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Kettner Edelmetalle
12.08.2026
04:50 Uhr
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Fleisch-Alarm: Deutschland kann sich selbst nicht mehr satt machen

Fleisch-Alarm: Deutschland kann sich selbst nicht mehr satt machen
Symbolbild: KI-generiert

Die deutsche Fleischerzeugung sinkt weiter. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts schlachteten die gewerblichen Betriebe im ersten Halbjahr 2026 knapp 3,4 Millionen Tonnen Fleisch – 0,4 Prozent oder rund 14.700 Tonnen weniger als im Vorjahreszeitraum. Verarbeitet wurden dafür 24 Millionen Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde sowie 343,2 Millionen Stück Geflügel.

Klingt nach einer Petitesse. Ist es nicht. Denn der Rückgang ist kein Ausrutscher, sondern die Fortsetzung eines Abstiegs, der seit fast einem Jahrzehnt läuft.

Vogelgrippe räumt die Ställe leer

Das Minus geht fast vollständig aufs Konto des Geflügels: rund 755.000 Tonnen, ein Rückgang um 3,2 Prozent beziehungsweise 24.900 Tonnen. Hauptursache ist eine schwere Welle der hochpathogenen Vogelgrippe. 2025 registrierten die Behörden mehr als 200 Ausbrüche in Tierhaltungen.

Allein in Niedersachsen mussten dem dortigen Landwirtschaftsministerium zufolge binnen eines Jahres über 1,5 Millionen Tiere getötet werden. Dazu kommen Sperrzonen, Aufstallungspflichten – und Monate, bis geräumte Ställe wieder belegt werden dürfen.

Von 8,25 auf 7,3 Millionen Tonnen: der lange Absturz

Der eigentliche Skandal liegt tiefer. 2016 markierte die deutsche Fleischproduktion mit 8,25 Millionen Tonnen ihren Höchststand. Danach ging es sieben Jahre in Folge bergab, 2024 gab es ein kurzes Plus von 1,4 Prozent – und schon 2025 drehte das Vorzeichen wieder ins Minus, auf rund 7,3 Millionen Tonnen.

Vogelgrippe und veränderte Essgewohnheiten erklären das nur zum Teil. Die Branche nennt seit Jahren dieselben Dauerlasten: teure Energie, Steuern und Abgaben, Lohnstückkosten – und eine Regulierungsflut aus Berlin und Brüssel, von der lückenlosen Chargendokumentation bis zu immer neuen Nachweispflichten.

Aus einer Jahresschätzung der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie für 2024 ging hervor, dass über 95 Prozent der Unternehmen in den drei Jahren zuvor steigende bürokratische Anforderungen wahrgenommen hatten. 22 Prozent der kleinen und 18 Prozent der mittleren Betriebe empfanden die Belastung demnach als existenzbedrohend. In einer aktuellen Blitzumfrage unter 98 Herstellern erklärten 81 Prozent, die Standortbedingungen hätten sich in fünf Jahren verschlechtert.

Rindfleisch: erstmals unter der 100-Prozent-Marke

Die Folgen stehen in der Versorgungsbilanz. Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sank der Selbstversorgungsgrad bei Fleisch 2025 um 4,5 Punkte auf 114,6 Prozent. Bei Rindfleisch rutschte Deutschland erstmals unter 100 Prozent, bei Geflügel liegt der Wert bei 91,3 Prozent.

Selbst der stolze Schweinefleisch-Überschuss von rechnerisch 139 Prozent ist trügerisch. Er gilt für das ganze Tier. Bei den Teilstücken, die der Kunde tatsächlich kauft – Filet, Schinken, Kotelett –, liegt die Quote nach Branchenschätzungen nur bei etwa 80 Prozent.

Der Exportmotor wird zum Importeur

Gleichzeitig steigt der Hunger: Der Pro-Kopf-Verzehr kletterte 2025 zum dritten Mal in Folge, um 1,4 Kilogramm auf 54,9 Kilogramm. Die LĂĽcke fĂĽllen andere. Die Fleischeinfuhren legten 2025 um fast elf Prozent auf rund 3,6 Millionen Tonnen zu, die Ausfuhren nur um gut ein Prozent.

Das Muster reicht weit über die Fleischtheke hinaus. Im ersten Halbjahr 2026 wuchsen die Warenimporte mit 4,4 Prozent schneller als die Exporte mit 3,7 Prozent. Das Handelsdefizit mit China stieg auf rund 55 Milliarden Euro nach 40 Milliarden im Vorjahreszeitraum – die deutschen Ausfuhren dorthin brachen um mehr als zwölf Prozent ein.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt sich hier ein Land, das seine eigenen Produzenten reguliert, verteuert und am Ende ersetzt. Wer die Versorgungssicherheit ernst nimmt, muss die Kostenlast senken – und nicht die nächste Meldepflicht erfinden. Wer Vermögen gegen solche strukturellen Erosionsprozesse absichern will, setzt traditionell auch auf physische Edelmetalle als Beimischung.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jede Anlageentscheidung erfordert eigene Recherche und liegt in der Verantwortung des Anlegers.

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