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Kettner Edelmetalle
16.07.2026
09:33 Uhr

E-Scooter: Wie ein politisch gehätscheltes Spielzeug zur tödlichen Gefahr auf Deutschlands Straßen wird

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache – und sie sind alarmierend. Was einst als hippes, klimafreundliches Fortbewegungsmittel gepriesen wurde, entpuppt sich zunehmend als rollende Gefahrenquelle in unseren Innenstädten. Das Statistische Bundesamt hat neue Zahlen vorgelegt, die aufhorchen lassen sollten: 16.496 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden registrierte die Polizei allein im Jahr 2025. Ein Anstieg um satte 38,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als es noch 11.944 Fälle waren.

38 Tote – und niemand zieht die Konsequenzen

Besonders erschütternd ist die Zahl der Todesopfer. 38 Menschen verloren im vergangenen Jahr bei E-Scooter-Unfällen ihr Leben – nach 27 im Jahr 2024. Das ist kein statistisches Rauschen mehr, das ist ein handfester Trend nach oben. Von diesen Toten saßen 33 selbst auf dem elektrischen Trittbrett, wie das Amt mitteilte. Doch die Opfer beschränken sich nicht auf die Fahrer selbst: Drei Fußgänger, ein Radfahrer und ein Autofahrer kamen ebenfalls ums Leben – Menschen, die schlicht am falschen Ort waren, als ein E-Scooter-Pilot die Kontrolle verlor.

1.895 Menschen wurden schwer verletzt, 16.184 leicht. Man stelle sich diese Zahlen einmal in Gesichtern vor – dann wird deutlich, welches Ausmaß hier stillschweigend hingenommen wird.

Jung, oft alkoholisiert und rücksichtslos unterwegs

Wer glaubt, es handle sich um bedauerliche Einzelschicksale älterer, ungeübter Nutzer, der irrt gewaltig. Die Statistik zeichnet ein anderes Bild: Über die Hälfte – exakt 53,6 Prozent – der verunglückten E-Scooter-Fahrer waren jünger als 25 Jahre. Ganze 83,7 Prozent hatten das 45. Lebensjahr noch nicht erreicht. Die Generation, die man uns als besonders umwelt- und verantwortungsbewusst verkaufen möchte, produziert offenbar Unfall um Unfall.

Ein Faktor sticht dabei besonders hervor – und er ist entlarvend. In 10,9 Prozent der Fälle stellte die Polizei bei den E-Scooter-Fahrern Alkoholeinfluss fest. Zum Vergleich: Bei Radfahrern waren es nur 7,7 Prozent, bei Mofas und ähnlichen Krafträdern gar nur 6,1 Prozent. Das elektrische Gefährt scheint geradezu zum feucht-fröhlichen Heimweg nach durchzechter Nacht einzuladen.

Bei Zusammenstößen mit Fußgängern trugen die E-Scooter-Fahrer in erschreckenden 88,7 Prozent der Fälle die Hauptschuld. Bei Kollisionen mit Radfahrern immerhin noch zu 74,3 Prozent.

Die falsche Fahrbahn – das häufigste Vergehen

Das mit Abstand häufigste Fehlverhalten war mit 21,6 Prozent die falsche Nutzung von Fahrbahn oder Gehweg. Wer aufmerksam durch eine deutsche Großstadt läuft, weiß, was gemeint ist: E-Scooter, die kreuz und quer über Bürgersteige rasen, Fußgänger zur Seite drängen und achtlos mitten auf Gehwegen abgestellt werden. Es folgen nicht angepasste Geschwindigkeit (8,4 Prozent) sowie Fehler beim Abbiegen und Anfahren (7,5 Prozent).

Ein Problem der Großstädte – ausgerechnet dort, wo die Politik jubelt

Bezeichnend ist auch, wo sich diese Unfälle häufen. Fast die Hälfte aller E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden – genau 49,1 Prozent – ereignete sich in Städten mit mindestens 100.000 Einwohnern. In den Metropolen mit über einer halben Million Menschen konzentrierten sich immer noch 27,8 Prozent der Vorfälle. Es sind genau jene urbanen Zentren, in denen die Verkehrspolitik jahrelang darauf abzielte, das Auto zu verdrängen und stattdessen jedes noch so fragwürdige „Mikromobilitätskonzept" zu subventionieren und zu bejubeln.

Man hat den Menschen ein Verkehrsmittel vor die Haustür gestellt, ohne ausreichende Regeln, ohne durchsetzbare Kontrollen, ohne echtes Sicherheitskonzept. Das Ergebnis liegt nun in Form nüchterner Zahlen auf dem Tisch. Während man in Berlin und anderswo über Tempo-30-Zonen und autofreie Innenstädte philosophiert, stapeln sich die verunglückten Menschen auf den Fahrradwegen.

Verhältnismäßigkeit? Ja. Verharmlosung? Nein.

Natürlich muss man fair bleiben: Gemessen an allen 297.364 Verkehrsunfällen mit Personenschaden im Jahr 2025 war an lediglich 5,5 Prozent ein E-Scooter beteiligt. Fahrradfahrer waren mit 32,6 Prozent deutlich häufiger involviert. Doch der entscheidende Punkt bleibt: Der Anteil der E-Scooter steigt kontinuierlich – von 4,1 Prozent im Vorjahr auf nunmehr 5,5 Prozent. Der Trend zeigt eindeutig in die falsche Richtung.

Es wäre an der Zeit, dass die politisch Verantwortlichen ihre romantische Verklärung der Elektro-Roller endlich beenden und stattdessen für klare Regeln, konsequente Kontrollen und echte Verkehrssicherheit sorgen. Doch wer die aktuelle Prioritätensetzung in Berlin kennt, ahnt bereits, dass die Bürger auch hier auf sich allein gestellt bleiben dürften.

Dieser Beitrag gibt die Meinung unserer Redaktion wieder und dient ausschließlich Informationszwecken. Die genannten statistischen Angaben beruhen auf den uns vorliegenden Daten des Statistischen Bundesamtes.

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