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Geheimplan fürs Schloss Bellevue: Setzt Merz auf Karin Prien?

Geheimplan fürs Schloss Bellevue: Setzt Merz auf Karin Prien?
Symbolbild: KI-generiert

Im Ringen um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier taucht ein neuer Name auf, und er kommt direkt aus dem Kabinett. Medienberichten zufolge gilt Bundesbildungs- und Familienministerin Karin Prien (CDU) als heimliche Favoritin von Kanzler Friedrich Merz. Fallen soll die Entscheidung am 9. November.

Merz kündigt einen „geordneten Prozess“ an

Am Rande seiner Asien-Reise versprach der Kanzler einen „geordneten Prozess“. Festlegen soll sich das CDU-Präsidium in seiner Sitzung am 9. November. Einbinden will Merz nicht nur den Koalitionspartner SPD, sondern ausdrücklich auch die Grünen, obwohl die im Bundestag in der Opposition sitzen.

Öffentlich nennt der Kanzler keinen Namen. In seinem direkten Umfeld werde Prien aber hoch gehandelt, heißt es in dem Bericht. Mit der Ministerin selbst sei darüber allerdings noch nicht gesprochen worden.

Viel Zeit bleibt nicht mehr. Am 30. Januar 2027 tritt die Bundesversammlung zusammen. Steinmeiers zweite Amtszeit endet am 18. März, ein drittes Mal darf er nicht antreten. Von 1.260 Stimmen braucht der Kandidat in den ersten beiden Wahlgängen mindestens 631.

Merkel auf Platz eins: Kiel setzt ein Zeichen

Am Donnerstag bekam das Gerücht in Priens Heimatverband Schleswig-Holstein neue Nahrung. Die CDU-Landtagsfraktion in Kiel legte ihre Vorschlagsliste für die Bundesversammlung vor, und die beginnt mit einer Überraschung. Auf Platz eins steht Altkanzlerin Angela Merkel. Sie war schon 2022 Mitglied der Bundesversammlung.

Die Fraktion verweist zur Begründung darauf, dass die CDU-Fraktion aus dem Schweriner Landtag ausgeschieden sei. Als Nachbarn habe man Merkels Benennung deshalb „gerne und aus voller Überzeugung übernommen“.

Auf Platz zwei folgt Ex-Handballer Patrick Wiencek vom Rekordmeister THW Kiel. Platz drei bekommt Karin Prien. Erst dann folgt Ministerpräsident und CDU-Landeschef Daniel Günther auf Rang vier. Ein Regierungschef hinter einer Bundesministerin: Beobachter halten das kaum für Zufall.

Stimmen von links als Schutzschild

In der Nord-CDU wird inzwischen offen darüber geredet, dass Prien die eigentliche Favoritin des Kanzlers sei. Hessens CDU-Fraktionschefin Ines Claus werde demnach nur zur Ablenkung im Gespräch gehalten. Claus hatte zuletzt selbst Interesse signalisiert. Berichten zufolge hatte das Merz-Umfeld dementiert, dass sie die Favoritin sei.

Laut dem Bericht spricht aus Sicht von Vertrauten einiges für Prien:

  • Sie sei für SPD und Grüne gut vermittelbar.
  • Ihre jüdischen Wurzeln setzten ein Zeichen für Integration und gegen jede Form von Antisemitismus.
  • Sie binde den eher linken Merkel-Flügel der Partei ein.

Das Kalkül dahinter: Mit Prien ließe sich die Gefahr von „Heckenschützen“ in der geheimen Wahl verringern. Stimmen von SPD und Grünen könnten mögliche Abweichler aus den eigenen Reihen ausgleichen. Für Merz müsse die Personalie reibungslos durchgehen, heißt es, damit seine Bilanz nicht noch weiter leidet.

Ein Kanzler, der wieder nach links schaut?

Für viele konservative Wähler dürfte das ein vertrautes Muster sein. Erst zeigt der Kanzler ein Profil mit klarer Kante, dann holt er sich Rückendeckung beim Merkel-Lager. Das höchste Staatsamt wird so zum Spielball im Machtkampf innerhalb der Union.

Dazu kommt Druck aus München. Die CSU wirbt für die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner. CSU-Chef Markus Söder erinnerte daran, dass seine Partei in 75 Jahren weder Kanzler noch Bundespräsidenten gestellt habe:

„Eigentlich kann man schon mal argumentieren, dass wir jetzt auch ein bisschen dran wären.“

Auch in der SPD gibt es Sympathien für Aigner. Eine Kandidatin Prien wäre damit auch eine Ansage an die Schwesterpartei. Am 9. November wird sich zeigen, ob Merz das Amt nach Format und Überzeugung besetzt oder nach Mehrheitstaktik.

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