
Europas Russland-Embargo: LNG-Tanker-Boom als teurer Preis der Selbstbestrafung

Die Europäische Union treibt ihre energiepolitische Selbstkasteiung unbeirrt voran. Das geplante Verbot russischer LNG-Importe wird nach Experteneinschätzungen eine massive Nachfrage nach neuen Flüssiggastankern auslösen – mindestens 30 zusätzliche Schiffe werden benötigt, um die selbst geschaffene Versorgungslücke zu schließen. Ein teures Unterfangen, das letztlich der europäische Bürger bezahlen wird.
Analysten warnen vor explodierenden Kosten
Ashley Sherman, Senior-Analyst für LNG bei Vortexa, präsentierte diese ernüchternden Zahlen im Vorfeld der LNG-Qatar-Konferenz. Sollten die EU-Sanktionen das bislang nicht sanktionierte Yamal-LNG-Projekt weiterhin ausnehmen, müssten mindestens 30 neue LNG-Tanker mit niedriger oder ohne Eisklasse beschafft werden. Europa, nach Asien der zweitgrößte Importeur von Flüssiggas, schafft sich damit seine eigenen Probleme.
Im Dezember vergangenen Jahres hatte die Europäische Union einen rechtlich bindenden, schrittweisen Ausstieg aus russischen LNG- und Pipeline-Gasimporten beschlossen. Die Fristen sind ambitioniert: Ende 2026 für LNG, Herbst 2027 für Pipeline-Gas. Im vergangenen Monat erteilte der Europäische Rat die finale Genehmigung und forderte die Mitgliedstaaten auf, bis März nationale Pläne zur Diversifizierung ihrer Gasversorgung vorzulegen.
Ungarn und Slowakei wehren sich gegen Brüsseler Diktat
Nicht alle EU-Mitglieder spielen dieses kostspielige Spiel mit. Ungarn und die Slowakei haben gegen die Maßnahme protestiert – mit dem durchaus nachvollziehbaren Argument, dass ihre Energiekosten auf inakzeptable Höhen steigen würden. Doch in Brüssel scheint man für solche pragmatischen Einwände taub zu sein.
Die Yamal-LNG-Anlage, betrieben vom russischen Konzern Novatek, wurde bislang von direkten Sanktionen ausgenommen – ein stilles Eingeständnis der europäischen Abhängigkeit. Allerdings hat die EU Schiffe sanktioniert, die von der westsibirischen LNG-Anlage beladen werden. Eine Politik der halben Maßnahmen, die weder Fisch noch Fleisch ist.
Russland findet neue Abnehmer
Während Europa sich selbst Knüppel zwischen die Beine wirft, exportieren Novateks zweite LNG-Anlage Arctic LNG 2 sowie Gazproms Portovaya-LNG-Werk trotz westlicher Sanktionen munter weiter – nach China. Die Sanktionen treffen also weniger Russland als vielmehr die europäischen Verbraucher.
Die Ironie der Geschichte: Im vergangenen Monat importierte die EU Rekordmengen an LNG – 12,7 Milliarden Kubikmeter, wie die russische Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf Gas Infrastructure Europe berichtete.
Die wahren Kosten der Ideologie
Was bedeutet das alles für den deutschen Bürger? Höhere Energiepreise, eine geschwächte Industrie und eine Politik, die ideologische Ziele über wirtschaftliche Vernunft stellt. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz steht vor der Herausforderung, diesen energiepolitischen Scherbenhaufen aufzuräumen – oder ihn weiter zu vergrößern.
In Zeiten, in denen physische Werte wie Gold und Silber als sichere Häfen gegen politische Fehlentscheidungen und Inflation dienen, erscheint eine Beimischung von Edelmetallen zum Anlageportfolio als vernünftige Absicherung gegen die Folgen solcher energiepolitischen Experimente.












