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Kettner Edelmetalle
12.06.2026
16:10 Uhr

Drohnenabwehr Marke Eigenbau: Wenn der Staat erst nach den Angriffen aufwacht

Drohnenabwehr Marke Eigenbau: Wenn der Staat erst nach den Angriffen aufwacht

Es ist eine Meldung, die zwei Wahrheiten gleichzeitig offenbart. Die erste: Deutschland rüstet sich endlich gegen die wachsende Bedrohung aus der Luft. Die zweite, weitaus unbequemere: Es brauchte erst gezielte Angriffe auf deutsche Flughäfen, damit die Verantwortlichen begreifen, dass wir längst mitten in einem neuen Zeitalter der Bedrohung angekommen sind. Wie so oft in diesem Land: erst der Schaden, dann das Handeln.

Ein Bündnis aus Flugsicherung, Telekom und Rüstungselektronik

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) im hessischen Langen hat angekündigt, gemeinsam mit dem Rüstungselektronik-Konzern Hensoldt und der Deutschen Telekom ein bundesweites Netz zur Erkennung und Abwehr von Drohnen aufzubauen. Geplant sei eine durch Künstliche Intelligenz gestützte Plattform, die Daten von Handynetz-Masten mit Abwehranlagen an Flughäfen, Kraftwerken und Bundeswehr-Standorten verknüpfe. Sensoren sollen kontinuierlich Daten liefern, die automatisiert ausgewertet würden.

Das Ziel klingt ambitioniert: Ein deutschlandweites Drohnen-Luftlagebild, das als Grundlage zur Bekämpfung feindlicher Flugkörper dienen soll. Andere Hersteller sollen ihre Anwendungen in das System integrieren können. Auf dem Papier ein vernünftiger Ansatz – endlich einmal.

Der Beginn einer hybriden Kriegsführung

Besonders aufhorchen lässt eine Einschätzung von DFS-Chef Arndt Schoenemann. Die teils gezielten Angriffe auf Flughäfen seien als „Beginn einer hybriden Kriegsführung" zu verstehen, deren wirksame Bekämpfung bislang an den Zuständigkeitsfragen zwischen Bund und Ländern scheitere. Eine Aussage, die man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte.

„Statt eines Flickenteppichs an Einrichtungen und Zuständigkeiten brauchen wir eine zentral geführte Drohnendetektion und -abwehr, bei der alle Informationen zusammenfließen."

Ein Flickenteppich – treffender hätte man den Zustand des deutschen Sicherheitsapparats kaum beschreiben können. Während andere Nationen längst handeln, verliert sich Deutschland in seinem föderalen Kompetenzwirrwarr. Wer ist zuständig? Der Bund? Das Land? Die Kommune? Während diese Frage in unzähligen Sitzungen zerredet wird, kreisen die Drohnen ungestört über kritischer Infrastruktur.

Die deutsche Krankheit: Zuständigkeit als Selbstzweck

Man muss kein Sicherheitsexperte sein, um zu erkennen, was hier schiefläuft. Über Jahre wurde die innere wie äußere Sicherheit dieses Landes vernachlässigt, kleingeredet und unterfinanziert. Die Bundeswehr ein Sanierungsfall, der Schutz unserer Energieversorgung, unserer Flughäfen und Kraftwerke ein blinder Fleck. Erst als feindliche Flugobjekte über deutschem Boden auftauchten, klingelte offenbar das Telefon in den Amtsstuben.

Dass nun ausgerechnet eine Allianz aus Staat und privater Industrie einspringen muss, um zu reparieren, was politische Versäumnisse hinterlassen haben, spricht Bände. Immerhin: Mit Hensoldt setzt man auf heimisches Know-how statt auf ausländische Abhängigkeiten – ein seltener Lichtblick in einer Zeit, in der Deutschland seine industriellen Kronjuwelen allzu leichtfertig verschenkt.

Sicherheit kostet – und Vertrauen lässt sich nicht herbeireden

Bleibt die Frage, ob diese Initiative mehr ist als ein weiteres Versprechen aus dem unerschöpflichen Fundus politischer Ankündigungen. Die Bürger dieses Landes haben ein Recht darauf, dass ihre Infrastruktur geschützt wird – und zwar nicht erst dann, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist.

In Zeiten, in denen geopolitische Unsicherheit, hybride Bedrohungen und das Versagen staatlicher Strukturen Hand in Hand gehen, gewinnt ein alter Grundsatz wieder an Bedeutung: Wer sich auf den Staat allein verlässt, ist verlassen. Wertbeständige Sachwerte wie physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie in Krisenzeiten Stabilität bieten können – als sinnvolle Beimischung eines breit gestreuten und krisenfesten Vermögens.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für etwaige Verluste übernehmen wir keine Haftung.

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