
Genf wird zum diplomatischen Brennpunkt: Trump schickt Schwiegersohn und Sondergesandten in Doppelverhandlungen

Die Weltdiplomatie steht vor einer bemerkenswerten Woche. Am kommenden Dienstag sollen in Genf gleich zwei hochbrisante Verhandlungsrunden stattfinden – eine zum Iran-Konflikt und eine zum Ukraine-Krieg. Was auf den ersten Blick nach entschlossenem Handeln aussieht, wirft bei näherer Betrachtung durchaus Fragen auf.
Kushner und Witkoff: Trumps diplomatische Doppelspitze
Eine US-Delegation unter der Führung von Sondergesandtem Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner soll am Dienstagmorgen zunächst mit iranischen Vertretern zusammentreffen. Vermittelt würden die Gespräche durch Vertreter des Oman, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle gegenüber Nachrichtenagenturen bestätigte. Am Nachmittag desselben Tages stünden dann trilaterale Gespräche mit Vertretern Russlands und der Ukraine auf dem Programm.
Dass Donald Trump ausgerechnet seinen Schwiegersohn als diplomatischen Unterhändler in derart heikle Verhandlungen schickt, ist bezeichnend für den Politikstil des 47. Präsidenten. Familienbande statt Karrierediplomaten – man mag darüber denken, was man will. Immerhin: Trump handelt. Und das ist mehr, als man von so manchem europäischen Staatschef behaupten könnte.
Iran unter Druck – doch reicht das?
Präsident Trump erhöht den Druck auf Teheran massiv. Nach der brutalen Niederschlagung von Protesten im Iran hat Washington eine beträchtliche Marinepräsenz in der Region aufgebaut. Die Botschaft ist unmissverständlich: Die USA meinen es ernst. Ob die iranische Führung allerdings zu echten Zugeständnissen bereit sein wird, darf bezweifelt werden. Das Mullah-Regime hat in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass es diplomatische Gespräche vor allem als Zeitgewinn nutzt – während im Hintergrund das Atomprogramm weiterläuft.
Gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Eskalation im Nahen Osten, wo Israel iranische Atomanlagen ins Visier genommen hat und Teheran mit Raketenbeschuss reagierte, erscheinen die Genfer Gespräche als dringend notwendig – aber auch als möglicherweise zu spät kommend.
Ukraine-Krieg: Vier Jahre Blutvergießen und kein Ende in Sicht
Die zweite Verhandlungsrunde des Tages betrifft den mittlerweile vier Jahre andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Trump versucht, beide Seiten an den Verhandlungstisch zu bewegen. Man erinnere sich: Bereits im Dezember 2024 reisten Witkoff und Kushner nach Moskau, um mit Präsident Putin persönlich zu sprechen. Ein Bild, das um die Welt ging – und das in Europa für erhebliche Nervosität sorgte.
Während die europäischen Verbündeten, allen voran Deutschland unter der neuen Großen Koalition von Friedrich Merz, noch über Sondervermögen und Infrastrukturpakete debattieren, macht Washington Nägel mit Köpfen. Ob die trilateralen Gespräche tatsächlich zu einem Durchbruch führen werden, steht freilich auf einem anderen Blatt. Russland hat bislang wenig Bereitschaft gezeigt, von seinen maximalistischen Forderungen abzurücken, und die Ukraine wird kaum Territorium kampflos aufgeben.
Europa als Zaungast der eigenen Sicherheit
Was an diesen Genfer Verhandlungen besonders auffällt: Europa sitzt nicht am Tisch. Weder bei den Iran-Gesprächen noch bei den Ukraine-Verhandlungen spielen europäische Diplomaten eine nennenswerte Rolle. Das ist ein Armutszeugnis für einen Kontinent, der sich so gerne als Friedensmacht inszeniert. Stattdessen bestimmen Washington, Moskau und Teheran die Agenda – und Europa darf zusehen.
Die Doppelverhandlungen in Genf könnten ein historischer Wendepunkt werden. Oder sie könnten als weitere Episode in einer endlosen Reihe ergebnisloser Diplomatie enden. Eines steht jedoch fest: Die Welt wartet nicht auf Europa. Und Deutschland täte gut daran, sich endlich wieder als ernstzunehmender geopolitischer Akteur zu positionieren, statt sich in innenpolitischen Grabenkämpfen zu verlieren.
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