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Kettner Edelmetalle
18.02.2026
20:47 Uhr

Gespaltene Fed: Zinserhöhungen wieder im Spiel – und die Angst vor der Schattenbank-Bombe wächst

Gespaltene Fed: Zinserhöhungen wieder im Spiel – und die Angst vor der Schattenbank-Bombe wächst

Was die US-Notenbank Federal Reserve in ihren jüngst veröffentlichten Sitzungsprotokollen offenbart, sollte jedem Anleger einen kalten Schauer über den Rücken jagen. Die sogenannten FOMC-Minutes der Januarsitzung zeichnen das Bild einer zutiefst gespaltenen Institution, die zwischen der Furcht vor hartnäckiger Inflation und der Sorge um einen fragilen Arbeitsmarkt hin- und hergerissen ist. Und als wäre das nicht genug, warnen die Notenbanker erstmals in dieser Deutlichkeit vor tickenden Zeitbomben im Finanzsystem.

Zinssenkungen? Zinserhöhungen? Niemand weiß es mehr

Die Kernbotschaft der Protokolle lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Ratlosigkeit. Fast alle Mitglieder sprachen sich zwar dafür aus, den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent zu belassen. Doch damit enden die Gemeinsamkeiten auch schon. Während „einige wenige" eine Zinssenkung um 25 Basispunkte bevorzugt hätten – mit Verweis auf eine zu restriktive Geldpolitik und Risiken am Arbeitsmarkt –, brachten „mehrere" Mitglieder eine diametral entgegengesetzte Option ins Spiel: Zinserhöhungen. Diese könnten angemessen sein, sollte die Inflation hartnäckig über dem Zwei-Prozent-Ziel verharren.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. Dieselbe Institution, die noch im vergangenen Jahr den Leitzins um 75 Basispunkte gesenkt hatte, diskutiert nun ernsthaft über eine Kehrtwende. Mehrere Teilnehmer warnten explizit davor, dass weitere Zinssenkungen bei erhöhter Inflation als Signal einer nachlassenden Verpflichtung gegenüber dem Zwei-Prozent-Ziel interpretiert werden könnten. Eine bemerkenswerte Selbstreflexion – oder schlicht das Eingeständnis, dass man sich im vergangenen Herbst zu früh bewegt hat.

Die Inflation: Zäher als erhofft

Die Inflationseinschätzungen der Fed-Mitglieder lesen sich wie ein Lehrstück in vorsichtigem Optimismus, der ständig von der Realität eingeholt wird. Ja, die Teuerung sei von den Höchstständen des Jahres 2022 deutlich zurückgegangen. Aber sie bleibe „etwas erhöht" im Verhältnis zum Zielwert. Die meisten Teilnehmer mahnten, der Fortschritt in Richtung zwei Prozent könnte langsamer und ungleichmäßiger verlaufen als erhofft. Das Risiko einer dauerhaft über dem Ziel liegenden Inflation wurde als „bedeutsam" eingestuft.

Besonders aufschlussreich: Einige Mitglieder berichteten von Geschäftskontakten, die für dieses Jahr Preiserhöhungen planten – unter anderem wegen der von Präsident Trump eingeführten Zölle. Die 20 Prozent auf EU-Importe und 34 Prozent auf chinesische Waren dürften ihre Spuren in den Verbraucherpreisen hinterlassen. Dass „mehrere" Fed-Vertreter eine anhaltende Nachfrage als inflationstreibend identifizierten, während andere auf sinkende Wohnkosten und steigende Produktivität als dämpfende Faktoren verwiesen, unterstreicht nur die fundamentale Uneinigkeit innerhalb des Gremiums.

Arbeitsmarkt: Stabil an der Oberfläche, brüchig darunter

Der Arbeitsmarkt präsentiert sich nach Einschätzung der Fed als stabilisiert – zumindest auf den ersten Blick. Die Arbeitslosigkeit sei niedrig, Entlassungen blieben gering. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt Risse im Fundament. Die Neueinstellungen seien ebenfalls gedämpft, mehrere Kontakte berichteten von Zurückhaltung bei Personalentscheidungen angesichts der Unsicherheit durch Künstliche Intelligenz und die allgemeine Wirtschaftslage. Einige Mitglieder verwiesen zudem auf eine geringere Netto-Immigration als Faktor für schwache Beschäftigungszuwächse – eine bemerkenswerte Feststellung, die in der politischen Debatte um Einwanderung durchaus Sprengkraft birgt.

Besonders alarmierend: Mehrere Teilnehmer identifizierten eine wachsende Kluft zwischen wohlhabenden und einkommensschwachen Haushalten. Während die Konsumausgaben der Besserverdienenden robust blieben, zeigten sich bei Geringverdienern deutliche Schwächezeichen. Eine K-förmige Erholung, wie sie Kritiker seit langem befürchten – die Reichen werden reicher, die Armen ärmer.

Die wahre Brisanz: Finanzstabilität auf dem Prüfstand

Der vielleicht beunruhigendste Abschnitt der Protokolle betrifft die Diskussion über die Finanzstabilität. Hier wird die Fed ungewöhnlich konkret – und das sollte jeden Marktteilnehmer aufhorchen lassen. Mehrere Teilnehmer kommentierten hohe Vermögensbewertungen und historisch niedrige Kreditaufschläge. In Klartext: Die Märkte sind teuer, und das Risiko wird nicht angemessen bepreist.

Doch es kommt noch dicker. Die Fed benennt explizit die Konzentration der Marktkapitalisierung auf wenige Technologiegiganten – die berüchtigten „Magnificent Seven" – als potenzielle Schwachstelle. Die Finanzierung des KI-Infrastrukturausbaus in „undurchsichtigen privaten Märkten" erfordere eine genaue Beobachtung, so einige Teilnehmer. Wer sich an die Subprime-Krise von 2008 erinnert, dem dürfte bei dem Wort „undurchsichtig" im Zusammenhang mit Finanzierungsstrukturen der Magen umdrehen.

Private Credit und Hedgefonds: Die nächste Krise im Werden?

Mehrere Fed-Vertreter hoben ausdrücklich die Verwundbarkeiten im Bereich Private Credit hervor – jenem boomenden Sektor, der Kredite an riskantere Schuldner vergibt und dabei eng mit Versicherungsgesellschaften und Banken verflochten ist. Die Verflechtungen zwischen diesen Schattenbanken und dem regulierten Bankensektor könnten sich im Krisenfall als fatale Ansteckungskanäle erweisen.

Nicht minder besorgniserregend: Die wachsende Rolle von Hedgefonds an den Staatsanleihe- und Aktienmärkten. Steigende Hebelwirkung und die Ausweitung sogenannter Basis-Trades – Arbitrage-Geschäfte zwischen Kassa- und Terminmärkten – könnten den Treasury-Markt anfälliger für Schocks machen. Man erinnere sich an den September 2019, als der Repo-Markt beinahe kollabierte, oder an den März 2020, als die Fed mit Billionen einspringen musste, um den Staatsanleihemarkt zu stabilisieren.

Der Dollar-Yen und die geheimnisvolle „Rate Check"

Ein faszinierendes Detail am Rande: Die Fed bestätigte, dass ihr Trading Desk im Vorfeld der Sitzung sogenannte „Rate Checks" zum Dollar-Yen-Wechselkurs durchgeführt hatte – also indikative Kursanfragen, die an den Märkten sofort als mögliches Interventionssignal interpretiert wurden und den Dollar deutlich unter Druck setzten. Die Fed stellte klar, dass diese Anfragen ausschließlich im Auftrag des US-Finanzministeriums in ihrer Rolle als Fiskalagent erfolgt seien. Ob diese Erklärung die Märkte beruhigt, darf bezweifelt werden.

Was bedeutet das für Anleger?

Die Botschaft der FOMC-Minutes ist unmissverständlich: Die Unsicherheit war selten größer. Eine Fed, die gleichzeitig über Zinssenkungen und Zinserhöhungen diskutiert, ist eine Fed, die selbst nicht weiß, wohin die Reise geht. Die explizite Warnung vor Blasen bei Vermögenswerten, vor der Konzentration auf wenige Tech-Giganten und vor den Risiken im Schattenbankensektor sollte als das gelesen werden, was sie ist: ein Alarmsignal.

In Zeiten solcher Unsicherheit erweist sich einmal mehr, warum physische Edelmetalle als Vermögenssicherung unverzichtbar sind. Während Aktienmärkte von der Konzentration auf wenige Titel abhängen, Hedgefonds mit immer höherem Hebel spekulieren und der Private-Credit-Sektor intransparente Risiken aufbaut, bieten Gold und Silber genau das, was in solchen Phasen am meisten zählt: Substanz ohne Gegenparteirisiko. Die Geschichte lehrt uns, dass in jeder Finanzkrise diejenigen am besten dastanden, die rechtzeitig einen Teil ihres Vermögens in physische Werte umgeschichtet hatten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Quellen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen durchzuführen und gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Anlageentscheidungen erfolgen stets auf eigenes Risiko und eigene Verantwortung.

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