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Kettner Edelmetalle
25.03.2026
05:57 Uhr

Gewerkschafter stimmen massenhaft für die AfD – ein Debakel für den DGB

Es ist eine jener Zahlen, die in den Chefetagen des Deutschen Gewerkschaftsbundes für schlaflose Nächte sorgen dürften: Bei den jüngsten Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben Gewerkschaftsmitglieder deutlich häufiger für die AfD gestimmt als der Durchschnitt der Bevölkerung. Ausgerechnet jene Organisationen, die sich seit Jahren als Speerspitze im Kampf gegen die Blauen inszenieren, verlieren ihre eigene Basis an eben diese Partei. Pikanter könnte die Ironie der Geschichte kaum sein.

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache

Laut Analysen der Forschungsgruppe Wahlen, die der langjährige wissenschaftliche Leiter der zentralen tarifpolitischen Dokumentationsstelle der DGB-Gewerkschaften, Reinhard Bispinck, zusammengefasst hat, votierten in Baden-Württemberg satte 24 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder für die AfD. Landesweit erreichte die Partei lediglich 18,8 Prozent. Berufstätige Bürger ohne Gewerkschaftsausweis stimmten mit 18 Prozent ebenfalls seltener für die Alternative. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Die organisierten Arbeitnehmer, für die DGB-Chefin Yasmin Fahimi zu sprechen glaubt, wählen die AfD überproportional – und zwar gegen den erklärten Willen ihrer Funktionäre.

Noch vernichtender fällt das Urteil für die SPD aus. Gerade einmal acht Prozent der baden-württembergischen Gewerkschaftsmitglieder kreuzten bei den Sozialdemokraten an. Die AfD war damit in diesem traditionell linken Milieu dreimal so beliebt wie die Partei, die sich seit über einem Jahrhundert als natürliche Heimat der Arbeiterschaft versteht. Dreimal. Das ist kein Kratzer, das ist ein Totalschaden.

Rheinland-Pfalz bestätigt den Trend

Wer gehofft hatte, es handele sich um eine regionale Anomalie, wurde am Wahlsonntag in Rheinland-Pfalz eines Besseren belehrt. Auch dort stimmten 23 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder für die AfD – gegenüber 19 Prozent bei berufstätigen Nichtmitgliedern und einem Landesergebnis von 19,5 Prozent. Die SPD konnte sich hier zwar mit 32 Prozent als stärkste Kraft unter den Gewerkschaftern behaupten, doch der Abstand zur AfD schmilzt wie Schnee in der Frühlingssonne. Die CDU, landesweit mit 31 Prozent stärkste Partei, fand bei den organisierten Arbeitnehmern mit nur 21 Prozent erstaunlich wenig Zuspruch.

In beiden Bundesländern ist die AfD damit bei den DGB-Mitgliedern jeweils zweitstärkste Kraft geworden – einmal hinter den Grünen, einmal hinter der SPD. Im Landesdurchschnitt landete sie dagegen jeweils nur auf Platz drei. Die Botschaft ist eindeutig: Die arbeitende Mitte dieses Landes wendet sich in Scharen von den etablierten Parteien ab.

Die Heuchelei der Gewerkschaftsführung

Was diese Zahlen besonders brisant macht, ist der eklatante Widerspruch zwischen der politischen Agenda der Gewerkschaftsspitzen und dem tatsächlichen Wahlverhalten ihrer Mitglieder. Die DGB-Führung unter Yasmin Fahimi, einer ehemaligen SPD-Generalsekretärin, gehört zu den lautstärksten Stimmen im sogenannten „Kampf gegen rechts". Regelmäßig verbünden sich die Gewerkschaften für Demonstrationen und Aktionen mit linksradikalen Gruppierungen und den christlichen Kirchen. Man marschiert Seite an Seite mit Antifa-Aktivisten und hält flammende Reden gegen die AfD – während ein Viertel der eigenen Mitglieder genau diese Partei wählt.

Ist das nicht der eigentliche Skandal? Dass eine Funktionärskaste, die sich anmaßt, für Millionen von Arbeitnehmern zu sprechen, offenkundig den Kontakt zur Lebensrealität ihrer Basis verloren hat? Die Menschen, die jeden Morgen aufstehen, zur Arbeit gehen und dieses Land am Laufen halten, haben ganz andere Sorgen als die identitätspolitischen Lieblingsprojekte der Gewerkschaftselite. Sie sorgen sich um steigende Lebenshaltungskosten, um die galoppierende Inflation, um die Sicherheit in ihren Vierteln und um eine Migrationspolitik, die seit Jahren außer Kontrolle geraten ist.

Ein Symptom des Vertrauensverlustes

Das Wahlverhalten der Gewerkschafter ist letztlich nur ein weiteres Symptom eines tiefgreifenden Vertrauensverlustes, der die gesamte politische Landschaft Deutschlands erfasst hat. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar versprochen, „Verantwortung für Deutschland" zu übernehmen, doch mit einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das kommende Generationen mit Schulden belastet, und einer im Grundgesetz verankerten Klimaneutralität bis 2045 dürfte sich an den realen Problemen der arbeitenden Bevölkerung wenig ändern. Die Menschen spüren, dass die Politik an ihnen vorbeiregiert – und sie reagieren an der Wahlurne.

Vielleicht sollte Frau Fahimi weniger Zeit auf Demonstrationen verbringen und stattdessen einmal ihren eigenen Mitgliedern zuhören. Denn eines zeigen diese Zahlen mit aller Deutlichkeit: Die Brandmauer, die der DGB so eifrig errichtet, steht auf dem Fundament einer Basis, die längst auf der anderen Seite angekommen ist.

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