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Kettner Edelmetalle
18.03.2026
06:58 Uhr

Gasversorgung in Gefahr: Iran-Krise entlarvt Deutschlands energiepolitische Verwundbarkeit

Man könnte meinen, die Lehren aus dem Energiedesaster des Jahres 2022 hätten ausgereicht, um Deutschland endlich auf einen soliden energiepolitischen Kurs zu bringen. Doch weit gefehlt. Während die Bundesregierung unter Friedrich Merz gebetsmühlenartig beteuert, die Gasversorgung sei „sicher", schlagen die deutschen Speicherbetreiber Alarm – und die Fakten geben ihnen Recht.

Der Kampf um Flüssigerdgas eskaliert

Die Initiative Energien Speichern (INES), der Zusammenschluss der deutschen Gasspeicherbetreiber, zeichnet in ihrem jüngsten Szenario ein beunruhigendes Bild. Zwar sei die Versorgung für den laufenden Winter noch gesichert. Doch für die Wintersaison 2026/27 bestehe ein „erhebliches Risiko". Der Grund: Die Iran-Krise und die damit verbundene Schließung der Straße von Hormus haben die globalen LNG-Märkte in Aufruhr versetzt. Katar – einer der weltweit wichtigsten Exporteure von Flüssigerdgas – hat die Produktion an seinem größten Terminal eingestellt. Wichtige Mengen fehlen schlicht.

Was folgt, ist ein erbitterter Bieterwettkampf zwischen Europa und Asien um die verbliebenen LNG-Lieferungen. Zahlreiche Tanker, die ursprünglich europäische Häfen ansteuerten, haben in den vergangenen Tagen ihren Kurs geändert – Richtung Asien, wo offenbar mehr gezahlt wird. So einfach funktioniert der Markt. Und so brutal kann er sein.

Wenn sich Einspeicherung nicht mehr lohnt

Das eigentliche Problem liegt in der perversen Preisstruktur, die sich derzeit herausgebildet hat. Normalerweise kaufen Händler im Sommer günstig Gas ein, speichern es und verkaufen es im Winter mit Gewinn weiter. Dieses bewährte Geschäftsmodell ist zusammengebrochen. Der saisonale Sommer-Winter-Spread hat sich ins Negative gedreht – Gas ist für den kommenden Winter derzeit günstiger als für den Sommer. Wer also jetzt einspeichert, macht Verluste. Welcher rational handelnde Unternehmer würde das tun?

„Der Status quo ist nicht tragfähig", bringt es INES-Geschäftsführer Sebastian Heinermann auf den Punkt. Sein Verband fordert die Einrichtung einer strategischen Gasreserve von rund 78 Terawattstunden, die exogene Schocks – etwa den Ausfall norwegischer Importpipelines – über 90 Tage ausgleichen könnte.

Die Regierung beschwichtigt – wie gewohnt

Das Bundeswirtschaftsministerium reagiert auf die Warnungen mit jener Mischung aus Gelassenheit und Bürokratensprache, die man in Berlin mittlerweile perfektioniert hat. Die Situation sei nicht mit der Gaskrise 2022 vergleichbar, heißt es. Deutschland verfüge heute über eigene LNG-Terminals und mehr Liefermengen aus Norwegen und Westeuropa. Mehr als 64 Prozent der deutschen Speicherkapazitäten seien bereits vermarktet, eine Befüllung finde statt – „deutlich mehr als letztes Jahr".

Klingt beruhigend. Doch wer genauer hinhört, erkennt die Risse in der Fassade. Denn gleichzeitig räumt das Ministerium ein, dass ein staatliches Eingreifen zur Speicherbefüllung „enorme zusätzliche Kosten für Gaskunden beziehungsweise die deutschen Steuerzahler" bedeuten würde. Und wer soll das am Ende bezahlen? Richtig – der ohnehin schon gebeutelte deutsche Bürger, dessen Energierechnung seit Jahren nur eine Richtung kennt: nach oben.

Strategische Gasreserve: Zu wenig, zu spät?

Immerhin scheint sich in Berlin die Erkenntnis durchzusetzen, dass man nicht ewig auf den Markt allein vertrauen kann. Das Ministerium prüfe derzeit ein „zusätzliches Instrument" zur Krisenvorsorge, das strikt vom Markt getrennt vorgehalten werden solle. Bereits im Koalitionsvertrag der Großen Koalition wurde vereinbart, die bestehenden Füllstandsvorgaben – die 2027 auslaufen – auf den Prüfstand zu stellen. Über die Kosten einer solchen strategischen Reserve wolle man allerdings „nicht spekulieren". Ein Satz, der in der politischen Kommunikation meist bedeutet: Es wird teuer.

Man fragt sich unwillkürlich, warum ein Land, das sich einst rühmte, eine der leistungsfähigsten Volkswirtschaften der Welt zu sein, überhaupt in eine solche Lage geraten konnte. Die Antwort ist so simpel wie schmerzhaft: jahrzehntelange energiepolitische Naivität. Erst machte man sich sehenden Auges von russischem Gas abhängig, dann stieg man in einem beispiellosen ideologischen Kraftakt aus der Kernenergie aus – und nun steht man auf dem Weltmarkt im Wettbieten mit asiatischen Volkswirtschaften um jeden Kubikmeter Flüssigerdgas.

Die eigentliche Frage bleibt unbeantwortet

Was Deutschland bräuchte, wäre eine grundlegende energiepolitische Kehrtwende. Eine Strategie, die nicht auf Wunschdenken und Subventionen basiert, sondern auf Versorgungssicherheit und wirtschaftlicher Vernunft. Stattdessen verwaltet man den Mangel, beschwichtigt die Öffentlichkeit und hofft, dass der nächste Winter schon irgendwie glimpflich verlaufen wird. Das erinnert fatal an die Monate vor der Gaskrise 2022, als ebenfalls niemand wahrhaben wollte, wie verwundbar Deutschland tatsächlich ist.

Die Iran-Krise ist dabei nur der jüngste Weckruf in einer langen Reihe von Warnsignalen. Wer glaubt, dass sich die geopolitischen Verwerfungen in Nahost, die Rivalität mit Asien um knappe Energieressourcen und die strukturellen Schwächen der deutschen Energieversorgung von selbst lösen werden, der lebt in einer gefährlichen Illusion. Die deutschen Bürger haben ein Recht darauf, dass ihre Regierung nicht nur reagiert, sondern endlich vorausschauend handelt – bevor die nächste Krise zuschlägt.

In Zeiten wie diesen, in denen geopolitische Risiken die Energiemärkte erschüttern und die Kaufkraft der Bürger weiter erodiert, erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung. Wer sein Portfolio gegen die Unwägbarkeiten einer zunehmend instabilen Welt absichern möchte, sollte eine Beimischung von Edelmetallen ernsthaft in Betracht ziehen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Verluste, die aus Anlageentscheidungen resultieren, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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