
Europas Rechte wendet sich von Trump ab: Grönland-Ambitionen spalten alte Verbündete
Was für eine Ironie der Geschichte: Jene europäischen Parteien, die Donald Trump einst als Leuchtturm der konservativen Erneuerung feierten, gehen nun auf Distanz zum amerikanischen Präsidenten. Der Grund? Trumps aggressive Außenpolitik, insbesondere sein unverhohlener Griff nach Grönland, stößt selbst bei seinen treuesten europäischen Bewunderern auf Widerstand.
Die AfD zeigt klare Kante
Alice Weidel, Vorsitzende der Alternative für Deutschland, findet ungewöhnlich deutliche Worte: Trump habe ein fundamentales Wahlversprechen gebrochen, nämlich sich nicht in andere Länder einzumischen. Ihr Co-Vorsitzender Tino Chrupalla lehnt die "Wild-West-Methoden" des amerikanischen Präsidenten kategorisch ab. Diese Positionierung erscheint durchaus klug, denn eine aktuelle Forsa-Umfrage offenbart, dass 71 Prozent der Deutschen Trump eher als Gegner denn als Verbündeten betrachten.
Die Skepsis gegenüber dem US-Präsidenten wuchs dramatisch, nachdem dieser am vergangenen Samstag ankündigte, Zölle auf eine Reihe von EU-Ländern zu verhängen – darunter Deutschland, Frankreich, Schweden und Großbritannien. Diese Drohung steht in direktem Zusammenhang mit seinem Bestreben, Grönland zu erwerben. Die betroffenen Länder hatten zuvor auf Dänemarks Ersuchen militärisches Personal auf die arktische Insel entsandt.
Frankreichs Nationale Sammlung fordert Gegenmaßnahmen
Jordan Bardella, Vorsitzender der französischen Nationalen Sammlung, sprach sich am Dienstag für eine entschlossene europäische Reaktion aus. Er verwies auf mögliche "Anti-Zwangsmaßnahmen" und die Aussetzung des im vergangenen Jahr zwischen der EU und den USA unterzeichneten Wirtschaftsabkommens. Eine bemerkenswerte Wendung für eine Partei, die Trump lange als ideologischen Verbündeten betrachtete.
Britische Populisten zeigen sich irritiert
Selbst die britische Reform UK, deren Anführer Nigel Farage seine engen Beziehungen zu Trump stets zur Schau stellte, reagiert verstört. In einer Stellungnahme vom 19. Januar hieß es, man könne schwer einschätzen, ob der Präsident bluffe. Doch wirtschaftliche Drohungen gegen ein Land zu richten, das seit über hundert Jahren als engster Verbündeter gelte, entspreche nicht den Erwartungen.
Schwedischer Rechtsaußen wird deutlich
Am schärfsten formulierte es Mattias Karlsson, der oft als Chefideologe der rechten Schwedendemokraten bezeichnet wird. Auf der Plattform X schrieb er mit beißendem Sarkasmus:
"Trump ähnelt zunehmend einem umgekehrten König Midas. Alles, was er berührt, verwandelt sich in Scheiße."
Der Politikwissenschaftler Johannes Hillje analysiert treffend, dass es für Nationalisten stets schwierig sei, eine gemeinsame Außenpolitik zu schmieden, da die nationalen Interessen nicht immer übereinstimmten. Diese Erkenntnis trifft den Kern des Problems.
Nicht alle gehen auf Distanz
Freilich zeigen sich nicht alle europäischen Rechtsparteien gleichermaßen kritisch. Die niederländische Partei für die Freiheit und die spanische Vox lobten Trump für die Entmachtung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro, schwiegen jedoch zu seinen Grönland-Drohungen. Der polnische Präsident Karol Nawrocki und die nationalistische Regierung des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán forderten lediglich eine bilaterale Lösung zwischen den USA und Dänemark.
Meloni übt milde Kritik
Italiens rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die als eine der engsten europäischen Vertrauten Trumps gilt, bezeichnete dessen Zollentscheidung als "Fehler". Sie habe mit Trump telefoniert und ihm ihre Meinung mitgeteilt. Seither schweigt sie, während italienische Medien berichten, sie sei gegen Vergeltungszölle und setze stattdessen auf diplomatische Gespräche.
Matteo Salvini, Italiens stellvertretender Ministerpräsident und Chef der rechten Lega, machte hingegen jene europäischen Nationen für die Handelsspannungen verantwortlich, die Soldaten nach Grönland entsandt hatten. Der Eifer, Truppen hierhin und dorthin zu schicken, trage nun bittere Früchte, schrieb er auf X.
Ein Lehrstück über die Grenzen ideologischer Allianzen
Diese Entwicklung zeigt eindrücklich, dass ideologische Nähe ihre Grenzen hat, wenn nationale Interessen auf dem Spiel stehen. Die europäischen Rechtsparteien mögen Trumps Positionen zu Migration und Klimapolitik teilen – doch wenn der amerikanische Präsident die territoriale Integrität eines NATO-Verbündeten in Frage stellt und europäische Volkswirtschaften mit Strafzöllen bedroht, endet die Solidarität abrupt.
Für die deutschen Bürger sollte diese Episode eine wichtige Erkenntnis bereithalten: Wahre Souveränität bedeutet, eigene Interessen zu vertreten – unabhängig davon, wer gerade im Weißen Haus sitzt. Eine starke deutsche Außenpolitik muss sich an den Bedürfnissen der eigenen Bevölkerung orientieren, nicht an den Launen ausländischer Staatsoberhäupter, seien sie ideologisch noch so nahestehend.
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