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20.01.2026
16:10 Uhr

Finanzaufsicht knöpft sich Thüringer Volksbank vor: 325.000 Euro Strafe wegen Geldwäsche-Schlamperei

Finanzaufsicht knöpft sich Thüringer Volksbank vor: 325.000 Euro Strafe wegen Geldwäsche-Schlamperei

Die deutsche Bankenlandschaft kommt nicht zur Ruhe. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat der VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden eine empfindliche Geldbuße von 325.000 Euro aufgebrummt. Der Grund: systematische Versäumnisse bei der Geldwäscheprävention, die sich durch das gesamte Geschäftsjahr 2023 zogen. Ein weiteres Kapitel in der unrühmlichen Geschichte eines Instituts, das bereits durch spektakuläre Fehlentscheidungen von sich reden machte.

Systematisches Versagen bei Verdachtsmeldungen

Die Vorwürfe der Finanzaufsicht wiegen schwer. Das thüringische Kreditinstitut habe seine Aufsichtspflicht bei internen Prozessen zur Abgabe von Geldwäscheverdachtsmeldungen schuldhaft verletzt, so die Bafin in ihrer Mitteilung vom Dienstag. Besonders brisant: Die Meldungen an die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen seien nicht nur vereinzelt, sondern systematisch nicht rechtzeitig abgegeben worden.

Dabei ist die Rechtslage eindeutig. Jede Bank in Deutschland ist gesetzlich verpflichtet, Verdachtsmeldungen unverzüglich zu übermitteln, sobald Anhaltspunkte für Geldwäsche oder gar Terrorismusfinanzierung vorliegen. Dass ein Institut diese fundamentale Pflicht über einen längeren Zeitraum vernachlässigt, wirft ernsthafte Fragen auf – nicht nur über die damalige Geschäftsführung, sondern über die gesamte Kontrollkultur im deutschen Genossenschaftssektor.

Eine Bank mit bewegter Vergangenheit

Die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden ist kein unbeschriebenes Blatt. Das Institut sorgte in den vergangenen Jahren bundesweit für Schlagzeilen – und zwar nicht wegen solider Bankarbeit. Unter der Ägide des langjährigen Vorstandschefs Stefan Siebert verfolgte das Geldhaus ein Geschäftsmodell, das man bestenfalls als unkonventionell bezeichnen könnte. Die Bank finanzierte Fußballtransfers und beschäftigte dafür zeitweise den ehemaligen Nationalspieler Stefan Effenberg als Experten. Darüber hinaus gehörten dem Institut mehrere Bordell-Immobilien in Oberhausen.

Im November 2023 musste Siebert die Bank verlassen – auch auf Druck der Bafin. Die Finanzaufsicht installierte Christian Gervais als Sonderbeauftragten, der Ende 2024 schließlich den Vorstandsvorsitz übernahm. Ein drastischer Schritt, der die Dimension der Probleme verdeutlicht.

Rettung mit Steuergeld-Garantien

Die finanziellen Folgen der Misswirtschaft sind gewaltig. Vor zwei Jahren musste die Sicherungseinrichtung des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) einspringen. Insgesamt beliefen sich Zuschüsse und Garantien auf rund 560 Millionen Euro, wovon die Bank bis Mai 2025 bereits 380 Millionen Euro abgerufen hatte. Es war die erste einer ganzen Reihe von Bankrettungen im Genossenschaftssektor – ein Warnsignal, das die Branche aufschreckte.

Neue Führung verspricht Besserung

Eine Sprecherin der Volksbank betonte, die beanstandeten Vorgänge beträfen ausschließlich das Jahr 2023 unter der Verantwortung der ehemaligen Geschäftsleitung. Die Prozesse in der Geldwäscheprävention seien seitdem grundlegend gestärkt und sowohl organisatorisch als auch personell neu aufgestellt worden. Heute arbeite die Bank in diesem Bereich auf einer deutlich stabileren Grundlage.

Ob diese Beteuerungen mehr sind als bloße Schadensbegrenzung, wird sich zeigen. Nächste Woche findet die Generalversammlung des Instituts statt, bei der sich die Bank in „VR-Bank Nordhessen Westthüringen" umbenennen will. Ein symbolischer Neuanfang, der die belastete Vergangenheit abstreifen soll. Dafür ist eine Satzungsänderung notwendig, zudem soll der Jahresabschluss 2024 festgestellt werden.

BVR zieht Konsequenzen

Der Bundesverband hat auf die Häufung teurer Rettungsfälle in den eigenen Reihen inzwischen reagiert. Die Sicherungseinrichtung will Problemfälle künftig früher und strenger angehen. Eine überfällige Maßnahme, die jedoch die Frage aufwirft, warum derartige Kontrollmechanismen nicht längst Standard waren.

Der Fall der VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden ist symptomatisch für eine Branche, die sich zu lange auf ihrem soliden Ruf ausgeruht hat. Während die Politik über Regulierung und Bürokratieabbau debattiert, zeigen solche Fälle, dass strenge Aufsicht ihre Berechtigung hat. Die Zeche zahlen am Ende die Kunden und die Mitgliedsbanken des Sicherungssystems – also letztlich der kleine Sparer, der seiner Genossenschaftsbank vertraut.

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