
Frankreich greift durch: Russischer Öltanker im Mittelmeer abgefangen

Die französische Marine hat einen unter internationalen Sanktionen stehenden Öltanker aus Russland im Mittelmeer gestoppt und geentert. Präsident Emmanuel Macron verkündete die Operation stolz auf der Plattform X und betonte, das Schiff stehe unter dem dringenden Verdacht, unter falscher Flagge zu fahren. Eine Maßnahme, die längst überfällig war – denn während Europa jahrelang über Sanktionen debattierte, füllte Russland ungehindert seine Kriegskasse.
Operation mit internationaler Unterstützung
Die Aktion auf hoher See erfolgte laut Macron in enger Zusammenarbeit mit dem britischen Geheimdienst und weiteren Verbündeten. Der französische Präsident versicherte, die Operation sei unter strikter Einhaltung des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen durchgeführt worden. Das Schiff wurde umgeleitet, eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet. Bereits im Oktober hatte Frankreich einen ähnlichen Tanker vorübergehend beschlagnahmt – damals allerdings nach wenigen Tagen wieder freigegeben.
„Die Aktivitäten der Schattenflotte tragen zur Finanzierung des Angriffskrieges gegen die Ukraine bei", erklärte Macron unmissverständlich. Eine Reaktion aus dem Kreml blieb zunächst aus – was angesichts der Dreistigkeit, mit der Moskau seit Jahren westliche Sanktionen unterläuft, kaum überraschen dürfte.
Selenskyj fordert härteres Durchgreifen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte prompt mit Dankbarkeit, ging aber sogleich in die Offensive. Die von Frankreich gezeigte Entschlossenheit sei notwendig, um sicherzustellen, dass russisches Öl nicht länger den Krieg finanziere. Doch Selenskyj wäre nicht Selenskyj, wenn er nicht noch einen Schritt weiterginge:
„Und wäre es nicht fair, das von diesen Tankern transportierte Öl zu beschlagnahmen und zu verkaufen?"
Ein Vorschlag, der in seiner Radikalität durchaus Charme besitzt. Warum sollte Europa russisches Öl, das unter Umgehung von Sanktionen transportiert wird, nicht konfiszieren und die Erlöse für den Wiederaufbau der Ukraine verwenden? Die rechtlichen Hürden wären beträchtlich, doch die moralische Argumentation ist kaum von der Hand zu weisen.
Europas Zögerlichkeit in der Kritik
Beim Weltwirtschaftsforum in Davos hatte Selenskyj kurz zuvor scharfe Kritik an der europäischen Entscheidungsfindung geübt. „Europa muss lernen, sich selbst zu verteidigen. Ein Jahr ist vergangen. Und nichts hat sich geändert", monierte er. Eine Aussage, die angesichts der Faktenlage schwer zu widerlegen ist.
Die Europäische Union hat mittlerweile 19 Sanktionspakete gegen Russland verhängt – eine beeindruckende Zahl auf dem Papier. In der Realität jedoch hat sich Moskau an die meisten Maßnahmen angepasst und verkauft weiterhin Millionen Barrel Öl an Abnehmer wie Indien und China. Die sogenannte Schattenflotte, bestehend aus alternden Tankern unter dubiosen Flaggen, macht es möglich.
Erste Erfolge bei der Eindämmung
Immerhin zeigen sich erste Risse in Russlands Ölgeschäft. Die Einnahmen aus dem Export von Öl und Gas sind zuletzt deutlich zurückgegangen – ein Trend, der sich fortsetzen dürfte, wenn westliche Staaten konsequenter gegen die Schattenflotte vorgehen. Auch die neue Trump-Regierung in Washington hat kürzlich einen siebten Öltanker mit Venezuela-Bezug aufgebracht, was auf eine härtere Gangart hindeutet.
Die französische Aktion könnte ein Wendepunkt sein – oder lediglich ein symbolischer Akt, der im Sande verläuft. Entscheidend wird sein, ob andere europäische Nationen dem Beispiel folgen und ob die beschlagnahmten Schiffe tatsächlich dauerhaft aus dem Verkehr gezogen werden. Die Geschichte des im Oktober freigegebenen Tankers mahnt zur Vorsicht.
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