
Feuer an der Synagoge: Festnahme kurz vor Jom Kippur

Am Donnerstagnachmittag hat ein Mann die Bergische Synagoge der JĂŒdischen Kultusgemeinde in Wuppertal-Barmen angegriffen. Er warf mehrere mit brennbarer FlĂŒssigkeit gefĂŒllte Beutel gegen einen Nebeneingang, entzĂŒndete sie und flĂŒchtete. Die Polizei nahm einen TatverdĂ€chtigen wenig spĂ€ter fest.
Verletzt wurde niemand. Der Brand war nach wenigen Minuten aus â Mitarbeiter der Gemeinde löschten das Feuer nach Polizeiangaben selbst, der Sachschaden blieb gering. Drei Tage vor Jom Kippur, dem höchsten jĂŒdischen Feiertag.
Rund um die Uhr bewacht â und trotzdem getroffen
Die Wuppertaler Synagoge steht nach Angaben von Behörden praktisch permanent unter Polizeischutz. Genau das dĂŒrfte dazu gefĂŒhrt haben, dass der Mann so schnell gefasst wurde. Dass ein Gotteshaus in Deutschland im Jahr 2026 ĂŒberhaupt einen Dauerposten der Polizei braucht, ist fĂŒr sich genommen schon ein bitteres Urteil ĂŒber die Lage im Land.
Bei dem Festgenommenen handelt es sich Medienberichten zufolge um einen 37-jÀhrigen Mann afghanischer Herkunft, der den Behörden bereits bekannt gewesen sein soll. Belastbare Angaben zum Motiv liegen öffentlich noch nicht vor. Die Ermittlungen laufen, es gilt die Unschuldsvermutung.
Zentralrat: "Von Unrechtsbewusstsein fehlt jede Spur"
Der PrĂ€sident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, verurteilte die Tat scharf. Besonders verstöre ihn die Gelassenheit, mit der der Angriff am helllichten Tag ausgefĂŒhrt worden sei.
âErneut ist es in der Zeit der jĂŒdischen Hohen Feiertage zu einem Anschlag auf eine Synagoge gekommen. Was mich zutiefst verstört, ist die Seelenruhe, mit welcher der TĂ€ter in Wuppertal diesen Anschlag am helllichten Tag durchgefĂŒhrt hat. Von Unrechtsbewusstsein oder Scham fehlt jede Spur.â
Schuster sprach von einer fortschreitenden Normalisierung des Judenhasses, auf die die Gesellschaft bislang keine Antwort gefunden habe. An Jom Kippur seien die Synagogen wieder voll â die Sicherheitsbehörden stĂŒnden in der Pflicht. Man werde sich nicht davon abhalten lassen, die eigene Religion zu leben.
Ein Muster, das lÀngst bekannt ist
Der Zeitpunkt sei kein Zufall, betont der Zentralrat und verweist auf Chanukka 2025 in Sydney, Jom Kippur 2025 in Manchester und den Anschlag von Halle 2019. Feiertage werden gewĂ€hlt, um maximale Angst zu erzeugen und jĂŒdisches Leben aus dem öffentlichen Raum zu verdrĂ€ngen.
FĂŒr Wuppertal ist es nicht die erste Attacke. Im Juli 2014 warfen drei PalĂ€stinenser sechs Molotowcocktails auf dieselbe Synagoge. Die Justiz verhĂ€ngte BewĂ€hrungsstrafen â und erkannte kein antisemitisches Motiv. Ein Urteil, das damals massive Kritik auslöste und bis heute als Symbol einer erschreckend milden Linie gilt.
Die Zahlen sprechen fĂŒr sich
Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Nordrhein-Westfalen registrierte fĂŒr 2025 insgesamt 1102 antisemitische VorfĂ€lle â ein Anstieg um 17 Prozent gegenĂŒber 940 FĂ€llen im Jahr davor.
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Fall, wie sehr die innere Sicherheit inzwischen zur Dauerbaustelle geworden ist. Kritiker der Migrations- und Sicherheitspolitik der vergangenen Jahre sehen darin die Folge politischer VersĂ€umnisse â von zu langsamer Strafverfolgung bis zu fehlender Konsequenz bei bekannten GefĂ€hrdern. FĂŒr viele BĂŒrger bleibt eine Frage: Wie viele Polizeiposten vor GotteshĂ€usern braucht ein Land, das sich als sicher versteht?
- Themen:
- #AFD
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik





















