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Kettner Edelmetalle
10.03.2026
07:32 Uhr

Deutscher Außenhandel im Sinkflug: Exporte und Importe brechen im Januar 2026 ein

Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes lesen sich wie ein Alarmsignal für die einstige Exportnation Deutschland. Im Januar 2026 sind die deutschen Ausfuhren gegenüber dem Vormonat kalender- und saisonbereinigt um 2,3 Prozent zurückgegangen. Noch dramatischer fällt der Rückgang bei den Importen aus: Satte 5,9 Prozent weniger Waren wurden ins Land geholt. Was auf den ersten Blick nach einem verbesserten Außenhandelssaldo aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Symptom einer tiefgreifenden wirtschaftlichen Schwäche.

Trügerischer Überschuss

Ja, der Außenhandelsüberschuss stieg auf 21,2 Milliarden Euro – nach 17,4 Milliarden im Dezember und 15,9 Milliarden im Januar des Vorjahres. Doch wer jetzt in Jubel ausbricht, hat die Mechanik nicht verstanden. Wenn Importe stärker einbrechen als Exporte, wächst der Überschuss – nicht weil Deutschland mehr verkauft, sondern weil die Binnennachfrage erlahmt. Die deutschen Unternehmen und Verbraucher kaufen schlicht weniger ein. Das ist kein Zeichen von Stärke, sondern ein Fieberthermometer, das steigende Temperaturen anzeigt.

Insgesamt wurden im ersten Monat des Jahres Waren im Wert von 130,5 Milliarden Euro exportiert und Güter für 109,2 Milliarden Euro importiert. Zahlen, die isoliert betrachtet beeindruckend klingen mögen – doch der Trend zeigt unmissverständlich nach unten.

EU-Handel unter massivem Druck

Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung innerhalb der Europäischen Union, die traditionell Deutschlands wichtigster Handelspartner ist. Die Exporte in die EU-Mitgliedstaaten brachen um 4,8 Prozent auf 71,6 Milliarden Euro ein, die Importe aus der EU sogar um 6,5 Prozent auf 55,6 Milliarden Euro. Innerhalb der Eurozone sieht es noch düsterer aus: Minus 5,7 Prozent bei den Ausfuhren, minus 5,9 Prozent bei den Einfuhren. Selbst der Handel mit EU-Staaten außerhalb der Eurozone schrumpfte erheblich.

Was sagt uns das? Der europäische Binnenmarkt, dieses vielgepriesene Kronjuwel der EU-Integration, schwächelt an allen Ecken und Enden. Die Nachfrage nach deutschen Produkten sinkt bei unseren engsten Partnern – ein Warnsignal, das man in Berlin offenbar geflissentlich ignoriert.

USA als Lichtblick – doch wie lange noch?

Einen bemerkenswerten Kontrapunkt setzen ausgerechnet die Vereinigten Staaten. Die Exporte in die USA stiegen im Vergleich zum Dezember um satte 11,7 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro. Damit bleiben die USA der wichtigste Abnehmer deutscher Waren. Doch diese Zahl sollte niemanden in falscher Sicherheit wiegen. Angesichts der von Präsident Trump verhängten 20-Prozent-Zölle auf EU-Importe dürfte es sich bei diesem Anstieg um vorgezogene Lieferungen handeln – Unternehmen, die noch schnell Waren über den Atlantik schaffen, bevor die Zollschraube weiter angezogen wird. Ein Strohfeuer, das bald erlöschen könnte.

Gleichzeitig sanken die Importe aus den USA um 8,2 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Der transatlantische Handel steht unter enormem Druck, und die neue Große Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz hat bislang keine überzeugende Strategie vorgelegt, wie man mit Trumps aggressiver Handelspolitik umgehen will.

China-Geschäft im freien Fall

Geradezu alarmierend ist die Entwicklung im Handel mit China. Die deutschen Exporte in die Volksrepublik stürzten im Vergleich zum Vormonat um 13,2 Prozent auf nur noch 6,3 Milliarden Euro ab. Die Importe aus China gingen um 8,3 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro zurück – wobei China nach wie vor der größte Lieferant Deutschlands bleibt. Das Handelsdefizit mit Peking ist und bleibt ein strukturelles Problem, das seit Jahren ungelöst vor sich hin schwelt.

Die Abhängigkeit von chinesischen Vorprodukten und Konsumgütern hat Deutschland in eine prekäre Lage manövriert. Jahrelang wurde die Deindustrialisierung des Landes durch billige Importe kaschiert, während gleichzeitig die eigene Produktionsbasis erodierte. Die Quittung dafür kommt nun – schleichend, aber unerbittlich.

Russland-Handel praktisch zum Erliegen gekommen

Fast schon nebensächlich wirken die Zahlen zum Russland-Handel, der mittlerweile auf ein Minimum geschrumpft ist. Die Exporte nach Russland sanken im Januar um weitere 8,3 Prozent auf gerade einmal 0,5 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahresmonat beträgt der Rückgang sogar 15,9 Prozent. Die Importe aus Russland kollabierten um 20 Prozent auf verschwindende 0,1 Milliarden Euro. Was einst ein bedeutender Handelspartner war – man denke nur an die günstigen Energielieferungen –, ist heute wirtschaftlich praktisch bedeutungslos geworden. Die Kosten dieser geopolitischen Neuausrichtung tragen, wie so oft, die deutschen Bürger und Unternehmen.

Die strukturelle Krise hinter den Zahlen

Diese Außenhandelsdaten sind mehr als bloße Statistik. Sie sind das Spiegelbild einer Volkswirtschaft, die seit Jahren von politischen Fehlentscheidungen ausgehöhlt wird. Überbordende Bürokratie, explodierende Energiekosten, eine marode Infrastruktur und ein Steuersystem, das Leistungsträger bestraft statt belohnt – all das schlägt sich nun in den Handelszahlen nieder. Das von der neuen Bundesregierung geplante 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur mag gut gemeint sein, doch es wird auf Pump finanziert und belastet kommende Generationen mit Schulden, deren Zinslast durch Steuern und Abgaben getragen werden muss.

Deutschland war einmal die unangefochtene Exportweltmeisterin. Heute kämpft das Land darum, seine Position in einem zunehmend feindseligen globalen Handelsumfeld zu behaupten. Zwischen amerikanischen Strafzöllen, chinesischer Konkurrenz und europäischer Nachfrageschwäche droht die deutsche Wirtschaft zerrieben zu werden. Und während andere Nationen ihre Industrie schützen und stärken, diskutiert man hierzulande lieber über Gendersternchen und Klimaneutralität bis 2045.

Wer in diesen unsicheren Zeiten sein Vermögen schützen möchte, sollte über eine breite Diversifikation nachdenken. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt – gerade in Phasen wirtschaftlicher Unsicherheit und schwindenden Vertrauens in die Stabilität von Währungen und Handelsbeziehungen. Als Beimischung in einem breit aufgestellten Portfolio können sie einen wichtigen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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