
Edelmetall-Märkte im Ausnahmezustand: Bank of America warnt vor anhaltender Volatilität
Die Edelmetallmärkte erleben derzeit Turbulenzen, wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr zu beobachten waren. Nach einem beispiellosen Absturz von historischen Höchstständen prognostiziert die Bank of America, dass die extreme Schwankungsanfälligkeit bei Gold und Silber noch länger anhalten dürfte. Was bedeutet das für Anleger, die auf die bewährten Krisenwährungen setzen?
Historische Volatilität erschüttert die Märkte
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Gold weist derzeit eine Volatilität auf, die seit dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 nicht mehr erreicht wurde. Noch dramatischer stellt sich die Lage beim Silber dar – hier müssen Marktbeobachter bis ins Jahr 1980 zurückblicken, um vergleichbare Turbulenzen zu finden. Damals, wohlgemerkt, erlebte die Welt die berüchtigte Silber-Spekulation der Hunt-Brüder.
Was war geschehen? Im vergangenen Monat schossen beide Edelmetalle auf Allzeithochs, getrieben von einer explosiven Mischung aus spekulativen Wetten, geopolitischen Ängsten und wachsender Sorge um die Unabhängigkeit der US-Notenbank Federal Reserve. Doch dann kam der Einbruch – brutal und unerbittlich. Gold erlitt seinen schwersten Tagesverlust seit über einem Jahrzehnt, während Silber den schlimmsten Handelstag seiner Geschichte verzeichnete.
Experten sehen Marktbereinigung – aber keine Entwarnung
Niklas Westermark, Leiter des EMEA-Rohstoffhandels bei der Bank of America, ordnet die Situation nüchtern ein:
„Wir werden weiterhin ein höheres Volatilitätsniveau erleben als historisch üblich, aber nicht das, was wir in den letzten Tagen gesehen haben – es sei denn, wir bauen eine weitere spekulative Blase auf. Die letzten beiden Handelssitzungen haben den Markt in erheblichem Maße bereinigt."
Diese Einschätzung mag für kurzfristig orientierte Spekulanten beruhigend klingen. Doch für den langfristig denkenden Anleger stellt sich die Frage: Was bedeutet diese Marktbereinigung wirklich?
Gold behält seine fundamentale Stärke
Bemerkenswert ist, dass bereits am Dienstag nach dem Crash Käufer zurückkehrten, die die niedrigeren Kurse als Einstiegsgelegenheit nutzten. Westermark betont dabei einen entscheidenden Punkt: Gold verfügt über eine stärkere, langfristige Investmentthese als sein günstigerer Verwandter Silber. Die aufgeblähten Preise und die Marktturbulenzen mögen zwar die Positionsgrößen beeinflussen, nicht jedoch das grundsätzliche Anlegerinteresse.
Diese Aussage verdient besondere Beachtung. In einer Welt, in der Zentralbanken weiterhin Geld drucken, Staatsschulden explodieren und geopolitische Spannungen zunehmen, bleibt Gold das, was es seit Jahrtausenden ist: ein Anker der Stabilität in stürmischen Zeiten.
Die tieferen Ursachen der Volatilität
Die aktuelle Situation ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis einer Politik des billigen Geldes, die über Jahre hinweg betrieben wurde und nun ihre Konsequenzen zeigt. Wenn Anleger das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Notenbanken verlieren – und genau das geschieht derzeit in den USA unter der Trump-Administration – dann flüchten sie in sichere Häfen. Gold und Silber sind solche Häfen, auch wenn sie kurzfristig selbst von Wellen erfasst werden.
Die Frage, die sich jeder Anleger stellen sollte, lautet nicht: „Soll ich Gold kaufen?" Sondern vielmehr: „Habe ich genug Gold, um mein Vermögen zu schützen?"
Physische Edelmetalle als Fundament der Vermögenssicherung
Gerade in Zeiten extremer Marktvolatilität zeigt sich der Wert physischer Edelmetalle. Anders als Papiergold oder ETFs können sie nicht durch einen Computeralgorithmus in Sekundenbruchteilen liquidiert werden. Sie liegen im Tresor, greifbar und real – unabhängig davon, was an den Börsen geschieht. Für ein breit gestreutes Anlageportfolio bleiben physisches Gold und Silber unverzichtbare Bausteine der Vermögenssicherung.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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