
Forsa-Beben: Union stürzt auf 21 Prozent – und die SED-Nachfolger überholen die SPD

Es ist ein Umfrageergebnis, das man in der Berliner Regierungszentrale wohl nur noch mit zusammengebissenen Zähnen zur Kenntnis nimmt. Die Union, jene Partei, die im Februar 2025 mit dem Versprechen einer politischen Wende angetreten war, kommt in der neuesten Forsa-Erhebung für RTL und n-tv nur noch auf 21 Prozent. Ein Prozentpunkt weniger als in der Woche zuvor – und damit der tiefste Stand seit dem Debakel nach der Bundestagswahl 2021. Damals hieß der Kanzlerkandidat Armin Laschet, heute heißt der Kanzler Friedrich Merz. Das Ergebnis ist dasselbe: Vertrauensverlust im Zeitraffer.
Die AfD zementiert ihre Führungsrolle
Während die CDU/CSU absackt, legt die AfD einen weiteren Punkt zu und steht bei 27 Prozent. Damit fehlt ihr nur ein einziger Zähler zum eigenen Forsa-Rekord von Mitte Mai. Bemerkenswerter noch: Es ist die sechzehnte Sonntagsfrage in Folge, in der die Partei stärkste Kraft ist. Die Kanzlerpartei lag zuletzt Ende März vorne – gerechnet in Wochen ist das eine politische Ewigkeit.
Man muss sich diesen Befund einmal in Ruhe vergegenwärtigen: Eine Regierung, die vor gut einem Jahr angetreten ist, um die Fehler der Ampel zu korrigieren, hat es geschafft, dass die von ihr mit einer sogenannten Brandmauer eingehegte Opposition nicht schwächer, sondern immer stärker wird. Wer glaubte, man könne Wählerwillen durch Abgrenzungsrhetorik ersetzen, erhält Woche für Woche die Rechnung.
33 Prozent für die Koalition – ein historischer Tiefpunkt
Union und SPD zusammen erreichen gerade noch 33 Prozent. Nie war der Wert für die Merz-Regierung bei Forsa niedriger. Für eine Mandatsmehrheit im Bundestag bräuchte es rund 44,5 Prozent. Die Lücke von über elf Punkten ist kein Ausrutscher, sie ist ein Misstrauensvotum in Zahlen.
Eine Koalition, die nur noch ein Drittel der Wähler hinter sich weiß, regiert nicht mehr – sie verwaltet ihren eigenen Abstieg.
Besonders bitter ist der Zustand der SPD. Mit zwölf Prozent rutscht die einst stolze Volkspartei erstmals in dieser Umfragereihe hinter die Linkspartei, die einen Punkt gewinnt und bei 13 Prozent landet. Die Nachfolgeorganisation der SED liegt also vor der Partei von Willy Brandt und Helmut Schmidt. Wer nach einem Symbol für den Zerfall der politischen Mitte sucht, findet es hier.
Grüne im Höhenflug – ausgerechnet
Drittstärkste Kraft bleiben die Grünen mit 16 Prozent. Seit den Landtagswahlen im März, bei denen Cem Özdemir in Baden-Württemberg ins Amt des Ministerpräsidenten gewählt wurde, erlebt die Partei einen kleinen Aufwind. Dass jene politische Kraft, die maßgeblich für Energiepreise, Heizungsvorschriften und die Deindustrialisierung ganzer Regionen mitverantwortlich zeichnet, wieder zulegt, sagt weniger über die Grünen aus als über die Unfähigkeit der Union, klare Alternativen anzubieten.
Am Rand des Tableaus wird es einsam: Die FDP käme mit vier Prozent nicht in den Bundestag. Das BSW, das 2025 nur haarscharf am Einzug scheiterte, wird nicht einmal mehr separat ausgewiesen und verschwindet in der Rubrik "Sonstige", die insgesamt auf sieben Prozent kommt.
Warum das mehr ist als eine Momentaufnahme
Umfragen sind keine Wahlergebnisse, das ist richtig. Doch Trends über sechzehn Wochen sind kein Rauschen. Die Ursachen liegen offen zutage: eine Migrationspolitik, deren Versprechen sich im Behördendickicht verlaufen; ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das der Kanzler einst kategorisch ausgeschlossen hatte und das nun künftige Generationen mit Zinslasten fesselt; eine Klimaneutralität, die man vorsorglich ins Grundgesetz geschrieben hat, damit sie kein Wähler mehr korrigieren kann. Dazu eine Kriminalitätsstatistik, die auf Rekordniveau verharrt, und eine Wirtschaft, die dem Standort Deutschland zunehmend den Rücken zeigt.
Wer so regiert, darf sich über 21 Prozent nicht wundern. Und wer glaubt, das Problem seien die Wähler und nicht die Politik, hat den Kern des Vertrauensverlusts noch nicht einmal berührt.
Was politische Instabilität für Vermögen bedeutet
Für Sparer und Vermögensinhaber ist ein solches Umfragebild mehr als politisches Theater. Instabile Mehrheiten bedeuten unkalkulierbare Steuer-, Abgaben- und Schuldenpolitik. Historisch haben Bürger in Phasen politischer Zerrüttung stets nach Werten gesucht, die keine Regierung per Beschluss entwerten kann. Physisches Gold und Silber gehören seit Jahrhunderten zu diesen Ankern – als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen, unabhängig von Wahlperioden, Koalitionsverträgen und Sondervermögen.
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