
Ghanas Goldschatz schmilzt: Notenbank schlägt Alarm!

Afrikas Goldriese kämpft um seine eigenen Tresore. Ghanas Zentralbankchef Johnson Asiama kündigte am Mittwoch in Accra an, dass der Wiederaufbau der Devisenreserven in den kommenden Monaten oberste Priorität habe. Der Grund: Die staatliche Goldankaufsbehörde GoldBod exportiert seit August kein Gold mehr, und die Reserven schrumpfen.
Neun Tonnen Gold in zwölf Monaten weg
Die Zahlen sind ernüchternd. Medienberichten zufolge fielen die Goldbestände des Landes bis Juni 2026 auf 24,4 Tonnen. Ein Jahr zuvor lagen noch 33 Tonnen in den Tresoren. Das ist ein Minus von mehr als einem Viertel.
Als Ursachen werden Goldverkäufe im Jahr 2025 genannt. Hinzu kamen Käufe bei großen Minenbetreibern, die hinter den Zielen zurückblieben. Und das ausgerechnet in einer Phase, in der Gold von Rekord zu Rekord eilt: Der Terminkontrakt notierte zuletzt bei rund 4.713 US-Dollar je Unze. Beobachter dürften sich fragen, ob der Verkauf des Tafelgolds wirklich klug war.
Asiama warnt vor dem vierten Quartal
Zum Auftakt der 132. Sitzung des geldpolitischen Ausschusses fand Asiama deutliche Worte. Die schwächere Leistungsbilanz, der Rückgang der Reserven und die Exportpause bei GoldBod machten es nötig, die Puffer genau zu prüfen. Das gelte vor allem, weil im vierten Quartal traditionell mehr Devisen gebraucht werden.
„Der Wiederaufbau der Reserven wird in den kommenden Monaten tatsächlich eine zentrale Priorität für die Bank sein.“
Laut ghanaischen Medienberichten reichen die Bruttoreserven derzeit noch für rund 4,2 Monate an Importen. Der Druck von außen wachse aber, betonte der Gouverneur. Der Konflikt im Nahen Osten und steigende Ölpreise machten die Weltlage zunehmend unsicher.
Staatlicher Goldhunger mit Zwangsquote
Hinter GoldBod steckt ein ehrgeiziges Modell. Die 2025 per Gesetz gegründete Behörde sammelt im Land gefördertes Gold für den Export und den Aufbau von Reserven. Ein Teil geht direkt an die Zentralbank, um die Landeswährung Cedi zu stützen.
Im Mai erhöhte Accra den Druck deutlich: Große Minenkonzerne müssen seitdem 30 statt 20 Prozent ihrer Jahresproduktion an die Notenbank verkaufen. Ende August ordnete GoldBod außerdem an, dass Zwischenhändler Rohgold ab dem 1. September nur noch exportieren dürfen, wenn es im Inland raffiniert wurde. Ob diese neue Regel mit der Exportpause zusammenhängt, ist offiziell nicht bestätigt.
Auch die Inflation steigt wieder
Als wäre das nicht genug, zieht auch die Teuerung an. Sie stieg von 3,2 Prozent im März auf 5,0 Prozent im August. Der Ausschuss muss nun entscheiden, ob der Leitzins von 14 Prozent noch passt. Die Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal um 6,0 Prozent, nach revidierten 6,6 Prozent ein Jahr zuvor.
Die Vorgeschichte zeigt, warum Accra nervös ist. Ende 2022 stellte Ghana die Zahlungen auf den Großteil seiner Auslandsschulden ein und musste den Internationalen Währungsfonds um Hilfe bitten. Aus dieser Krise folgt eine klare Lehre: Wer harte Reserven hat, bleibt handlungsfähig.
Was deutsche Sparer daraus lernen können
Ghanas Lage zeigt, wie begehrt physisches Gold weltweit als Krisenpuffer ist. Das gilt sogar für Staaten, die es selbst aus dem Boden holen. Notenbanken in aller Welt kaufen seit Jahren Gold zu. In Berlin dagegen türmt die Bundesregierung mit einem Sondervermögen von 500 Milliarden Euro neue Schulden auf. Andere setzen lieber auf das älteste Wertaufbewahrungsmittel der Welt.
Auch für private Anleger können physische Edelmetalle ein sinnvoller Baustein sein, um ihr Vermögen in einem breit gestreuten Portfolio abzusichern.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung, Wertpapiere oder Edelmetalle zu kaufen oder zu verkaufen. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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