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21.02.2026
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Filmstiftungschef kassiert Viertelmillion – auf Kosten der Steuerzahler und Rundfunkbeitragszahler

Filmstiftungschef kassiert Viertelmillion – auf Kosten der Steuerzahler und Rundfunkbeitragszahler

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Der Geschäftsführer der Film- und Medienstiftung NRW, Walid Nakschbandi, hat in seinem ersten Amtsjahr satte 255.000 Euro eingestrichen. Eine Summe, die dem Gehalt des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst entspricht – jenem Mann also, der immerhin das bevölkerungsreichste Bundesland der Republik regiert. Diese Zahlen gehen aus dem Beteiligungsbericht 2024 des Landes hervor, und sie werfen ein grelles Schlaglicht auf die Selbstbedienungsmentalität im deutschen Kulturapparat.

Mehr Geld als die Vorgängerin – wofür eigentlich?

Besonders pikant: Nakschbandi verdient 14.000 Euro mehr als seine Vorgängerin Petra Müller, die Ende 2023 ausschied und in ihrem letzten Jahr 241.000 Euro erhielt. In den beiden Jahren davor waren es noch 213.000 Euro gewesen. Die Gehälter steigen also munter weiter – während der durchschnittliche Arbeitnehmer in Deutschland froh sein kann, wenn seine Lohnerhöhung die Inflation ausgleicht. Doch im subventionierten Kulturbetrieb scheinen andere Gesetze zu gelten.

Der afghanische Diplomatensohn Nakschbandi, zuvor als ZDF-Produzent und bei der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck tätig, trat 2024 die Nachfolge Müllers an. Sein üppiges Salär wird dabei nicht etwa von privaten Investoren bezahlt. Nein, es sind die Steuerzahler und Rundfunkbeitragszahler, die für dieses fürstliche Gehalt aufkommen müssen.

Wer zahlt die Zeche?

Die Eigentümerstruktur der Filmstiftung offenbart das ganze Ausmaß der Verflechtung zwischen Staat und öffentlich-rechtlichem Rundfunk. Das Land Nordrhein-Westfalen hält 40 Prozent der Anteile – finanziert aus dem Medienhaushalt, also aus Steuergeldern. Weitere 40 Prozent gehören dem Westdeutschen Rundfunk, der sich bekanntlich aus dem Rundfunkbeitrag speist. Die restlichen 20 Prozent teilen sich ZDF und RTL zu gleichen Teilen. Wer also brav seine 18,36 Euro monatlich an den Beitragsservice überweist, finanziert damit auch das Gehalt eines Stiftungsgeschäftsführers mit, der verdient wie ein Ministerpräsident.

Verflechtungen und der Habeck-Film

Doch damit nicht genug. Die von Nakschbandi geleitete Filmstiftung bezuschusste unter anderem den Dokumentarfilm „Jetzt. Wohin." über den ehemaligen Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck mit 75.000 Euro. Ein Film über jenen Grünen-Politiker also, dessen desaströse Wirtschaftspolitik Deutschland an den Rand der Deindustrialisierung geführt hat – finanziert mit öffentlichen Geldern. Dass ausgerechnet Habeck, der Architekt des gescheiterten Heizungsgesetzes und einer ideologiegetriebenen Energiewende, auch noch mit Steuergeldern ein filmisches Denkmal gesetzt bekommt, dürfte vielen Bürgern sauer aufstoßen.

Besondere Brisanz erhält der Fall durch einen handfesten Interessenkonflikt: Die Leiterin der Förderabteilung der Filmstiftung, Christina Bentlage, lebt mit dem Produzenten des Habeck-Films, Christoph Friedel, zusammen. Bentlage entscheidet über die Vergabe eines Großteils der verfügbaren Fördermittel und verfügt zudem über Prokura. Man stelle sich vor, ein solcher Vorgang würde in der Privatwirtschaft bekannt – die Compliance-Abteilung hätte längst Alarm geschlagen.

35 Millionen Euro Förderbudget – ein Selbstbedienungsladen?

Die Film- und Medienstiftung NRW, einst vor 35 Jahren vom damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau und WDR-Intendant Friedrich Nowottny ins Leben gerufen, verfügt über ein jährliches Förderbudget von rund 35 Millionen Euro. Eine gewaltige Summe, die in Film, Fernsehen, Audio und Videospiele fließt. Ob diese Mittel stets nach rein qualitativen Kriterien vergeben werden oder ob politische Nähe und persönliche Beziehungen eine Rolle spielen, darf angesichts der beschriebenen Verflechtungen zumindest hinterfragt werden.

Auch beim Grimme-Institut, an dem Nordrhein-Westfalen mit zehn Prozent beteiligt ist, zeigen sich üppige Vergütungen. Die ehemalige Geschäftsführerin Frauke Gerlach erhielt allein für die ersten vier Monate des Jahres 2024 knapp 48.200 Euro Festvergütung plus rund 3.000 Euro für die Altersversorgung. Hochgerechnet auf ein volles Jahr wären das deutlich über 140.000 Euro – für die Leitung eines Instituts, das vor allem durch die Vergabe des Grimme-Preises bekannt ist.

Ein System, das sich selbst füttert

Was sich hier offenbart, ist symptomatisch für den aufgeblähten deutschen Kulturapparat: Ein System aus öffentlich finanzierten Institutionen, in dem sich die Beteiligten gegenseitig alimentieren, während der gewöhnliche Bürger immer tiefer in die Tasche greifen muss. Während Rentner nach einem langen Arbeitsleben mit Bezügen auskommen müssen, die oft kaum die Miete decken, gönnen sich die Funktionäre des Kulturbetriebs Gehälter auf Ministerpräsidenten-Niveau. Während Familien unter steigenden Lebenshaltungskosten ächzen und die Inflation ihre Ersparnisse auffrisst, werden mit öffentlichen Geldern Dokumentarfilme über gescheiterte Politiker produziert.

Es ist höchste Zeit, dass die Politik diesen Selbstbedienungsladen unter die Lupe nimmt. Denn letztlich geht es um das Geld der Bürger – und die haben ein Recht darauf zu erfahren, wofür ihre Steuern und Rundfunkbeiträge tatsächlich verwendet werden. Dass ausgerechnet die CDU unter Ministerpräsident Wüst solche Zustände duldet, passt ins Bild einer Partei, die zwar konservative Werte predigt, aber in der Praxis den aufgeblähten Staatsapparat munter weiterfüttert.

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