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20.10.2026
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Gas-Schock vor dem Winter: Preis springt auf Vierjahreshoch!

Europas Gaspreis kennt derzeit nur eine Richtung: nach oben. Der maßgebliche TTF-Terminkontrakt kletterte am Dienstag über die Marke von 90 Euro je Megawattstunde. So teuer war Erdgas zuletzt im Dezember 2022. Und das ausgerechnet zum Start der Heizsaison, während Deutschlands Speicher bedenklich leer sind.

Von 70 auf 90 Euro in drei Wochen

Noch Anfang Oktober lag der Preis unter 70 Euro. Medienberichten zufolge notierte der niederländische Frontmonatskontrakt zeitweise bei 90,16 Euro. Das ist rund das Dreifache des Niveaus vor dem Iran-Krieg.

Der Strommarkt zieht mit. Der deutsche Jahres-Terminkontrakt erreichte seinen höchsten Stand seit Juli 2023. Zur Einordnung: Im Krisensommer 2022 mussten Händler zeitweise mehr als 300 Euro je Megawattstunde zahlen. Davon ist der Markt noch weit entfernt. Entwarnung? Wohl kaum. Für Familien und Mittelständler, die seit Jahren unter hohen Energiekosten ächzen, ist jeder weitere Euro eine Belastung.

Asien bietet mit, Europa muss nachziehen

Ein wichtiger Treiber sitzt Tausende Kilometer entfernt. In Asien sind die Preise für Flüssigerdgas (LNG) auf den höchsten Stand seit 2022 gestiegen. Das Prinzip ist einfach und brutal: Die Tanker fahren dorthin, wo am meisten gezahlt wird. Wer im Winter heizen will, muss mitbieten. Sobald es kälter wird, droht ein regelrechter Bieterkrieg um jede Ladung.

Dazu kommt die Lage am Persischen Golf. Von dort stammte im vergangenen Jahr etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten LNG. Diese Lieferungen sind durch den Krieg weiterhin gestört, und eine Erholung ist nicht in Sicht. Anfang der Woche erklärte Teheran, man habe „keine andere Wahl“, als die Kontrolle über die Straße von Hormus zu übernehmen. Befreundeten Nationen könne man aber eine sichere Durchfahrt gewährleisten. Die Angriffe auf Öl- und Gasschiffe haben zugenommen. Brent-Öl kostet Berichten zufolge rund 110 Dollar je Barrel.

„Eine Verschlechterung der geopolitischen Lage könnte die Preise kurzfristig weiter in die Höhe treiben. Das Risiko weiterer Energiepreisspitzen bleibt hoch.“

So warnen die Rabobank-Energiestrategen Florence Schmit und Joe DeLaura.

Speicher-Alarm: Deutschland ist Schlusslicht

Europas Gasspeicher sind derzeit nur zu etwa 75 Prozent gefüllt. Für diese Jahreszeit ist das der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2009. In Deutschland ist die Lage noch ernster: Hier liegen die Füllstände bei knapp über 61 Prozent.

Immerhin hat das milde Oktoberwetter den Versorgern etwas Luft verschafft, sie konnten schneller einspeichern als sonst üblich. Die Reaktion aus Berlin wirkt dagegen zaghaft. Ende September wies der Bund den Staatskonzern SEFE an, Gas einzukaufen. Allerdings nur im Umfang von rund drei Prozent der Speicherkapazität. Ein Tropfen auf den heißen Stein? Kritiker sehen es so.

Gleichzeitig verengt sich das Angebot weiter. Nach der EU-Verordnung zum Ausstieg aus russischem Gas ist ab dem 1. Januar 2027 auch LNG aus langfristigen Lieferverträgen mit Russland verboten. Beobachter fragen sich, ob der Zeitpunkt mitten in einer Angebotskrise klug gewählt ist.

Kein Geld für Entlastung

Auf staatliche Hilfe sollten Verbraucher nicht hoffen. Die Regierungen in Europa lehnen eine Rückkehr zu teuren Preisdeckeln und Steuersenkungen bislang ab. Als Grund nennen sie angespannte Haushalte und hohe Kreditkosten. Dass ausgerechnet die Bundesregierung, die ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro auf Pump aufgelegt hat, keinen Spielraum für Energieentlastung sieht, dürfte vielen Bürgern schwer zu vermitteln sein. Am Ende zahlen Haushalte und Industrie die Rechnung, über die Heizkostenabrechnung und über eine Wettbewerbsfähigkeit, die weiter leidet.

Was Sparer jetzt bedenken sollten

Steigende Energiepreise wirken wie ein Brandbeschleuniger für die Inflation, und die frisst Ersparnisse auf. Wer sein Vermögen gegen solche Schocks absichern will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen. Edelmetalle haben sich in Krisen über Jahrhunderte als Wertspeicher bewährt.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trifft seine Anlageentscheidungen in eigener Verantwortung.

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