
Deutschlands Gasspeicher laufen leer – und die Ministerin gibt sich betont entspannt

Während sich die deutschen Gasspeicher in besorgniserregendem Tempo leeren, demonstriert Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) eine Gelassenheit, die man in der Energiebranche bestenfalls als gewagt, schlimmstenfalls als fahrlässig bezeichnen dürfte. Aus ihrem Ministerium heißt es, die niedrigen Speicherstände seien „kein Anlass zur Sorge". Man könne dank der LNG-Importterminals – jener schwimmenden Gasanlandestationen, die einst unter Hochdruck als Rettungsanker der deutschen Energieversorgung installiert wurden – flexibel reagieren. Die Versorgung sei gesichert.
Kritik aus den eigenen Reihen
Doch so einfach lässt sich die Realität nicht weglächeln. In der Energiebranche brodelt es gewaltig, und selbst innerhalb der Unionsfraktion mehren sich kritische Stimmen. Dass ausgerechnet eine CDU-Ministerin in einer Frage der Energiesicherheit derart sorglos agiert, wirft Fragen auf. Hat man aus den dramatischen Erfahrungen der Jahre 2022 und 2023 nichts gelernt? Damals stand Deutschland nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und dem Wegfall russischer Gaslieferungen am Rande einer Versorgungskrise. Die Speicher waren gefährlich leer, die Preise explodierten, und Millionen Bürger bangten um ihre Heizkosten.
Am Dienstag wird sich Reiche in einer Sondersitzung des Bundestags-Wirtschaftsausschusses erklären müssen. Initiiert wurde diese von der Grünen-Fraktion – ein durchaus pikantes Detail, bedenkt man, dass es die Grünen waren, die unter Robert Habeck das Gasspeichergesetz auf den Weg brachten und damit erstmals verbindliche Mindestfüllstände festlegten. Michael Kellner, energiepolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, wirft der Ministerin vor, die Gaskunden „in falscher Sicherheit" zu wiegen.
Strategische Gasreserve: Vom Tabu zur realistischen Option
Im Zentrum der Debatte steht eine Frage von enormer Tragweite: Muss der Staat die Bevorratung von Erdgas selbst in die Hand nehmen? Eine strategische Gasreserve – vergleichbar mit der seit Jahrzehnten existierenden strategischen Ölreserve – wird zunehmend als realistische Option diskutiert. Reiches Ministerium reagiert darauf bislang mit der typischen ordnungspolitischen Zurückhaltung: Die Speicherbefüllung müsse „marktlich erfolgen", staatliche Eingriffe könnten dies „gegebenenfalls unterstützen oder ergänzen, aber nicht ersetzen", so eine Ministeriumssprecherin.
Diese marktgläubige Haltung mag in Lehrbüchern der Volkswirtschaft elegant klingen. In der rauen Wirklichkeit geopolitischer Verwerfungen, in der Energielieferungen längst als Waffe eingesetzt werden, wirkt sie jedoch geradezu naiv. Russland hat vorgemacht, wie schnell der Gashahn zugedreht werden kann. Die Abhängigkeit von LNG-Lieferungen aus den USA, Katar oder anderen Quellen schafft neue Abhängigkeiten – zumal unter einem US-Präsidenten Trump, der mit seinen massiven Zollerhöhungen auf EU-Importe bereits gezeigt hat, dass transatlantische Verlässlichkeit ein dehnbarer Begriff ist.
Die bittere Lehre der Energiewende
Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren systematisch seiner energiepolitischen Souveränität beraubt. Kernkraftwerke wurden abgeschaltet, die Kohleverstromung wird zurückgefahren, und die erneuerbaren Energien können die Grundlast bei Weitem nicht zuverlässig decken. Was bleibt, ist eine gefährliche Abhängigkeit von Gasimporten – und die Hoffnung, dass der Markt es schon richten wird. Eine Hoffnung, die sich in der Vergangenheit als trügerisch erwiesen hat.
Dass nun ausgerechnet eine CDU-geführte Regierung vor der Frage steht, ob der Staat stärker in die Energiebevorratung eingreifen muss, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Friedrich Merz hatte im Wahlkampf eine Rückkehr zu marktwirtschaftlichen Prinzipien versprochen. Doch die geopolitische Realität kennt keine ideologischen Scheuklappen. Eine strategische Gasreserve wäre kein sozialistisches Experiment, sondern schlicht eine Frage der nationalen Sicherheit – ähnlich wie die Bundeswehr oder die Notfallvorräte an Erdöl.
In Zeiten, in denen hybride Kriegsführung und Energieerpressung zum Standardrepertoire geopolitischer Auseinandersetzungen gehören, kann sich ein Industrieland wie Deutschland keine Blauäugigkeit leisten. Die Bürger haben ein Recht darauf, dass ihre Regierung vorausschauend handelt – und nicht erst dann reagiert, wenn die Speicher leer und die Heizungen kalt sind. Wer in unsicheren Zeiten auf Sicherheit setzt, der sollte auch bei der Vermögenssicherung vorsorgen: Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als krisenfester Wertspeicher bewährt und können als sinnvolle Ergänzung eines breit gestreuten Portfolios dienen.
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