus der Vergangenheit sind bemerkenswert. Seit 2002 lag der Goldpreis nach allen sechs US-Zwischenwahlen zum Jahresende höher, und zwar um ein bis neun Prozent. Zwölf Monate nach der Wahl stand Gold in fünf von sechs Fällen im Plus, im Schnitt um rund 18 Prozent.

Auch über einen längeren Zeitraum fällt die Bilanz positiv aus. Seit 1982 stieg Gold nach sieben von elf Midterms binnen eines Jahres, durchschnittlich um etwa zehn Prozent. In normalen Jahren waren es im gleichen Zeitraum nur rund vier Prozent. Dazu kommt die Saisonalität: Eine Auswertung über 30 Jahre zählt den November zu den stärksten Goldmonaten, und der Schwung reicht oft bis in den Dezember.

Das Warnsignal von 2014

Eine Garantie liefert die Statistik aber nicht. Das zeigt vor allem 2014. Gold steckte damals wie heute in einer tiefen Korrektur und lag bereits mehr als 30 Prozent unter seinem Rekordhoch. Im Jahr nach der Wahl verlor es weitere rund fünf Prozent. Auch nach den Wahlen von 1982 und 1990 ging es abwärts.

Nicht die Wahl entscheidet, sondern der Dollar

Der World Gold Council kommt zu einem Befund, der vielen Wahlkampfstrategen kaum gefallen dürfte: Welche Partei den Kongress kontrolliert, spielt für den Goldpreis statistisch kaum eine Rolle. Entscheidend sei der US-Dollar. Seit 1982 legte der Dollarindex nach vier Zwischenwahlen innerhalb eines Jahres um mehr als drei Prozent zu. Gold fiel in diesen Fällen oder trat auf der Stelle. In den sieben übrigen Fällen, in denen der Dollar seitwärts lief oder schwächer wurde, stieg Gold jedes Mal, im Schnitt um rund 18 Prozent.

Wie stark dieser Zusammenhang wirkt, hat der September gezeigt. Laut World Gold Council verlor Gold damals 8,5 Prozent. Gleichzeitig stieg der Dollarindex um zwei Prozent, und die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zog um 53 Basispunkte auf 5,3 Prozent an. In einer Analyse vom 22. Oktober hebt der Verband hervor, dass vor allem die wirtschafts- und geldpolitischen Folgen der Wahl zählten. Dazu gehörten mögliche Ausgabengrenzen, eine veränderte KI-Regulierung und eine Entspannung im Iran-Konflikt.

Die kritische Marke: 4.000 Dollar

Aus charttechnischer Sicht ist die Lage eindeutig. Erobert Gold die Marke von 4.000 Dollar nicht nachhaltig zurück, könnte die Korrektur weitergehen. Das erste Ziel läge bei 3.760 Dollar, wo das 38,2-Prozent-Fibonacci-Retracement verläuft. Darunter folgt eine kräftige Unterstützungszone um 3.400 Dollar aus der Zeit zwischen April und August 2025. Als Risiken gelten hohe Realrenditen, ein fester Dollar und Notverkäufe von Anlegern, die nach dem KI-Ausverkauf an Aktienmärkten Liquidität brauchen.

Unsere Redaktion meint: Wer in Gold nur einen Wahlzettel-Trade sieht, denkt zu kurz. Der Preis hängt an Dollar, Zinsen und Notenbank, also an genau den Größen, die durch die ausufernden Staatsschulden diesseits und jenseits des Atlantiks dauerhaft unter Druck stehen. Für langfristig orientierte Sparer bleiben physisches Gold und Silber deshalb eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen, gerade wenn die Kurse zwischenzeitlich schwanken.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Edelmetallen. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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