
Epstein-Skandal weitet sich aus: Norwegens Ex-Premier im Visier der Ermittler

Die Schockwellen des Epstein-Skandals erreichen nun auch die höchsten politischen Kreise Skandinaviens. Nach den bereits erschütternden Enthüllungen über die fragwürdigen Kontakte der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit zu dem verstorbenen Sexualverbrecher Jeffrey Epstein gerät nun ein weiterer prominenter Name ins Fadenkreuz der Justiz: Thorbjørn Jagland, ehemaliger Ministerpräsident Norwegens und langjähriger Vorsitzender des Nobel-Komitees.
Schwere Korruptionsvorwürfe gegen den 75-Jährigen
Die norwegische Polizei hat offiziell Ermittlungen wegen des Verdachts der schweren Korruption gegen den einst mächtigen Sozialdemokraten eingeleitet. Der Auslöser dieser brisanten Entwicklung sind kürzlich veröffentlichte Epstein-Dokumente, die ein erschreckend enges Verhältnis zwischen dem Politiker und dem verurteilten Sexualstraftäter offenbaren. Besonders brisant: Jagland soll den US-Milliardär um finanzielle Unterstützung beim Erwerb einer Immobilie gebeten haben – ein Vorwurf, den der ehemalige Regierungschef vehement bestreitet.
Man fragt sich unweigerlich: Wie konnte ein Mann, der über die Vergabe des Friedensnobelpreises mitentschied, derart enge Bande zu einem notorischen Sexualverbrecher knüpfen? Die Antwort auf diese Frage dürfte für viele Norweger äußerst unbefriedigend ausfallen.
Ein Netzwerk der Macht und des Verschweigens
Die nun ans Licht gekommenen Details zeichnen das Bild einer verstörend vertrauten Beziehung. Jagland hielt sich demnach 2018 persönlich bei Epstein in New York auf. Darüber hinaus soll er sowohl 2015 als auch 2018 die Pariser Residenz des Investors besucht haben. Besonders pikant erscheint die Information, dass der Politiker 2014 sogar einen Familienurlaub auf Epsteins berüchtigter Privatinsel geplant haben soll – jener Insel, die in den Medien längst als Schauplatz abscheulicher Verbrechen bekannt wurde. Die Reise wurde letztlich abgesagt, doch die bloße Planung wirft fundamentale Fragen auf.
Vom Ministerpräsidenten zum Türöffner für Epstein
Die Tragweite dieser Verbindungen lässt sich kaum überschätzen. Thorbjørn Jagland war nicht irgendein Politiker – er verkörperte über Jahrzehnte hinweg die Spitze der norwegischen und europäischen Politik. Als Chef der norwegischen Arbeiterpartei führte er von 1996 bis 1997 die Regierung seines Landes. Anschließend stieg er auf die internationale Bühne auf: Von 2009 bis 2019 amtierte er als Generalsekretär des Europarats, parallel dazu leitete er bis 2015 das norwegische Nobel-Komitee.
Diese Machtfülle machte ihn offenbar auch für Epstein interessant. Wie die Dokumente belegen, wandte sich der US-Milliardär ausgerechnet an Jagland, um Kontakt zum russischen Präsidenten Wladimir Putin herzustellen. Der Grund für dieses Ansinnen bleibt nebulös – spekuliert wird, dass Epstein dem Kreml-Chef kompromittierende Informationen über Donald Trump zukommen lassen wollte. Ein Szenario, das an die dunkelsten Kapitel politischer Intrigen erinnert.
Späte Reue und juristische Konsequenzen
Jagland selbst hatte sich bereits vor einigen Tagen gegenüber der norwegischen Zeitung „Aftenposten" zu den Vorwürfen geäußert und dabei „Fehler in der Beurteilung" von Jeffrey Epstein eingeräumt. Eine bemerkenswert verharmlosende Formulierung für das, was sich nun als möglicherweise strafbares Verhalten herausstellt. Diese sogenannten „Fehler" werden nun von der Staatsanwaltschaft auf ihre strafrechtliche Relevanz geprüft.
Der Fall Jagland zeigt einmal mehr, wie tief die Tentakel des Epstein-Netzwerks in die Machtzentren der westlichen Welt reichten – und wie bereitwillig selbst hochrangige Politiker die Nähe zu einem Mann suchten, dessen kriminelle Machenschaften längst bekannt waren.
Ein Muster der Vertuschung
Was in Norwegen geschieht, ist symptomatisch für ein viel größeres Problem. Die politischen Eliten Europas und Amerikas haben über Jahre hinweg ein System der gegenseitigen Gefälligkeiten aufgebaut, in dem moralische Grenzen verschwimmen und Verantwortlichkeiten verwischt werden. Der Epstein-Skandal reißt nun Stück für Stück die Fassade dieser Netzwerke ein – und offenbart dahinter ein erschreckendes Bild von Korruption, Machtmissbrauch und moralischer Verkommenheit.
Für das norwegische Königshaus und die politische Klasse des Landes bedeuten diese Enthüllungen einen beispiellosen Vertrauensverlust. Erst die Kronprinzessin, nun der ehemalige Regierungschef – die Liste der kompromittierten Persönlichkeiten wird immer länger. Man darf gespannt sein, welche Namen die noch ausstehenden Dokumente ans Tageslicht befördern werden.
Die Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, wer in ihrem Namen regiert hat – und mit wem diese Personen hinter verschlossenen Türen verkehrten. Der Fall Jagland sollte als Mahnung dienen: Macht ohne Kontrolle führt unweigerlich in den Abgrund.

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