
Glasfaser-Chaos: Digitalminister rudert zurück – DSL bleibt uns erhalten
Die digitale Zukunft Deutschlands gleicht einem Flickenteppich – und das soll offenbar auch so bleiben. Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) verkündete nun, dass die veraltete DSL-Technologie nicht flächendeckend abgeschaltet werden solle. Ein Armutszeugnis für die digitale Transformation in Deutschland oder ein Moment der Vernunft?
"Es ist sicher nicht der richtige Weg, einfach nur abzuschalten", erklärte der CDU-Politiker gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Man habe in der Vergangenheit zu oft abgeschaltet – jetzt wolle man endlich mal wieder etwas anschalten. Eine bemerkenswerte Erkenntnis für einen Digitalminister im Jahr 2025.
Die ernüchternde Realität des Glasfaserausbaus
Während andere Länder längst flächendeckend mit Hochgeschwindigkeitsinternet versorgt sind, dümpelt Deutschland weiter vor sich hin. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Lediglich jeder vierte Kunde entscheide sich für Glasfaser, wenn es ihm angeboten werde. Ein vernichtendes Urteil für die jahrelange Digitalpolitik der Vorgängerregierungen.
Wildberger führte diese magere Akzeptanz darauf zurück, dass man in der Vergangenheit zu stark auf Kupferkabel gesetzt habe. Eine Binsenweisheit, die jedem Experten seit Jahren bekannt ist. Derzeit erreiche man beim Glasfaserausbau eine Anschlussfähigkeit von gerade einmal 50 Prozent. Bis zum Ende der Legislaturperiode wolle man immerhin die 70-Prozent-Marke knacken – ein Ziel, das angesichts der bisherigen Geschwindigkeit des Ausbaus ambitioniert erscheint.
Kritik aus der Wohnungswirtschaft prallt ab
Besonders pikant: Die Wohnungswirtschaft hatte zuletzt massive Kritik an den Ausbauplänen geäußert. Wildbergers Reaktion darauf offenbart die typische Arroganz der politischen Klasse: "Aber wir müssen in diesem Land auch lernen, Prioritäten zu setzen, auch wenn es nicht allen passt." Eine bemerkenswerte Aussage, die zeigt, wie weit sich die Politik von den realen Bedürfnissen der Bürger entfernt hat.
Der Minister fügte hinzu: "Wenn man etwas macht, und alle sind am Ende glücklich, hat man wahrscheinlich nicht viel gemacht." Diese Logik mag in der Politik funktionieren, doch in der Realwirtschaft würde ein solcher Ansatz zum sofortigen Bankrott führen. Kunden zufriedenzustellen ist dort nämlich kein Zeichen von Schwäche, sondern die Grundvoraussetzung für Erfolg.
Deutschland als digitales Entwicklungsland
Die Entscheidung, DSL nicht abzuschalten, mag kurzfristig pragmatisch erscheinen. Langfristig zementiert sie jedoch Deutschlands Status als digitales Entwicklungsland. Während Länder wie Südkorea oder Estland bereits seit Jahren nahezu flächendeckend mit Glasfaser versorgt sind, diskutiert man hierzulande noch immer über die Zukunft einer Technologie aus dem letzten Jahrtausend.
Wildbergers kryptische Aussage "Der Weg zum Tor ist nicht immer eine Gerade" klingt mehr nach philosophischer Selbstrechtfertigung als nach einer klaren digitalen Strategie. Was Deutschland braucht, sind keine Umwege, sondern direkte Wege in die digitale Zukunft.
Die wahren Gewinner dieser Politik
Während die deutsche Digitalinfrastruktur weiter vor sich hin dümpelt, profitieren andere. Internationale Tech-Konzerne lachen sich ins Fäustchen über die deutsche Rückständigkeit. Und während hierzulande über DSL-Abschaltungen debattiert wird, investieren kluge Anleger längst in zukunftssichere Werte – wie physische Edelmetalle, die im Gegensatz zu digitalen Versprechungen einen realen Gegenwert darstellen.
Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hatte versprochen, Deutschland zu modernisieren. Doch die ersten Monate zeigen: Der digitale Stillstand geht weiter. Statt mutiger Reformen gibt es Klein-Klein-Politik und das Festhalten an überholten Technologien. Ein Trauerspiel, das Deutschland teuer zu stehen kommen wird.
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